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BASt-Abschlussbericht: Lang-Lkw ab 2017 im Regelbetrieb

Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat ihren Abschlussbericht zum Feldversuch Lang-Lkw vorgelegt. Aufgrund der positiven Ergebnisse dürfen Lang-Lkw ab 1. Januar 2017 im unbefristeten Regelbetrieb fahren.

Der Feldversuch Lang-Lkw geht am 31. Dezember 2016 zu Ende. Daher hat die Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast) nun ihren Abschlussbericht veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die bis zu 25,25 Meter langen Fahrzeuge ab dem 1. Januar 2017 im dauerhaften Regelbetrieb fahren dürfen.

Davon ausgenommen sind Lang-Lkw der Typen 1 und 2. Verlängerte Sattelauflieger (Typ 1), also Sattelkraftfahrzeuge bis zu einer Gesamtlänge von 17,80 Metern, dürfen für weitere sieben Jahre auf die Straße. Für Lang-Lkw des Typ 2, also Sattelkraftfahrzeuge mit Zentralachsenanhänger bis zu einer Gesamtlänge von 25,25 Metern, ist der Einsatz auf ein weiteres Jahr befristet.

Effizienzgewinne und Kraftstoffersparnisse zwischen 15 und 25 Prozent

Aus dem Bericht gehen viele positive Ergebnisse hervor. Zwei Fahrten von Lang-Lkw der Typen 2 bis 4 würden durchschnittlich etwa drei Fahrten mit konventionellen Lastwagen ersetzen. Eine Fahrt des verlängerten Sattelkraftfahrzeugs ersetzt demnach 1,07 Fahrten mit Standard-Sattelaufliegern. Daraus ergeben sich laut Studie Effizienzgewinne und Kraftstoffersparnisse zwischen 15 und 25 Prozent.

Gängige Vorurteile widerlegt die Bast mit ihren Ergebnissen. So fand während des Feldversuchs keine Verlagerung von Bahn oder Binnenschiff auf die Straße statt. Auch künftig sei damit nicht zu rechnen. Außerdem konnten weder fahrzeugtechnische Probleme beobachtet werden noch eine schnellere Beschädigung der Straßen. Daher zeichne sich kein erhöhter Erhaltungsaufwand für Fahrbahnen ab.

Das liegt vermutlich daran, dass Lang-Lkw nicht schwerer sein dürfen als herkömmliche Lastwagen. Die Fahrzeuge dürfen maximal 40 Tonnen wiegen. Werden sie im Kombinierten Verkehr eingesetzt, beträgt das zulässige Gesamtgewicht 44 Tonnen.

Probleme beim Parken

Probleme ergeben sich laut Bast bei der Parksituation. Die 25,25 Meter langen Fahrzeuge passen nicht in kürzere Nothaltebuchten in Tunnel. In die schrägen Parkplätze auf Rastanlagen passen nur Lang-Lkw vom Typ 1, alle anderen Typen seien zu lang. Auch das Einfahren in die Parkstände funktioniere nicht reibungslos. Die Freigabe der Parkstände für Großraum- und Schwertransporte könnte Abhilfe bei diesen Problemen schaffen.

Generell steige die Attraktivität von Lang-Lkw mit der Dichte des Positivnetzes. Derzeit umfasst es eine Länge von knapp 11.600 Kilometern in 13 Bundesländern. 60 Unternehmen mit 161 Lang-Lkw nehmen derzeit am Feldversuch teil. 60 Prozent der eingesetzten Lang-Lkw sind vom Typ 3, bestehen also aus einem Motorwagen mit Untersetzachse und Sattelanhänger. Der Feldversuch startete am 1. Januar 2012. Alle beteiligten Unternehmen verpflichteten sich zu der wissenschaftlichen Begleitstudie.

Franziska Niess

Autor

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Jacek Bilski

Datum

15. Dezember 2016
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