Per Mobiltelefon lassen sich Paketkästen einfach öffnen. Zoom

Automatische Annahme: Offene Zugangslösung für Paketkästen

Das junge Unternehmen Paket In hat eine offene Paketannahme- und Retouren-Lösung entwickelt.

Der Paketempfänger Jörg Hänel will seine Pakete genau wie Briefe an der Haustür empfangen, auch wenn er nicht zu Hause ist. Als die Deutsche Post DHL 2014 den Paketkasten auf den Markt brachte, kaufte er sich sofort einen in XXL. "Ich dachte, jetzt werden alle meine online bestellten Waren dort eingelegt", erzählt der Unternehmer aus Jena. Schnell stellte er fest, dass lediglich die Zusteller von DHL Lieferungen in den Paketkasten legten und ohnehin nicht alle seine Sendungen hinein passten.

"Ich habe mir vom Metallbauer einen größeren Kasten bauen und vor meiner Tür aufstellen lassen", sagt er. Die Zugangslösungen hat er selbst entwickelt. So lässt sich der Kasten entweder mit dem Mobiltelefon oder mit den Handhelds der Zusteller öffnen. Hänel hat mit Dienstleistern von DPD, Hermes, GLS, UPS sowie dem örtlichen Getränkehändler und weiteren Lieferdiensten Vereinbarungen über das Einlegen geschlossen. Seither kann er alle Pakete an der Haustür empfangen, auch wenn er nicht zu Hause ist – rund um die Uhr.

Schlüssel ist gespeicherte Handy-Nummer

Seit Anfang 2016 bietet er das System unter der Marke "Paket In" an. "Es ist eine anbieterneutrale, offene Paketannahme- und Retouren-Zugangslösung", sagt er. Jeder, der berechtigt ist, also vom Empfänger eine Abstellgenehmigung bekommen hat, kann den Kasten einfach per Telefonanruf öffnen. Der Schlüssel ist die gespeicherte Handy-Nummer des jeweiligen Boten, die nur das zentrale Schlüsselmanagement von Paket In freischalten kann. Bei Anrufen unberechtigter Rufnummern bleibt der Kasten geschlossen.

Paket In verwaltet die Zugangsberechtigungen, protokolliert alle Aktionen, erzeugt Rechnungen und fungiert damit als zentraler Dienstleister. Er initialisiert den Zugang, richtet Berechtigungen ein, aktualisiert, ändert oder löscht sie. Die Lösung ist offen für alle elektrischen Schließsysteme von Paketkästen/-boxen, Türen oder Tore. "Unser Konzept ist außerdem offen für alle Lieferanten, Zusteller und Kastenhersteller", fügt Paket In-Gründer Hänel hinzu. Vorteil für die Boten: Sie werden ihre Sendung garantiert beim ersten Zustellversuch los. Sobald er die Lieferung in der Box abgelegt hat, bekommt der Empfänger eine Information darüber. Genannt wird nur der Lieferdienst, nicht aber die Telefonnummer.

Verschiedene Kasten-Hersteller nutzen Zugangslösung

Noch steht das junge Unternehmen am Anfang. Doch verschiedene Hersteller bauen bereits Kästen in unterschiedlichen Größen und Materialien mit Paket In-Zugangssystem, die bei Privat- und Firmenkunden oder Wohnungsbaugesellschaften zum Einsatz kommen sollen.

Paket In arbeitet im DIN-Arbeitskreis "Nutzeroffene Übergabeeinheit" aktiv an der Normierung einer offenen Lösung mit. Unterdessen haben Parcellock, ein Gemeinschaftsunternehmen der Paketdienste DPD, GLS und Hermes, sowie die Erwin Renz Metallwarenfabrik eine Zusammenarbeit bekannt gegeben. Ziel ist ebenfalls, ein anbieterneutrales Paketkastenanlage-System einzuführen. Im Juli sollen in Hamburg zwei Pilotanlagen aufgestellt und einem Praxistest unterzogen werden. Ab September will Renz die mit dem Parcellock-System ausgestatteten Paketkastenanlagen verkaufen.

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Fotolia, Tanusha

Datum

23. Mai 2016
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