Berufskraftfahrer-Azubis zu Besuch bei MAN. Zoom

Berufskraftfahrer-Azubis: Nachwuchs fördern

Qualifizierte Berufskraftfahrer sind Mangelware - das ist kein Geheimnis mehr. Nachwuchskräfte müssen deshalb anständig ausgebildet und auch über die Bezahlung hinaus besser honoriert werden.

Der anstehende Mangel an qualifizierten Berufskraftfahrern ist heiß diskutiert und viel beklagt. Darum vermehrt eigene Nachwuchskräfte auszubilden, kommt die Branche nicht herum. Doch wie gewinnt man junge Menschen für eine Job mit aktuell denkbar schlechtem Image?

Beruf mit doppelt schlechtem Ansehen

Problematisch dabei ist, dass der Beruf des Lkw-Fahrers gleich ein doppeltes Imageproblem hat: Nicht direkt neu, aber kürzlich in einer Studie des TÜV Rheinland wieder ermittelt, ist die Außenwirkung des Berufsbildes auf die Gesellschaft eher schlecht und mit vielen Vorurteilen verbunden. Das ist so, obwohl der Zusammenhang zwischen Warenkonsum und Warenverfügbarkeit eigentlich nicht wirklich schwer zu begreifen ist. Das interne Imageproblem bestätigen die in der Studie befragten Unternehmen dagegen selbst zu einem Großteil: die mangelnde Attraktivität des Berufes. Hohe Anforderungen wie psychische und körperlich Belastung und sozial unverträgliche Arbeitszeiten stehen einer vergleichsweise geringen Entlohnung gegenüber.

Das schlechte Image des Berufes ist eigentlich nicht gerechtfertigt

Wie Gerald Hensel, Vorsitzender im Berufsbildungsausschuss des BGL und selbst Spediteur, bei der Vorstellung der Studie feststellt, kommt die Branche nicht umhin, mehr in die Ausbildung von jungen Menschen zu investieren und den Beruf wieder attraktiver zu machen. Denn, so war man sich in der Expertenrunde einig, ist der Job im Grunde heutzutage durchaus ein Beruf für den hohe Qualifikationen gefordert sind und erworben werden müssen. Die Komplexität steht in keinem Vergleich zu früher, als man mal eben schnell mit dem Führerschein von der Bundeswehr auf den Bock hockte.

Native Nachwuchskräfte sind unglaublich wertvoll

Dass sich die Problematik nicht mit Umschülern, die ihre Ausbildung über das Arbeitsamt finanziert bekommen, lösen lassen wird, unterstrich Hensel ebenfalls. Junge Menschen, die sich bewusst für diesen Beruf entscheiden, seien das Beste was passieren könne. Denn sie sind oft familiär vorgeprägt, interessieren sich für die Fahrzeugtechnik, sind fit in der Handhabung von immer wichtiger werdenden modernen Arbeitsmitteln wie Computern, Smartphones, Navis und Co. und wachsen - im wahrsten Sinn des Wortes - in den Beruf hinein. Im Gegensatz dazu tun sich viele Umschüler schlicht schwer, einen solchen Zugang zu dem Job auf die Schnelle zu finden und werfen bald das Handtuch.

Die Ausbilder sind gefragt, positive Erfahrungen zu vermitteln

Dass die Attraktivitätssteigerung des Berufsbildes vornehmlich über das Gehalt abläuft, ist eine Sache. Gute Erfahrungen zu generieren, und Spaß an der Arbeit zu vermitteln, eine weitere. Den hatten zum Beispiel 18 Berufskraftfahrer-Azubis der Berufsschule Roth bei einem Klassenausflug zu MAN nach München. Bei der Werksführung erlebten sie hautnah, wie die Zugmaschinen entstehen und wurden außerdem mit vielen interessanten Zahlen, Daten und Fakten zum Unternehmen und dessen Geschäftsfeldern und zu seiner Historie gefüttert. Ein Tag ihrer Ausbildung, der den Jungs sicher positiv in Erinnerung bleiben wird und hoffentlich mit dazu beitragen kann, dass die Berufskraftfahrer in spe weiterhin an ihrem Traumberuf festhalten.

FERNFAHRER begleitet die Azubis – der ganze Bericht in der aktuellen Ausgabe 09/2012!

Autor

Foto

sam, MAN

Datum

2. August 2012
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