Alles über Schmitz Cargobull - The TrailerCompany
Schmitz Cargobull Team Vreden Zoom

Auflieger im Minutentakt: Vorn in der Trailer-Industrie

Das Wirtschaftsmagazin "Wirtschaftswoche" sowie Vertreter der renommierten Wirtschaftsschulen WHU (Deutschland), Insead (Frankreich), IESE (Spanien), Judge (England) und RSM Erasmus (Niederlande) zeichneten das Schmitz Cargobull Werk in Vreden (westliches Münsterland) unter anderem für die kontinuierliche Optimierung der Taktzeiten aus. Damit liegt das Werk bei dem diesjährigen deutschen Leistungsvergleich für produzierende Betriebe nur knapp hinter BMW auf dem zweiten Platz. Ebenfalls auf dem zweiten Platz ist das Unternehmen TeamTechnik.

Im Vordergrund der wirtschaftswissenschaftlichen Beurteilungen standen neben dem Geschäftsmodell, die Strategieumsetzung, die Wertschöpfungskette, die Produkt- und Prozessentwicklung, die Service- und Kundenintegration sowie die kontinuierliche Verbesserung. Gerade dem Service wird seit Jahren bei Schmitz Cargobull ein extrem hoher Stellenwert beigemessen. Und so gehörte der Dank von Geschäftsbereichsleiter Michael Timmermann besonders den Mitarbeitern im Vredener Werk in dem die temperaturgeführten Kofferauflieger gefertigt werden. Michael Timmermann: "Denn nur durch die starke Integration aller Mitarbeiter in die Fertigungsprozesse und deren kontinuierliche Verbesserungsvorschläge konnte Schmitz Cargobull bei diesem Wettbewerb hervorstechen".

Ampelsystem unterstützt Produktionsplanung

Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2011 fertigten die zirka 1.700 Mitarbeiter am Standort Vreden mehr als 15.000 Fahrzeuge. Ausschlaggebend für die Produktivitätssteigerung von 300 Prozent gegenüber dem Vorjahr war das hochflexible Schmitz Cargobull Produktionssystem (SPS), das eine vorausschauende Planung, variable Taktzeiten und einen effizienten Einsatz der Arbeitskräfte ermöglicht. So können die Mitarbeiter jeder Arbeitsstation auf einer Uhr sehen, wie viel Zeit ihnen noch für die Montage bleibt. Braucht ein Mitarbeiter länger als vorgesehen, kann er per Lichtsignal Unterstützung anfordern. Das System funktioniert wie eine Ampel: Grün signalisiert die fließende Produktion, Rot bedeutet, dass an einer Station die Montage ins Stocken geraten ist. Mit dem System lassen sich Engpässe und freie Kapazitäten schnell aufdecken und der Gesamtprozess beschleunigen. Zusätzliche Videoanalysen der Produktionsabläufe decken zudem überflüssige Wege oder Handgriffe auf. Aus den Ergebnissen entwickelten die Mitarbeiter selbst Ansätze zur Verbesserung der Prozesskette. "Unsere Mitarbeiter sind so viel motivierter, ihre Arbeit selbst zu organisieren und die Taktzeiten mitzubestimmen", sagt Timmermann.

Die Kreativität und Selbstorganisation jedes einzelnen Mitarbeiters ist das oberste Ziel von Michael Timmermann und steigert laut seiner Erfahrung die Leistung nachhaltig. Zur Messlatte für den Produktivitätsfortschritt hat er die Verkürzung der Taktzeit gemacht. Laut WHU-Juror Prof. Dr. Arnd Huchzermeier geschieht dies bei Schmitz Cargobull in einem "beeindruckenden System". Die Erkenntnisse aus diesem System haben die rund 900 Mitarbeiter und 850 Leiharbeitnehmer in insgesamt 350 Workshops im letzten Jahr analysiert und Modelle entwickelt, welche die Produktion kostengünstiger machen und zugleich zu einer Steigerung der Qualität führen. Das Ergebnis: Im Jahr 2000 durchliefen die Bauteile für einen Kühlauflieger noch in durchschnittlich 120 Minuten die einzelnen Montagestationen. Heute sind es nur noch 13 Minuten. Das bedeutet, dass der Auflieger ab Auftragseingang bereits nach sieben Tagen das Werk verlässt. Früher waren es sechs Wochen.

Die Juroren beurteilten die Leistungen der Bewerber sowohl in der Theorie als auch in der Praxis. Nach der Einreichung der schriftlichen Bewerbungsunterlagen, in denen das Unternehmen mit insgesamt 100 Fragen Aussagen zu dessen Leistungsfähigkeit gab, besuchten die Juroren im letzten Schritt je einen Tag lang die acht bis zehn Fabriken, die nach Auswertung der Bewerbungsbögen vorne lagen. Dieser Praxis-Check gab dann den Ausschlag für die Platzierung. Der europäische Gesamtsieger der Auszeichnung "Die Beste Fabrik" wird Ende Oktober gekürt.

Zweifach ausgezeichnet

Die Auszeichnung im Rahmen des Wettbewerbs "Die Beste Fabrik" ist nicht der erste Award für das Vredener Werk. 2010 gewann der Geschäftsbereich den „Automotive Lean Production Award“ der Fachzeitschrift "Automobilproduktion" in der Kategorie "Internationaler Mittelstand" für eine schlanke Produktion, den hohen Grad an Mitarbeiterintegration und die umfassende Ausbildung von Lehrlingen. Mit einer Jahresproduktion von mehr als 45.000 Fahrzeugen ist die Schmitz Cargobull AG Europas führender Hersteller von Sattelaufliegern und Anhängern. Nicht zuletzt der hohe Marktanteil der Kofferauflieger in Deutschland und Europa, sondern auch diese Auszeichnungen international anerkannter Fachjuroren zur Qualitätssteigerung, bestätigen die nachhaltige Strategie des Marktführers.

Foto

Schmitz Cargobull

Datum

8. Juni 2012
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