Assistenzsysteme: Lkw um bis zu ein Drittel sicherer

Markt#252;bersicht Assistenzsysteme 2011

Deutschlands Straßen können noch sicherer werden. Ein Beitrag, um Unfälle zu verhindern, ist der Einsatz von Assistenzsystemen in Nutzfahrzeugen. Lkw und Busse, die über Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP), Abstandsregeltempomat (Adaptive Cruise Control, ACC) und Spurassistent (Lane Departure Warner, LDW) verfügen, sind deutlich seltener in Unfälle verwickelt als vergleichbare Fahrzeuge ohne diese Systeme.

Je nachdem, welche Kennzahl man zugrunde legt, sind die mit ESP, ACC und LDW ausgestatteten Fahrzeuge um 26 bis 34 Prozent sicherer. Das ist eines der Ergebnisse eines über vier Jahre laufenden Feldversuchs mit Assistenzsystemen in Lkw und Bussen, den die Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft (BG Verkehr), der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) und die Kravag-Versicherung ins Leben gerufen hatte. Mehr als 370 Unternehmen mit anfangs knapp 2.000 Nutzfahrzeugen – überwiegend Lkw aus dem Bereich Fernverkehr – hatten sich an dem Projekt beteiligt. Der Startschuss für die Studie mit der Überschrift "Fahrerassistenzsysteme – Sicher, für dich, für mich" – war im Mai 2008 im Beisein des damaligen EU-Industriekommissars Günter Verheugen in Berlin gefallen.
"Assistenzsysteme haben eine präventive Wirkung und reduzieren das Risiko, an einem Unfall beteiligt zu sein, signifikant", sagte Prof. Dr. Heinz Hautzinger, ehemals Leiter des Instituts für angewandte Verkehrs- und Touristikforschung (IVT) an der Hochschule Heilbronn, bei der Präsentation der Studienergebnisse in Hamburg. Das IVT hat zusammen mit dem Institut für Nachhaltigkeit in Verkehr und Logistik (INVL), das ebenfalls an der Hochschule Heilbronn angesiedelt ist, die wissenschaftliche Begleitung der Studie übernommen.

34 Prozent mehr Sicherheit auf Strecke

Dass die auf Sicherheit getrimmten Lkw um 34 Prozent sicherer sind als konventionelle Lkw, ist das Ergebnis der streckenbezogenen Betrachtung. Zwar waren die betrachteten 715 Lkw mit Fahrerassistenzsystemen (FAS) an Bord an 106 Unfälle beteiligt, während ihre 535 Vergleichsfahrzeuge nur in 104 Crashs verwickelt waren. Doch spulten die FAS-Lkw 205,2 Millionen Kilometer ab, während es die Vergleichs-Lkw gerade mal auf 132,6 Millionen Kilometer brachten. Bezogen auf diese Laufleistung sind die FAS-Fahrzeuge die deutlich sichereren, die zwei zusätzlichen Unfälle fallen also nicht ins Gewicht.

Unfallgefahr der Sicherheits-Lkw liegt um 31 Prozent unter den Vergleichsfahrzeugen

Schaut man nicht auf die zurückgelegte Strecke, sondern auf den Faktor Zeit, schneiden die Sicherheitsfahrzeuge ebenfalls deutlich besser ab. Das relative Risiko, wie es Wissenschaftler Hautzinger nennt, liegt bei 0,69. Soll heißen: Die Unfallgefahr der FAS-Lkw liegt um 31 Prozent unter denen der Vergleichsfahrzeuge. Bleibt die absolute Betrachtung des Lkw pro Unfallgeschehen: Auch hier sind die FAS-Lkw die Gewinner. Sie schneiden um 27 Prozent besser ab als ihre Vergleichsfahrzeuge.

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Matthias Rathmann

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