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Arctic Van Test - Tag drei: Die Tücke im Detail

Im Stadtverkehr von Helsinki richten die Profitester alle Aufmerksamkeit auf vermeintliche Kleinigkeiten. Die haben indes das Zeug dazu, das Testergebnis deutlich zu beeinflussen. Der dritte Tag des Arctic Van Test nimmt seinen Lauf.

Minus drei Grad sind zu warm, so viel steht fest. Auf dem sonst eher griffigen Eis bildet sich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ein übler Schmierfilm. Und der reduziert die Traktion auf ein Minimum. Die schwierigen Voraussetzungen gelten aber für alle Testkandidaten. Als da wären: Ford Transit Custom, Mercedes Vito und VW Transporter in der Transporter- sowie Dacia Dokker Express, Mercedes Citan, Nissan NV200 und Renault Kangoo Rapid in der Lieferwagen-Klasse.

Im Stadtverkehr von Helsinki haben die Testfahrzeuge sowohl mit dynamischen Kurvenfahrten zu kämpfen, wie auch mit Stop-and-go-Verkehr. So ist es für manche ein Segen, dass Bremsen und Anfahren heute nur untergeordnete Bedeutung haben. Der dritte Testtag steht vielmehr unter dem Aspekt der Praxistauglichkeit.

Fahrzeuge im Praxistest

Schon die erste Aufgabe ist mit manchen Fahrzeugen eine Herausforderung. Im Selbstversuch sollen die Profitester zunächst ein- und aussteigen und zudem vom Fahrersitz auf den Beifahrersitz rutschen. Letzteres ist beispielsweise im Dienste der finnischen Post für Fahrer Gang und Gebe. Während Ein- und Aussteigen bei den großen Fahrzeugen mehr oder weniger gut gelingt, ist es in den meisten Lieferwagen schwierig bis unmöglich den Sitz zu wechseln. Das schlägt sich in der Bewertung nieder. Auf einer Skala von 1 bis 10 ist der Punkt „Durchrutschen nicht möglich“ eine glatte 1 – also die schlechteste Note. Die jeweilige Bewertung notiert jeder der sieben Profitester im Stillen in seinem Bewertungsbogen. Am Ende der eisigen Woche errechnen die Testverantwortlichen aus allen Bewertungen eine Gesamtnote und küren so den Sieger.

Doch zuvor wartet noch einige Arbeit auf die Fahrzeugprofis. Vor Fahrtantritt an diesem Tag müssen alle Einstellungen im Transporter passen. Gut abschneiden können nur die Fahrzeuge, die es dem Fahrer leicht machen sich seinen Arbeitsplatz einzurichten. Fehlt beispielsweise eine Sitzhöhenverstellung, ist es nur schwer möglich in eine vernünftige Sitzposition zu kommen und das gibt Abzüge. Pluspunkte sammeln einige der Testkandidaten mit den Außenspiegeln. Eine gute Rundumsicht bewerten die Profitester wohlwollend. Teilweise fehlt aber ein Panorama-Spiegel oder zumindest ein Panorama-Segment. Das zeigt andere Verkehrsteilnehmer, die sonst im toten Winkel des Transporters fahren.

Auf Alltagstauglichkeit geprüft

Aber der wohl wichtigste Punkt, der vor der Abfahrt zu klären ist: Bietet das Fahrzeug ausreichend Ablageflächen? Die Antwort lautet nicht immer Ja. Im Arbeitsalltag verteilen sich dann die Dokumente gerne im ganzen Fahrzeug, knicken, verschmutzen und gehen verloren. Das muss nicht sein.

Zu guter Letzt fahren die Profitester dann doch noch auf die schmierigen Straßen von Helsinki. Knapp zehn Stunden geht es kreuz und quer durch Finnlands Hauptstadt. Dabei zeigt sich, dass nicht jeder Außenspiegel für Zurücksetzen taugt, nicht jede A-Säule den Blick auf die Kurve frei gibt und nur einige Fahrersitze wirklich bequem sind. Morgen geht geht es mit dem ganzen Tross 700 Kilometer Richtung Norden – rund zwölf Stunden auf Schnee und Eis – nach Pudasjärvi in Lappland. Dort hat es dann sicher auch wesentlich weniger als drei Grad Celcius.

eurotransport.de berichtet täglich vom Arctic Van Test. Alle Testergebnisse und mehr lesen Sie in lastauto omnibus 5/2013 vom 14. März 2013 sowie in trans aktuell 05/2013.

Selbstverständlich berichten wir auch auf eurotransport.de, welcher Transporter beim Arctic Van Test die Nase vorne hatte.

Sie haben einen Tagestest verpasst? Kein Problem - hier gehts zu den Test-Etappen:

Portrait

Autor

Foto

Markus Braun

Datum

6. Februar 2013
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