Alternative Antriebe von Renault Trucks, Hybridantrieb Diesel Elektrisch Fahrbericht Clean Tech 8 Bilder Zoom

Alternative Antriebe: Für die letzte Meile

Mit einer kompletten Fahrzeugflotte emissionsarmer Lastwagen vom Elektro-Lieferfahrzeug bis zum mittelschweren Hybrid-Verteiler-Lkw startet Renault Trucks in die Umweltoffensive für freie Fahrt in urbanen Umweltzonen.

Bücher, CDs, DVDs, Hi-Fi-Geräte von der Surround-Anlage bis zum Flachbild-TV, Spielzeug, Wein und sogar Lebensmittel - alles lässt sich heute bequem übers World Wide Web bestellen. Rund 22 Tonnen Waren empfängt der typische Stadtmensch jährlich - Tendenz steigend. Vieles davon kommt bequem innerhalb von 24 Stunden oder wenig mehr bis an die Haustür. Dafür sorgen auf der letzten Meile Lieferfahrzeuge vom Transporter bis hin zum Verteiler-Lkw.

Renault Trucks stellt für Liefer- und Verteilverkehr Clean Tech auf die Räder

Dafür, dass die Stadt trotz all dem Transport ein lebenswerter Ort bleibt, sollen unter anderem Umweltzonen sorgen. Zugang zu den heute bereits 180 Umweltzonen europaweit finden oft nur noch besonders abgasreduzierte Fahrzeuge. Ein komplettes Fahrzeugangebot für den breit aufgestellten Liefer- und Verteilerverkehr stellt Renault Trucks unter dem Markenzeichen Clean Tech auf die Räder. Radikalster Umweltschoner der ökologisch korrekten Lieferflotte ist der Maxity Electric, der mit vollelektrischem Antrieb den Umweltvisionen von Politik und Bürgern sicher am nächsten kommt. Der von Konzerntochter Nissan adoptierte Mini-Frontlenker-Lkw surrt mit 47 kW Nennleistung - umgerechnet rund 64 PS - erstaunlich flink durch die Großstadtschluchten. Bei rund 50 km/h schaltet das Getriebe das einzige Mal kupplungslos in eine höhere Fahrstufe - verbaut ist zwar ein Sechsganggetriebe, das aber nur zwei Fahrstufen nutzt. Auf bis zu 90 km/h lässt sich der wendige 4,5-Tonner beschleunigen. Mit seinem Elektromotor-typisch bereits ab Stillstand anstehenden Drehmomentmaximum von 270 Newtonmetern versprüht der Maxity Electric den Fahrspaß eines Autoscooters auf Zustellfahrt.

Maxity Elektric ist 1,87 Meter breit

Der nur 1,87 Meter schlanke Bonsai-Lkw zirkelt dank der kompakten Frontlenker-Bauweise mit engstem Wenderadius durch den innerstädtischen Hindernisparcours, ohne dabei auch für ausgewachsene Mitteleuropäer unkomfortabel zu wirken. Im direkten Vergleich zu seinem markeninternen Transporterpendant, dem kurzhaubigen Master, punktet der Maxity im Citytest also voll und ganz. Vor allem dann, wenn sich die Kostenbilanz bei zart geführtem Gasfuß von schlanken zwei Euro Stromkosten auf 100 Kilometer für maximal zwei Tonnen Nutzlast bewahrheiten sollte. Die in Frankreich gültige Regel, den rund eine halbe Tonne hohen Nutzlastverlust durch die Lithium-Ionen-Akkus im Vergleich zum Diesel-Maxity mit einem höheren Gesamtgewicht auszugleichen, macht den kleinen Stromer zumindest dort zu einer praxisgerechten Alternative.

Seine Reichweite beträgt 100 Kilometer

Etwa 100 Kilometer beträgt seine Reichweite, dann muss der Maxity wieder an die Leine, um in ungefähr sieben Stunden neue Kraft in seine unterflur angebrachten 614-Volt-Batteriepakete zu tanken. Kaufen kann man den Maxity allerdings nicht. Wie bei allen Elektro- und Hybrid-Lkw federt auch Renault Trucks die hohen Kosten für die Batterien über Vermietangebote für das Komplettfahrzeug ab.

Rund 20 Prozent Kraftstoffersparnis mit dem 70-kW-Elektromotor

Das wird auch für den Hybrid-Premium Distribution gelten, der im Praxiseinsatz als Müllsammler, Zustell-Lkw und sogar als Kipper bereits seine Meriten verdient. Rund 20 Prozent Kraftstoffersparnis soll der Renault mit zusätzlichem 70-kW-Elektromotor (95 PS) erreichen, entsprechenden hybridfreundlichen Einsatz im Stop-and-go-Betrieb vorausgesetzt. Kurzfristig lässt sich der Asynchronmotor, der zwischen Motor und dem automatisierten Zwölfganggetriebe residiert, sogar auf stattliche 120 kW (163 PS) und 800 Newtonmeter pushen. Mit diesem Antriebspotenzial beschleunigt auch ein 26 Tonnen schwerer Dreiachser in verkehrsfreundlichem Tempo. Bei Renault geschieht das bis zu 25 km/h sogar vollelektrisch, das heißt ohne zusätzliche Arbeit des 250-kW-Turbodieseltriebwerks (340 PS).

Dieselantrieb springt nach zwei Kilometern automatisch an

Mit sanft getretenem Gas fährt der Premium Distribution Hybrys ruck- und schaltfrei bis zu zwei Kilometer weit, bis die mit 600 Volt Spannung betriebenen Lithium-Ionen-Batterien wieder nach Aufladung verlangen. Dann springt automatisch der Dieselantrieb in die Bresche. Geladene Batterien vorausgesetzt, unterstützt indes der E-Motor den Diesel im Geschwindigkeitsbereich von 20 bis 50 km/h, darüber übernimmt der sieben Liter große Reihensechszylinder die Vortriebsarbeit allein.

Beim nächtlichen Einsatz wird der Premium Hybris punkten

Etwas gewöhnungsbedürftig: Beim Rollen ist die Rekuperation für die Batterieaufladung nicht aktiviert. Zur Umwandlung der Schwungenergie in Ladestrom muss erst der Motorbremsschalter aktiviert oder die Betriebsbremse getreten werden. Viel mehr muss sein Fahrer auch nicht beherzigen. Mit seinen Qualitäten als geräuscharmer City-Schleicher wird der Premium Hybrys vor allem beim nächtlichen Einsatz in der Stadt punkten. Mit den zwei Leistungsangeboten von 228 und 250 kW (310 und 340 PS) sowie einem Fahrgestellangebot von Zwei- und Dreiachsern bis 26 Tonnen Gesamtgewicht hebt sich der Premium Hybrys deutlich vom üblichen Zwölftonner-Angebot der Doppelherz-Lkw ab.

Erdgas statt Diesel für den Premium Distribution CNG

Deutlich bodenständiger ist der dritte Pfeil im Köcher der Clean-Tech-Trucks. Erdgas statt Diesel steht auf dem Kraftstoffmenü für den Premium Distribution CNG, der vor allem im Müllsammelverkehr Freunde finden dürfte. Der Dreiachser wird, bedingt durch die phasenverschobene Gaswegnahme beim fremdgezündeten Cummins-Sechszylinder, nur mit einem Allison-Wandlerautomatgetriebe ausstaffiert, das vor allem beim Sprint von Mülltonne zu Mülltonne punktet. Darüber hinaus kann der Automat nicht mit den Schaltmanieren der automatisierten Optitronic-Getriebe mithalten.

Der Erdgas-Renault lässt sich auch mit Biogas betreiben

Für den Erdgas-Renault, der heute schon Euro 6 erfüllt, spricht zudem, dass er auch mit Biogas betrieben werden kann. Außerdem soll der Erdgas-Dreiachser etwas leiser laufen als sein Diesel-Pendant, auch wenn er subjektiv eher lautstark nach Gas aus den Stahlflaschentanks verlangt. Mit dem abgassauberen Dreigestirn bietet Renault Trucks einen praxisgerechten Beitrag zum Thema Antriebsalternativen für den City-Einsatz. So kommen die Waren von Amazon und Co. auch umweltfreundlich bis vor die Haustür.

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Renault Trucks

Datum

12. Januar 2012
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