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Kooperation soll helfen: Bei Transcoop 09 stehen die Zeichen auf Expansion

Zusammenschluss: Bei Transcoop 09 stehen die Zeichen auf Expansion. Die Kooperation will die Mitgliederzahl von 68 auf 85 steigern.

Die Idee einer Kooperation an sich ist nichts Neues. »Doch bei meinen zahlreichen Gesprächen mit Firmenchefs mittelständischer Speditions- und Logistikunternehmen hat sich gezeigt, dass der Wunsch nach einem Zusammenschluss mit gleichgesinnten Partnern vorhanden war«, erzählt Karl-Gerd Jux.  Der Unternehmensberater aus Hückelhoven ist bereits seit den 60er-Jahren in der Branche unterwegs und sammelt Erfahrungen im In- und Ausland. »Zwei Dinge kann ich daher mit Bestimmtheit sagen: Kleine Unternehmen verschließen oft die Augen vor der Realität. Doch wer seine Scheuklappen nicht abnimmt, den wird es über kurz oder lang nicht mehr geben«, erklärt er. Die Idee, als Einzelkämpfer bestehen zu können, sei eine typisch deutsche Mentalität. Das beweise wiederum auch der Blick in die Nachbarländer. Dort sei die Logistik vollkommen anders aufgestellt.
»Das macht es natürlich unmöglich, nationale Konzepte zu übertragen.« Eine internationale Ausrichtung der Kooperation – und ebenso der daran beteiligten Unternehmen – sei aber unabdingbar für den Erfolg. Die Alternative: eine weitere Marktbereinigung, also ein weiteres Firmensterben. Um eben nicht Teil dieser Insolvenzschwemme zu werden, fanden sich am 1. Juli 2009 zunächst 14 Firmen zusammen. Gut ein weiteres halbes Jahr später, im Frühjahr 2010, hat sich der Teil- und Komplettladungsverbund zu einer internationalen Erfolgsgeschichte von 68 inhabergeführten Unternehmen in zehn europäischen Ländern entwickelt.

Transcoop 09 verweist auf ein flächendeckendes Netzwerk innerhalb Deutschlands. Hinzu kommen Mitglieder aus Dänemark, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz sowie der Türkei. Darüber hinaus gehören auch Logistikunternehmen in Bulgarien, Ungarn, Tschechien, Polen und Luxemburg zu der Kooperation. Ein wesentlicher Aspekt des Verbunds sei dabei die optimierte Vernetzung der Disponenten miteinander, erklärt der Unternehmensberater. Darüber hinaus spiele natürlich die Verlässlichkeit der Mitglieder eine zentrale Rolle innerhalb von Transcoop. »Man kennt sich untereinander. Ein Vorteil, der letztlich auch dem Kunden zugutekommt«, sagt Jux. Durch die Allianz kommen die Transcoop-Mitglieder auch in den Genuss von anderen Vorteilen. 

So etwa im Bereich Einkauf: Ob Reifen, Kraftstoff oder Versicherungen – der Einkauf gestaltet sich im Verbund deutlich günstiger. »Wer sich an der Kooperation beteiligen möchte, muss sein Unternehmen den Mitgliedern auf einer der Mitgliedertreffen vorstellen«, sagt Jux. Diese finden in einem  etwa sechswöchigen Turnus meist im Raum Kassel statt. Dort stimmen dann die Mitglieder über eine Aufnahme des Bewerbers ab. Nach festgelegten Kriterien wird geprüft, ob der Bewerber zur Kooperation passt. Denn der Erfolg eines Unternehmens hängt nicht zuletzt von der Qualität seiner Geschäftskontakte ab. Aus diesem Grund arbeitet die neue Mittelstandskooperation mit der Frachtenbörse Timocom. Seit Juli 2009 steht den Transcoop-Mitgliedern eine Geschlossene Benutzer-Gruppe (GBG) in der Frachtenbörse Timocom Truck and Cargo zur Verfügung. Dort können sie ihre überschüssigen Transportkapazitäten untereinander austauschen. Zugang haben lediglich die Verbandsmitglieder, die sich dort treffen und ihre Angebote untereinander anbieten. Dabei bleibt die gewohnte Programmnavigation erhalten, zu Beginn erscheint lediglich ein zusätzliches Fenster. Darin kann man angeben, wie lange ein Angebot in der GBG bleibt. Hat sich zum Ablauf der Frist intern kein Auftraggeber gefunden, wandert das Angebot automatisch in die offene Börse.  »Wichtig ist, dass alles freiwillig geschieht. Es gibt keine Verpflichtungen wie sie etwa im Stückgutbereich üblich sind«, erklärt Jux. Und darin sieht er letztlich auch den Erfolg von Transcoop 09 begründet.

Die Kooperation
Mit den mehr als 90 Niederlassungen in Europa kommt Transcoop 09 auf rund 4.800 ziehende Einheiten, etwa 650.000 Quadratmeter Lager- und Umschlagflächen und 100.000 Quadratmeter Gefahrgutlager. Der Verbund kommt auf mehr als 6.500 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von rund einer Milliarde Euro. In Deutschland zählt die Allianz bislang 68 Mitglieder und strebt eine Teilnehmerzahl von 85 an. Vor allem im Saarland, dem Großraum Berlin sowie in Bayern sucht die Kooperation noch nach weiteren zum Verbund passenden Partnern. Die Unternehmer müssen dabei die folgenden Kriterien erfüllen: Sie müssen mittelständische Strukturen haben, vom Inhaber geführt sein, über einen eigenen Fuhrpark verfügen und des Weiteren natürlich auch die Bereitschaft mitbringen, sich tatkräftig an dem Verbund zu beteiligen.

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21. März 2011
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