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Assistenzsysteme: Fahrzeug denkt mit

Zahlreiche elektronische Helfer unterstützen in modernen Nutzfahrzeugen den Fahrer. Sie funktionieren heute so gut, dass selbst gute Chauffeure noch sparsamer unterwegs sind.

Schulungen in wirtschaftlicher Fahrweise sind immer noch das beste Mittel, um Diesel und damit CO2-Emissionen einzusparen. Nirgendwo sonst stehen finanzieller Aufwand und Ertrag in einem so günstigen Verhältnis. Wenn aus einem Fahranfänger oder einem durchschnittlich begabten Fahrer möglichst schnell ein Profi werden soll, dann können Assistenzsysteme und verschiedene elektronische Funktionen helfen.

Vorausschauender Tempomat in aller Munde

In aller Munde ist derzeit der vorausschauend agierende Tempomat – die aktuell am höchsten entwickelte Evolutionsstufe des Tempomaten. Der hält nicht stur die Geschwindigkeit, sondern reagiert dank Kartenmaterial und GPS-Ortung gekonnt auf Veränderungen der Topografie und setzt intelligent Schaltpunkte. Er nutzt jede Gelegenheit, Energie kostenlos zu holen, etwa wenn es in Täler geht, und zieht nicht unter allen Bedingungen auf das vorgewählte Tempo.

Die Systeme firmieren unter  verschiedenen Markenbezeichnungen und funktionieren im Detail unterschiedlich. Unbestritten ist aber in allen Fällen die Effizienz. lastauto omnibus ermittelte für das Mercedes-System satte vier Prozent Verbrauchsvorteil gegenüber einem Profi am Steuer. Da rechnet sich der fällige Aufpreis schnell.

Eine ebenfalls noch recht neue Getriebefunktion ist der Freilaufmodus. „Bergabsegeln“, möglichst ohne Antriebsstrangwiderstände, spart Sprit. Überhaupt ist die Getriebesoftware eine wichtige Stellschraube. Sie macht neben Funktionen wie Eco-Roll immer kürzere Zugkraftunterbrechungen möglich, wechselt geschickt die Gänge, sodass die Motordrehzahl sich möglichst im verbrauchsgünstigen Bereich bewegt.

Eco-Coaching ist Serienstandard

Zum Serienstandard gehören heute in vielen neuen Lkw-Modellen elektronische Module zum Eco-Coaching. Der Fahrer erhält hier während der ganzen Fahrzeit Aufschluss über die Wirtschaftlichkeit seiner Fahrweise. Das spart zwar nicht unmittelbar Sprit, spornt aber viele Mitarbeiter an, sich von Tag zu Tag ein wenig zu verbessern.

Das Ganze rundet eine Flottentelematik ab, die sich in unterschiedlichem Funktionsumfang und dementsprechend für unterschiedlich hohe Summen ordern lässt. Je nach Fahrzeugmarke sind solche Systeme bereits in Serie an Bord, müssen aber kostenpflichtig dauerhaft freigeschaltet werden.

Jedenfalls behalten Flottenbetreiber damit unter anderem die Kennzahlen von Fahrzeug und Fahrer im Blick und können so gezielt schulen oder die technische Ausrüstung bei Bedarf verbessern. Daimler bewirbt die eigene Telematik Fleet­board mit mindestens fünf Prozent Verbrauchseinsparung.

Reifendrucküberwachung hilft beim Spritsparen

Empfehlenswert fürs Spritsparen ist auch eine Reifendrucküberwachung, die in der Regel ebenfalls mit einem Aufpreis verbunden ist. Sie verhindert nicht nur einen Mehrverbrauch – 0,2 bar Minderdruck führen zu einem um etwa ein Prozent erhöhten Verbrauch –, sondern beugt auch Reifenplatzern durch fehlerhaften Luftdruck und vorzeitigen Verschleiß vor. Auch hier dürfte in vielen Fällen ein Return-on-Invest zu erzielen sein.

Lange dauerte der Einzug von Sicherheitssystemen wie dem selbsttätig bremsenden Tempomaten. Der wird vor allem mit aktiver Sicherheit in Verbindung gebracht. Das ist zu kurz gedacht – so lautet zumindest das Ergebnis eines Feldversuchs unter Beteiligung von MAN. Die Münchner haben neben dem Zugewinn an Sicherheit auch Vorteile beim Verbrauch von ein bis zwei Prozent durch eine ausgewogenere Fahrweise nachgewiesen

Vier km/h weniger bringen fünf Prozent Spritersparnis

Und wer sich per Tempomat freiwillig auf 85 km/h statt 89 km/h begrenzt, spart schon auf flacher Strecke weitere rund fünf Prozent Sprit. Ungleichförmige Fahrweise kann andererseits schnell zehn Prozent Mehrverbrauch bewirken.

Kann die Elektronik Schulungen also ersetzen? Elektronische Systeme nutzen sich schließlich nicht ab, Wissen aus Schulungen gerät dagegen in Vergessenheit. Lkw entspannt auf eine rote Ampel zurollen lassen können die Systeme aber nicht. Die eingangs aufgestellte Behauptung bleibt also richtig – mit einem Zusatz: Fahrerschulung und elektronische Helfer im Verbund ergeben gleich doppelt Sinn.

Thomas Rosenberger lastauto omnibus Chefredakteur

Autor

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DAF

Datum

14. August 2013
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