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Autonomes Fahren mit Lidar-Technologie: ZF beteiligt sich am Sensor-Spezialist Ibeo

ZF beteiligt sich mit 40 Prozent am Hamburger Anbieter für Sensoren und Systeme für das Autonome Fahren, Ibeo Automotive Systems GmbH.

Neben der Sensorfusion hat sich das Unternehmen auf die Entwicklung der Lidar-Technologie und Software zur Umgebungserkennung spezialisiert.

Lidar-Sensoren ergänzen bisher beim autonomen Fahren genutzte Radar- und Video-Systeme. Ibeo kombiniert diese drei Technologien zur Umgebungs- und Hindernisserkennung. Lidar (Light Detction and Ranging) basiert auf einem Verfahren, bei dem über die Laufzeit des ausgesendeten Lichtimpulses eines Lasers Entfernungen berechnet werden können. Dabei detektiert das System das aus der Atmosphäre zurückgestreute Licht.

Technologie zur Umfeld- und Objekterkennung

Das Verfahren geht eigentlich auf die Umwelttechnologie zurück. So lässt sich mit Hilfe von Lidar-Laserpulsen eine Reihe atmosphärischer Parameter messen, beispielsweise Druck, Temperatur, Feuchte, Wasserdampfkonzentration sowie verschiedene Spurengase wie Ozon, Stickoxide, Schwefeldioxid oder Methan. Auch bei der Geschwindigkeitsmessung auf der Straße von Behörden ersetzen solche Systeme häufig Radar-Messgeräte. In Anwendungen zum autonomen Fahren kommt die Technologie zur Hinderniserkennung zum Einsatz. "Mit Lidar haben wir Zugriff auf eine entscheidende Technologie der Umfeld- und Objekterkennung" kommentiert ZF-Vorstandsvorsitzender Dr. Stefan Sommer den Einstieg bei Ibeo.

Dreidimensionale Abbildung der Umgebung

Zusammen mit dem Hamburger Unternehmen will ZF die Technologie für die Anwendung in Fahrzeugen weiter vorantreiben. Die von den beiden Partnern ins Auge gefasste nächste Lidar-Generation soll die Umgebung dreidimensional abbilden können. Zudem gehen ZF und Ibeo davon aus, dass sie ohne die derzeit noch notwendigen, rotierenden Spiegel auskommt, die Bauraum beanspruchen, das Gewicht erhöhen und teuer sind. Möglich machen soll es die sogenannte Solid-State-Technologie, mit der die entsprechenden Lidar-Systeme wesentlich kompakter herzustellen seien und sich besser ins Fahrzeug integrieren ließen.

Künftige Fahrzeuge mit neuen Sinnen und mehr Intelligenz

Künftig seien Fahrzeuge mit neuen Sinnen und mehr Intelligenz ausgestattet. Auf dem Weg dorthin werde man die verbleibenden weißen Flecken im Technologieportfolio nach und nach abdecken, erklärt ZF-Chef Dr. Stefan Sommer. Mit Lidar-Technologie und Sensorfusionen stärke man gewissermaßen Auge und Gehirn künftiger Fahrzeuggenerationen. Die Ibeo Automotive Systems GmbH will sich mittelfristig von derzeit rund 50 Mitarbeitern auf etwa 250 Mitarbeiter vergrößern und ein Autonomous Driving Competence Center (AD-CC) aufbauen. Ziel des Zentrums sei die Serienentwicklung und Vermarktung von Anwendungen zum automatisierten und autonomen Fahren.

Andreas Wolf lastauto omnibus

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ZF

Datum

2. August 2016
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