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Baumarktlogistik: Transportservice für Heimwerker

Nur Güter von einem Ort zum anderen fahren ist wenig rentabel. Janz Logistics bietet daher verschiedene Services an – und beliefert beispielsweise Heimwerker mit ihren Einkäufen.

Gerade beim Einkauf im Baumarkt steht man oft vor einem Problem: Der Kofferraum ist zu klein. Nicht selten muss daher ein Lieferservice die Ware nach Hause bringen. »Als ich per Zufall das Gespräch eines verärgerten Kunden mit dem Marktleiter eines Baumarkts mitbekam, war eine neue Geschäftsidee geboren: das Lastentaxi«, sagt Florian Janz, Geschäftsführer von Janz Logistics in Dornstadt bei Ulm.
Dabei galt es, nicht nur eine Ware von A nach B zu transportieren – sondern immer auch einen entsprechenden Mehrwert. »Als Frachtführer ist heute sehr schwer Geld verdient«, sagt der 35-Jährige, der gemeinsam mit seinem Vater Wolfgang Janz den mittelständischen Familienbetrieb leitet. Die Idee dahinter: Der Spediteur ist immer auch das Aushängeschild des Unternehmens, das ihn beauftragt. »Das gilt für den Kunden des Baumarkts ebenso wie für einen Industriebetrieb, der für eine Million Euro eine Maschine für die Fertigung erworben hat«, so Janz. »Janz großer Heimbringvorteil« lautet das Angebot des Logistikdienstleisters mittlerweile. Dabei beschränkt man sich bei Janz nicht nur auf die Abmessungen von Standardpaletten. Auch die Zustellung von Langgut ist kein Problem.
Rund 30 Baumärkte haben sich bereits für die Dornstädter entschieden. Sechs Filialisten aus dem Stuttgarter Raum unternehmen derzeit einen Probelauf.

Ein Geschäftszweig, der sich nach Ansicht des Geschäftsführers auch weiterhin stark entwickeln wird. Dabei ist Janz Logistics nicht der »Billigheimer«, wie der gelernte Speditionskaufmann und Verkehrsfachwirt betont. »Natürlich sind auch wir gewissen Zwängen unterworfen. Aber unsere teils langjährigen Kunden zahlen lieber ein paar Euro mehr in dem Wissen, dass die Qualität stimmt«, sagt Janz. Auch ein Grund, warum sogar die Baumärkte bei Janz von den sonst üblichen drei Prozent Frachtkosten, bezogen auf den gelieferten Warenwert, abgerückt seien. Doch nicht nur Heimwerker zählen zu den Anlaufstationen des Logistikdienstleisters. Selbstverständlich nutze man auch die Vorteile des nahe gelegenen Container-Terminals in Ulm. »Wir haben den Süden im Griff«, lautet der Slogan der umtriebigen Schwaben. Logistic Center Süd nennt sich das Ganze und ist mehr als nur eine geografische Ortsbestimmung. Wobei die Lage zwischen Stuttgart und München und die Verkehrsanbindung an die A 7, A 8 sowie die B 10 auch diesen Schluss zulässt. 

»Tatsächlich etablieren wir aber eine Marke, die das gesamte Spektrum einer industriellen Wertschöpfungskette beinhaltet.« Sie reiche von der Beschaffungslogistik im süddeutschen Raum über das Containerbe- und -entladen und das Lagern von Gütern bis hin zur Distributionslogistik. »Doch wir haben nicht nur Standard-Mehrwert-Services wie Kommissionierung und Konfektionierung im Programm«, sagt der Junior-Chef.
Besonders wichtig ist ihm auch der Servicegedanke: »Daher gibt es bei uns im gesamten Unternehmen keinen Anrufbeantworter.« Schließlich sei für den Kunden nichts ernüchternder als die Ansage, außerhalb der üblichen Geschäftszeiten anzurufen. »Auch wenn der Kunde auf Band spricht, kann er nie sicher sein, dass er aufgrund des Alltagstrubels auch tatsächlich zurückgerufen wird«, meint Janz. Daher würde die Zentrale bei Geschäftsschluss auf ein Mobiltelefon umgeleitet. So habe der Anrufer immer einen Ansprechpartner, der ihm entweder direkt weiterhelfen kann oder aber zumindest alles erforderliche in die Wege leitet. Ob im Baumarkt oder in Geschäftsbeziehung zu industriellen Verladern – Zuhören lohne sich immer. Die daraus entwickelten individuellen Lösungen sehen Florian und Wolfgang Janz als Erfolgsgarant: »Denn wie gesagt: Ware von A nach B kann jeder transportieren. Marktentscheidend ist jedoch der Mehrwert für die Kunden.«

Das Unternehmen
Schon viele Jahre in der Speditionswelt zu Hause, legte Wolfgang Janz 1997 den Grundstein zum eigenen Betrieb. Als Einzelunternehmer firmierte er zunächst unter Wolfgang Janz Internationale Transporte, ab 2000 dann unter Janz Internationale Spedition. Im selben Jahr trat auch sein Sohn Florian, ebenfalls als geschäftsführender Gesellschafter, in das Unternehmen ein. Seit zwei Jahren ist der Dienstleister unter dem Namen Janz Logistics unterwegs. Zu den Angeboten rund um Spedition und Logistik gehört auch die Entwicklung einer Software mit dem Namen Fumo für das Fuhrpark-Monitoring. Dafür zeichnet sich das Tochterunternehmen Iogmo verantwortlich. Heute verfügt das Unternehmen über 30 Lkw und kann auf eine Lagerkapazität von rund 25.000 Quadratmetern zurückgreifen. Im Vorjahr bewegte der Logistiker 40.000 Komplett- beziehungsweise Teilladungen und erwirtschaftete mit seinen 50 Mitarbeitern einen Umsatz von 6,2 Millionen Euro. Dabei handelt es sich allerdings lediglich um einen Teilbereich der Janz-Gruppe. Mit der Logistik Akademie Janz haben die Schwaben ein eigenes Schulungszentrum am Start. Vier Festangestellte sowie rund 20 externe Referenten sorgen für Durchblick in der Speditions- und Logistikwelt. Und das natürlich nicht nur bei den eigenen Mitarbeitern, die zwei Mal pro Jahr auf den neuesten Stand gebracht werden. Zudem fließen die Erkenntnisse der Akademie in die oben genannte Fuhrpark-Monitoring-Software ein.

Portraits

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Datum

14. März 2011
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