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Arctic Van Test – Tag eins: Leere Straßen, hohe Strafen

Während andernorts die Menschen am Sonntag ausschlafen, laufen im finnischen Mäntsälä die Motoren in aller Herrgottsfrüh warm – für die ersten Disziplinen des Arctic Van Tests.

Es ist still in Mäntsälä. Die kleine Stadt rund 60 Kilometer nördlich von Helsinki schläft noch. Am Stadtrand, in einem kleinen Industriegebiet, liegen zahlreiche Hallen in der Ruhe des winterlichen Sonntagmorgens. Nur an einer herrscht geschäftiges Treiben. »Rahtarit« ist in roten Buchstaben auf der Hauswand zu lesen. Die Halle gehört einem finnischen Klub für Fernfahrer. Von den Klubmitgliedern ist an diesem Morgen aber niemand zu sehen. Denn das Gebäude ist für mehrere Tage in den Händen der Mannschaft des Arctic Van Tests. Und die macht sich gerade an ihren Testfahrzeugen zu schaffen.

Sieben Transporter stellen sich dem Test

Auf dem Hof stehen sieben Transporter aus zwei Nutzlastklassen, die zum Vergleichstest – dem Arctic Van Test – antreten. Bereits seit mehr als 25 Jahren müssen Nutzfahrzeuge einer Jury von Fachjournalisten aus verschiedenen europäischen Ländern in der skandinavischen Kälte beweisen, was sie können. In diesem Jahr heißen die Testkandidaten Ford Transit Custom, Mercedes Vito und VW Transporter in der Transporter-Klasse. Am Wettbewerb in der Lieferwagen-Klasse nehmen Dacia Dokker Express, Mercedes Citan, Nissan NV200 und Renault Kangoo Rapid teil. Um den Sieg im Arctic Van Test davon zu tragen, müssen sich die Fahrzeuge bei eisigen Temperaturen in zahlreichen Einzelwettkämpfen gegen die Konkurrenz durchsetzen.

Erste Anhaltspunkte gibt es schon an diesem Sonntag. Die Wertungskategorien Beschleunigung und Geräuschpegelmessung im Fahrzeug stehen auf dem Programm. Die Herausforderung für die Profitester ist, dass die Messungen nicht auf einem abgesperrten Gelände – also in steriler Umgebung stattfinden – sondern unter echten Verkehrsbedingungen auf einer Landstraße. Authentizität ist beim Arctic Van Test das Gebot der Stunde. Beliebig schnell fahren ist auf öffentlichen Straßen aber nicht möglich. Das müssen die Tester auch nicht, aber sie wagen sich nahe an die Grenze des Erlaubten. Und das kann in Finnland richtig teuer werden. Denn der finnische Staat berechnet Bußgelder immer anhand des Einkommens des zu Bestrafenden. Deshalb gibt es immer wieder auch Bußgelder im fünfstelligen Bereich für Geschwindigkeitsübertretungen. Aber kein Problem für die Profitester, der Testtag verläuft ohne Zwischenfälle und Polizeieinsätze.

Motoren auf Betriebstemperatur

Einen kleinen Bonus gibt es für alle Fahrzeuge am ersten Tag – die Motoren dürfen auf Betriebstemperatur warmlaufen. Das erspart ihnen bei Umgebungstemperaturen weit unter null Grad Celcius einige Qualen, vor allem aber sorgt es für eisfreie Scheiben während der Fahrt. Die Unterschiede zwischen den Fahrzeugen sind in Sachen Beschleunigung weder bei den Transportern noch bei den Lieferwagen groß. Zumal bei letzteren in allen vier Fahrzeugen derselbe Motor aus dem Hause Renault verbaut ist. Bei den Lieferwagen ergeben sich dafür bei den Geräuschmessungen erste Unterschiede. Und auch bei den Transportern, wo inzwischen über alle Marken hinweg ein niedriges Niveau erreicht ist, stellen sich hörbare Unterschiede ein. Wer nach dem ersten Tag insgesamt zumindest die Nasenspitze vorn hat, zeigt die Auswertung der Messdaten am Abend.

Wer die Gewinner des Arctic Van Tests 2013 sind, lesen Sie in lastauto omnibus 5/2013 vom 14. März 2013 sowie in trans aktuell 05/2013.

Selbstverständlich berichten wir auch auf eurotransport.de, welcher Transporter beim Arctic Van Test die Nase vorne hatte.

Sie haben einen Tagestest verpasst? Kein Problem - hier gehts zu den Test-Etappen:

Portrait

Autor

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Markus Braun

Datum

4. Februar 2013
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