Gasantrieb, Lkw, IAA, 2012 Zoom

Alternative Kraftstoffe: Gasgetriebene Lkw sind im Kommen

Erdgas, Flüssiggas, Dimethylether, Methanol oder Bio-Methan sind auch im Lkw im Kommen. Sie konkurrieren mit dem klassischen Dieselkraftstoff. Volvo Trucks etwa erprobt Lkw mit Bio-Methanolantrieb, DME-getriebenen Motoren und mit Dieselhybrid-Antrieb. Außerdem sind die neuen gasgetriebenen Lkw eine wirtschaftlich interessante Alternative. 

Mercedes, Renault Trucks und Volvo Trucks experimentieren mit unterschiedlichen Gas-Alternativen. Bei Iveco läuft neben dem bereits auf dem Markt eingeführten Erdgas-Stralis nun auch eine Variante mit flüssiggasgetriebenen Motoren. Auch Standnachbar Scania tritt mit dem Doppelangebot Erdgas oder Flüssiggas an, um den Kunden im schweren Verteilerverkehr eine Alternative zu bieten. Bei Renault Trucks gehört der Gasantrieb bereits zum vollwertigen Lieferumfang im Lieferverkehr oder fürs abfallsammelnde Gewerbe.

Gas ist kein unternehmerisches Abenteuer mehr

Mit einem Erdgas-Tankstellennetz von über tausend Stationen in Deutschland stellt die Option, mit Gas zu fahren, kein unternehmerisches Abenteuer mehr da. Die durchgängig Euro-6-kompatiblen Gasmotoren laufen überdies geräuscharm und erlauben damit auch die nächtliche Lieferzufahrt in Wohngegenden.

Die Skandinavier gehen den Schritt in Richtung Gas noch weiter und erproben Bio-Gasantriebe. Bei Scania umfassen die Optionen für alternativen Kraftstoff Biogas, Erdgas und Ethanol. Volvo experimentiert mit Fahrzeugflotten mit Methangasantrieb und DME(Dimethyl-ether)-Gasantrieb.

Wirkungsgrad muss noch gesteigert werden

Die Aufgabe der Energieforscher und Motorentechniker lautet, den Wirkungsgrad der alternativen Kraftstoffe zu steigern. Am praxistauglichsten hat sich dabei bis dato der methanbetriebene Lkw herausgestellt. Seit 2011 laufen mittelschwere Methan-Volvo bereits im Kundentest auf dem niederländischen, schwedischen und britischen Markt. Der Vorteil von Naturgas gegenüber anderen aufwendig herzustellenden Betriebsstoffen ist seine preisliche Wettbewerbsfähigkeit. Das LNG (Liquefied Natural Gas) soll trotz des Aufwands zur Verflüssigung unter rund fünf bar Druck preisgünstiger als Diesel sein.

Auch bei der Abgas-emission kann der Methan-Lkw punkten. Nur noch rund 30 Prozent des CO2-Ausstoßes eines herkömmlichen Diesels sollen die Methan-Motoren produzieren. Möglich wird dies mit einem Mix aus 75 Prozent verflüssigtem Methangas und 25 Prozent herkömmlichem Diesel, der zum Zünden des Naturgases notwendig ist. Ein weiterer Pluspunkt: Methan ist weltweit reichlich vorhanden. Allein unter dem Meeresgrund werden Vorkommen in noch unübersehbarer Größe vermutet.

Skandinavier setzen auf DME

Ähnlich hoffnungsvoll scheint die Versorgungslage bei Dimethylether, kurz DME, zu sein. Aus Biomasse hergestellt, wie auch die sogenannte Schwarzlauge bei der Papierherstellung und Holzverarbeitung, spielt der Kraftstoff vor allem den naturrohstoffreichen Skandinaviern in die Karten. Beim Bio-DME-Antrieb kommt ebenfalls verflüssigtes Gas zum Einsatz, das im Gegensatz zum Methan nur die Hälfte der Energiedichte einer vergleichbaren Menge Diesel bieten kann.

Das bislang hauptsächlich als Spraydosen-Treibmittel bekannte Gas soll die Schadstoffemissionen im Vergleich zu konventionellem Diesel um 95 Prozent reduzieren und würde sich nach Ansicht der Motorenforscher damit durchaus als Kraftstoff der Zukunft qualifizieren. Der DME-Lastwagen kann im Gegensatz zum Verbrennungstemperaturkritischen Erdgas-Lkw auch in höheren Leistungseinstellungen umgesetzt werden. Allerdings verlangt der Kraftstoff zusätzliche Additive, die die natürliche Schmierleistung des Mineralöldiesels übernehmen.

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ETM Verlag

Datum

24. September 2012
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