Vernetzung Zoom
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Beste Marken 2017

Ergebnisse und Gewinner in "Dienstleister"

Damit sich Transporteure auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können, bieten viele Unternehmen Produkte an, um das Management des Transportes und der Fahrzeuge zu vereinfachen. Die Auswahl an Versicherungen, Vermietern, Tankkarten, Lade- und Frachtraumbörsen sowie Logistikplattformen ist groß. Da heißt es für die Marken, sich gut zu präsentieren.

Der Digitalisierungsgrad der Transportbranche steigt kontinuierlich. Immer mehr Unternehmen modernisieren ihren Betrieb und setzen auf IT. Diese steht oft nicht mehr im eigenen Haus. Viele Betriebe bedienen sich sogenannter Cloud-Dienste. Je höher der Anteil an einer solchen webbasierten IT jedoch ist, desto eher besteht die Gefahr eines Hackerangriffs, der im Extremfall das Aus für das Transportunternehmen bedeuten kann. Die Nutzfahrzeug-versicherungen sind sich dieses Trends bewusst und haben dafür Produkte entwickelt. So hat Kravag über die Muttergesellschaft R+V eigens eine Vermögensschutz Police für das Straßenverkehrsgewerbe entwickelt. Sie deckt Schäden ab, die durch Hacker und Betrüger verursacht wurden. Hinzu kommen die klassischen Versicherungen für Flotten und eine Logistic Police, mit der alle Haftungsrisiken abgedeckt sind.

Zoom baustelle mietwagen Foto: Mercedes
Im Baustellenverkehr sind Mietwagen eine feste Größe.

Dass ein solch umfangreiches Produktportfolio auch ein angepasstes Marketing benötigt, steht für Kravag außer Frage.

Axa leistet gute Markenarbeit

"Im Fokus unserer Marke steht ein Marketing, das den unterschiedlichen digitalen Entwicklungsständen in den Unternehmen gerecht wird. Bewährtes bleibt bestehen, Vertrautes wird digital transformiert. Kontinuierlich bauen wir unser internetbasiertes Kundenportal Kravag-online weiter aus. Der sichere Zugriff auf die eigenen Vertrags- und Schadendaten, ein einfaches Reporting sowie die Deklaration von Transportversicherungen forcieren die Transaktionen mit unseren Kunden", sagt Kravag-Vorstand Jan Dirk Dallmer. Mit diesem individuellen Ansatz bleibt Kravag als Primus der Transportbranche mit 29 Prozent weiterhin die Nummer 1 bei den Best Brands dieser Kategorie. Doch auch hier macht sich die erhöhte Wahlbeteiligung bemerkbar. Denn es sind im Verhältnis zu den Gesamtstimmen in diesem Jahr 4,5 Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr. Zwar verliert auch die Allianz 2,1 Prozentpunkte, rückt jedoch mit jetzt 27,1 Prozent näher an Kravag heran. Gute Markenarbeit hat ebenso Axa geleistet. Es ist eine der wenigen Versicherungen, die in diesem Jahr ein leichtes Plus verzeichnen können. Mit 2,5 Prozentpunkten mehr kommt das Unternehmen auf 14,2 Prozent und lässt damit HDI Gerling (12,2 Prozent) zum zweiten Mal nach 2014 hinter sich. Auch auf den folgenden Rängen gab es einige Wechsel. Der Grund dafür ist hauptsächlich, dass VHV von 10,1 Prozent im Jahr 2016 auf 7,8 Prozent abrutscht. Das bedeutet für die Gothaer mit 9,3 Prozent Platz 5 und für die Ergo mit 8,4 Prozent den 6. Rang.

Individuelle Betreuung mit einem hohen Maß an Flexibilität könnte auch die Ausschreibung eines Transportunternehmens bei der Suche nach einem Nutzfahrzeug-Vermieter sein. In einigen Bereichen der Transportbranche bestimmen saisonale Spitzen das Geschäft. Dann ist es wichtig, genügend Fahrzeuge in der Flotte zu haben, um alle Aufträge abarbeiten zu können. Dessen sind sich die Vermieter bewusst und richten ihre Angebote entsprechend aus. "Flexibilität spielt in der Branche eine immer größere Rolle. Die Miete als Beschaffungsform bietet dafür zahlreiche Vorteile: Mietkunden erhalten ihr Wunschfahrzeug zu einer festen monatlichen Rate und können mit immer kürzeren Auftragslaufzeiten, aber auch mit Auftragsspitzen flexibler umgehen. Dass die Miete ein Erfolgsmodell ist, bestätigt uns neben der positiven Geschäftsentwicklung auch das 25-jährige Firmenjubiläum von Charterway in diesem Jahr. Hierauf richten wir unsere Marketingaktivitäten aus: Neben einer umfangreichen Imagekampagne mit Printanzeigen und Werbemitteln, erscheint auch die Homepage im Jubiläumsoutfit", betont Martin Kehnen, Leiter Charterway Rental für Charterway.

Zoom Tankstellen app Foto: dkv
Mit einer Tankstellen-App ergänzt DKV euroservice seine Dienstleistungen.

Tankkarten werden zu Servicekarten

Das Jubiläum hat sich Charterway gleich noch mit dem 1. Platz bei den ETM Awards Best Brands versüßt. Überraschend kommt es nicht, ist doch Charterway schon seit Jahren die beste Marke in der Kategorie Miete/Leasing. Mit 22,6 Prozent musste das Unternehmen einen Verlust von 5,1 Prozentpunkten im Vergleich zu 2016 hinnehmen. Überhaupt gab es in dieser Kategorie viele Turbulenzen. Der Auslöser wird sein, dass MAN jetzt mit einer vierten Marke präsent ist. Mit MAN Financial Services taucht auf Platz 8 mit 13,6 Prozent eine Dachmarke auf, die den etablierten Marken MAN Rental (16,4 Prozent), Euro Leasing (15,5 Prozent), und Rent a MAN – BFS (8,5 Prozent) die Vorjahreserfolge ein wenig verdirbt. Denn im Jahr 2016 lagen sie in der genannten Reihenfolge noch auf dem 2., 3. und 4. Rang. In diesem Jahr sind es Platz 4, 5 und 10. Zum Teil konnten besonders Hertz und Pema davon profitieren. Beide Unternehmen haben zudem ein erstklassiges Marketing hingelegt. Hertz kann sich um 3,5 Prozentpunkte steigern und ist jetzt auf Platz 2 mit 19,9 Prozent. Pema legt sogar um 4,5 Prozentpunkte zu und verfehlt die Silbermedaille nur um 0,4 Prozentpunkte mit 16,5 Prozent.

Die Kategorie Tankkarten müsste mittlerweile umgetauft werden in Servicekarten. Denn die Tankabrechnung ist nur noch einer von vielen Services, die die Tankkartenanbieter im Portfolio haben. Ein kurzer Blick auf die Angebote des ewigen Siegers DKV Euroservice offenbart die Vielfalt. So gehören neben der klassischen Tankabrechnung auch die Mehrwertsteuer- und die Mineralölsteuerrückerstattung dazu. Zusätzlich lassen sich mit der Karte viele Mauten, die Fahrzeugreinigung, Zollabfertigung und der Kombiverkehr bezahlen. Auch bei Reparatur, Bergung und beim Abschleppen reicht die Servicekarte. DKV verweist allein für diese Bereiche auf 11.000 Servicepartner, bei denen die Karte anerkannt wird. Es zeigt, dass die Kartenanbieter viel in Bewegung sind. Ulrich Wolter, Marketingdirektor bei DKV, kennt die Gründe: "Die Logistikbranche ist in Bewegung wie lange nicht. Etablierte Unternehmen strecken ihre Fühler nach neuen Geschäftsfeldern aus. Logistik-Start-ups geben zusätzliche Impulse und treiben die Digitalisierung der Lieferkette vehement voran.

Alles steht unter dem Zeichen der Vernetzung

Wer am besten vernetzt ist, wird sich am Markt behaupten. Wir machen da keine Ausnahme: Im vergangenen Jahr sind wir viele strategische Partnerschaften eingegangen, um Know-how auszutauschen und unsere Produkte und Services mit denen anderer zu verknüpfen. Das äußert sich ebenso in unseren Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen." Auch aufgrund dieser Flexibilität gelingt es DKV mit 35,1 Prozent in diesem Jahr wieder, die Nase in der Kategorie Tankkarten weit vorn zu haben. Zwar verliert das Unternehmen 2 Prozentpunkte, kann aber Aral mit 27,5 Prozent weiter auf Distanz halten. Der Abstand zu UTA (26 Prozent) auf dem 3. Rang ist da schon geringer. Die beiden trennen noch 1,5 Prozentpunkte. Da kann es im kommenden Jahr schon wieder anders aussehen.

Auf den folgenden Plätzen sieht es schon viel interessanter aus. Euroshell steigert das Ergebnis um 1,3 Prozentpunkte und kommt auf 19 Prozent. Damit überholt die Marke die Mercedes-Service-Card. Sie verliert 2,1 Prozentpunkte und liegt jetzt bei 18,5 Prozent. Dafür macht tankpool24 (13,9 Prozent) einen großen Sprung nach oben. Mit einem Plus von 5,6 Prozentpunkten kann die Marke zwei Plätze gutmachen und liegt jetzt auf Rang 6. Esso kann sich mit 11,9 Prozent auf dem folgenden Platz halten. Härter trifft es da schon die MAN-Service-Card. Sie verliert mit einem Minus von 1,9 Prozentpunkten zwei Plätze und holt 9,6 Prozent.

Timocom ist Sieger der diesjährigen Leserwahl

Ein Blick auf das Transportbarometer macht deutlich, wie wichtig lade- und frachtbörsen sind. Im Moment sind sie besonders für die Verlader gefragt. Denn das Angebot an Fracht liegt bei rund 80 Prozent, während nur 20 Prozent freien Laderaums zur Verfügung stehen. Ein klares Missverhältnis, das nur schwer zu lösen ist. Da sind die Lade- und Frachtraumbörsen besonders gefragt, um zumindest einen Teil der Ladungen bei einem Transporteur unterzubringen. Das Transportbarometer ist eine Erfindung von Timocom, dem diesjährigen Sieger der Leserwahl Best Brands des ETM Verlags. Seit Jahren bietet das Unternehmen diesen Service und behauptet die Marke mit weiteren Angeboten gut im Markt. Entsprechend positiv fällt die eigene Analyse aus.

"In dem vergangenen Jahr sind zahlreiche neue Wettbewerber an den Start gegangen, die verschiedene Lösungen für die Transportlogistik anbieten. Durch die über 20-jährige Marktpräsenz ist Timocom bereits eine starke Marke, die mit viel Vertrauen, Kompetenz und Branchenerfahrung assoziiert wird. Wir sind uns unserer Stärken als größte Transportplattform Europas bewusst, bauen diese stetig weiter aus und kommunizieren sie nachhaltig über die verschiedenen Marketingkanäle an unsere Zielgruppen und Kunden", meint Gunnar Gburek, Unternehmenssprecher bei Timocom. Dass das Unternehmen unter Druck steht, zeigen die Ergebnisse der Best Brands. Zwar führt Timocom mit 20,1 Prozent das Feld weiterhin an, verliert aber im Vergleich zum Vorjahr 7,1 Prozentpunkte. Dadurch verringert sich der Abstand zu Lkw-online auf 1,6 Prozentpunkte, denn der Mitbewerber kann 2,1 Prozentpunkte hinzugewinnen und kommt jetzt auf 18,5 Prozent. Auch der Drittplatzierte Cargoclix steigt in der Gunst der Leser und kommt mit einem Plus von 2 Prozentpunkten auf 13,8 Prozent. Damit kann das Unternehmen Trans.eu weiterhin hinter sich lassen. Doch auch diese Frachtbörse erhält neuen Schwung mit einem Plus von 2,6 Prozentpunkten und jetzt 12,7 Prozent. Die niederländische Frachtbörse Teleroute kehrt ebenfalls in die Top 5 mit 10,8 Prozent zurück.

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Bosch IoT liefert die Bausteine, um ein Portal zu entwickeln.

Bosch überzeugt mit seiner "Internet of Thinks (IoT)-Suite"

Der Fortschritt in der Informationstechnologie (IT) erlaubt es, Plattformen zu schaffen, um unterschiedliche Flottenmanagement-Systeme auf einem Display abzubilden. Als logistikplattform wird dabei oft eine sogenannte Middleware bezeichnet. Sie bildet die unterschiedlichsten Telematiksysteme ab und leitet die aufbereiteten Informationen an ein Transportmanagement-System weiter. Der umgekehrte Fall ist ebenfalls möglich. Die Aufgabe einer Plattform besteht darin, Schnittstellen zu schaffen, um die unterschiedlichen Daten zu erkennen und für das TMS richtig zu übersetzen, damit beispielsweise der Disponent neben seinen eigenen Fahrzeuge auch die Subunternehmer direkt betreuen kann. Als Logistikplattform wird aber auch immer häufiger ein E-Commerce-Marktplatz bezeichnet, der viele Telematikanwendungen und weitere Software fürs Flotten- und ­Auftragsmanagement ­anbietet. Damit die Unternehmen die Plattform von Bosch besser verstehen, geht das Unternehmen ganz eigene Wege.

"Im Internet der Dinge und in der Industrie 4.0 haben digitale Kanäle ihren Einzug in die Customer Journey gefunden. Nach wie vor lebt diese aber von persönlichen Beziehungen, anfassbaren Dingen und Teamarbeit. Deswegen spielen Veranstaltungen, Webinare oder geführte Industrie-4.0-Touren durch unsere Werke, bei denen wir vernetzte Logistik- und Produktionslösungen im Einsatz zeigen, eine ausschlaggebende Rolle", sagt Stefan Bastian, Global Director Consulting, Bosch Connected Industry. Mit dieser Strategie konnte Bosch mit seiner "Internet of Thinks (IoT)-Suite" die Leser überzeugen. Dabei ist das Produkt häufig zunächst der erste Schritt, um eine Plattform zu bauen, sozusagen das Grundgerüst. Mit 24,9 Prozent legt Bosch damit einen ersten Benchmark für die neue Kategorie Logistikplattformen. Auch der Fleetboard-Store kann mit 24,7 Prozent glänzen und muss sich nur um 0,2 Prozentpunkte geschlagen geben. Dabei kommt Fleetboard aus der klassischen Fahrzeug-Telematik, öffnet sich mit seinem Store aber auch anderen Anbietern.

Bis heute keine fertige Logistikplattform auf dem Markt

Einen etwas anderen Ansatz hat der Drittplatzierte Timocom (19,1 Prozent). Das Unternehmen startete mit einer Fracht- und Laderaumbörse, die immer weiter ausgebaut wurde. Mittlerweile gibt es im Portfolio von Timocom auch eine umfangreiche Ausschreibungsplattform und mit TC eMap eine Fahrzeugortung, an der viele Telematikanbieter angeschlossen sind. Als eine der ersten Integrationsplattformen könnte man Openmatics von ZF bezeichnen. Das Unternehmen bietet schon seit einigen Jahren auch firmenfremde Apps auf der Plattform an. Zudem können die Kunden eigene Apps entwickeln und einstellen. Der Kunde kann dann auf seinem Monitor auf die unter­schied­lichen Funktionen zugreifen. Mit 7,7 Prozent besteht jedoch schon ein relativ großer Abstand auf Timocom. Mit nur 0,6 Prozentpunkten Distanz folgt das dänische Softwareunternehmen Gatehouse auf dem 5. Platz mit 7,1 Prozent. Gatehouse bietet seit Jahren eine Integrationsplattform, die heute auch als Logistikplattform bezeichnet wird. Einen ähnlichen Weg will ebenso die von MAN initiierte Plattform Rio (6,9 Prozent) gehen.

Doch bis heute gibt es noch kein fertiges Produkt auf dem Markt. Dafür aber einige Vorschusslorbeeren mit Rang 6 bei den Best Brands. Als klassische Integrationsplattform konnte bisher auch Nic-base bezeichnet werden. Sie sammelt ebenfalls die Daten der unterschiedlichsten Telematiksysteme, übersetzt und analysiert diese und leitet die Daten an ein Transportmanagement-System weiter. Der Hersteller Kasasi hat sich jedoch für die kommenden Jahre einiges vorgenommen. Ein Schwesterunternehmen soll unter dem Titel NIC einen zusätzlichen E-Commerce-Marktplatz etablieren. Mit momentan 3,4 Prozent liegt die Marke Nic-base auf dem 7. Platz. Den Abschluss der neuen Kategorie bildet Agheera. Diese Plattform reiht sich in die klassischen Lösungen mit ein. Mit 2,4 Prozent fehlt es der Marke einfach an der notwendigen Bekanntheit.

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Datum

29. August 2017
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