Timocom Tracking, Screenshot Zoom

Timocom: Alle Fahrzeuge im Blick

Prozesse: Transparenz in der Lieferkette ist das Ziel. Das scheitert aber häufig an der Vielzahl von Telematiklösungen. Hilfe kommt nun von der Frachtenbörse Timocom. Die bildet alle auf ihrem Online-Portal ab.

Mit TC Truck & Cargo hat Timocom die nach eigenen Angaben größte Frachtenbörse in Europa am Start. Die Düsseldorfer sind allerdings seit Jahren dabei, nicht nur Sendungen und Transportkapazitäten auf ihrem Webportal zusammen zu bringen. So gibt es unter anderem das Kalkulationswerkzeug TC E-Map. Damit kann der Transportdienstleister sehen, ob sich eine Fahrt rechnet. Dabei berücksichtigt Timocom nicht nur die Wegstrecke und damit den Dieselverbrauch sondern auch Kosten wie die Maut bis hin zur französischen Ecotaxe.

TC E-Map ist künftig auch eine Telematik-Plattform

Zukünftig kann dieses Tool allerdings noch viel mehr, denn TC E-Map ist nun bald auch eine Telematik-Plattform.  Timocom stellt diese Funktion zwar erst auf der Messe Transport Logistic in München vor, einen ersten Einblick haben die Entwickler aber schon vorab gewährt.

Dabei hat der Timocom-Nutzer zwei Möglichkeiten. Zum einen ganz er ganz normal die Frachtenbörse Truck & Cargo öffnen. Sucht er dann beispielsweise eine Fracht von Spanien nach Polen, kann  er sich die Auswahl auf einer Karte anzeigen lassen. Zudem erhält er die Kosten des Transports inklusive Zoll und Maut angezeigt. Auch gibt es eine Hochrechnung, wie lange die Fahrt voraussichtlich dauert –bislang allerdings ohne Berücksichtigung der Lenk- und Ruhezeiten. Neu hinzu gekommen ist, dass man nun auch die Position von Fahrzeugen auf der Karte angezeigt bekommt.

Zum Start sind rund 20 Telematik-Anbieter eingebunden

Was hier dahintersteckt, zeigt der Blick direkt in TC E-Map. Im Fall von Timocom ist dort sofort der mit einer Telematik von TomTom ausgestattete Transportbotschafter der Düsseldorfer zu sehen. Doch der in den Firmenfarben Blau/Weiß gehaltene Freighthliner ist nicht der einzige Lkw, den es dort in einer Übersichtsliste zu sehen gibt. Denn bereits zum Start haben die Entwickler rund 20 Telematik-Anbieter eingebunden. Soll heißen, entsprechende Schnittstellen entwickelt. Mit dabei sind unter anderem Areal Control, Fleetboard, GPS Auge, Mobile Objects, Scania, Transics, und Trimble, um nur einige zu nennen. Denn die Liste der unterstützen Systeme ist bereits lang.

Auch App-Lösungen lassen sich einbinden

Für Spediteur ist die Anwendung denkbar einfach einfach: als Timocom-Nutzer gibt er die Zugangsdaten der einzelnen Drittanbieter in die Web-Oberfläche von TC E-Map ein. Nach einem kurzen zeitlichen Versatz erscheinen dann die zugehörigen Fahrzeuge auf der Timocom-Platttform. "Das hat unter anderem den Vorteil, dass der Disponent nicht mehr in verschiedenen Systemen nachschauen muss", erklärt Timocom-Sprecher Marcel Frings. Denn egal ob Herstellertelematik, Nachrüstlösung oder Trailertelematik – alles wird dort angezeigt. Sogar App-Lösungen auf dem Smartphone beziehungsweise Tablet-PC oder Ortungslösungen für Container lassen sich einbinden.

Klickt der Nutzer auf die Kartenansicht, kann er immer genau sehen, wo sich das Fahrzeug und damit die entsprechende Sendung befindet. Statt der normalen Karten- kann man aber auch Satellitenansicht wählen. "Dann  sehe ich sogar, ob mein Lkw an Halle 1 oder Halle 2 beim Entladen steht", sagt Frings.

Beim Blick auf die Karte sieht der Portal-Nutzer dabei unter Umständen sogar Fahrzeuge, die er nicht selbst angelegt hat. Es gibt nämlich die Möglichkeit, die Ortungsfunktionen für Dritte freizuschalten. Im Fall des Spediteurs könnten das beispielsweise die von ihm beauftragten Subunternehmer die Impulsgeber sein. Der Spediteur wiederum kann die Anzeige für den Verlader beziehungsweise den Empfänger der Sendung freigeben.
Damit der dann nicht die gesamte Route sieht, haben sich die Timocom-Entwickler einige Kniffe einfallen lassen. Zum einen gibt es das Ortungssignal nur alle 15 Minuten. Zum anderen verfügt TC E-Map auch über eine Geofencing-Funktion. "Schalte ich meinem Kunden einen Lkw frei, kann ich das so steuern, dass dieser das Fahrzeug erst 50 Kilometer vor dem Ziel sieht", erläutert Frings. Das Ganze funktioniert natürlich mit einer Art Zeitschaltung. So kann man einstellen, wer das Fahrzeug immer, wer nur an einem bestimmten Tag oder wer das Fahrzeug gegebenenfalls eben nur innerhalb eines gewissen Radius sehen darf.

Eingabefeld für Kommentare

"Viele telefonische Nachfragen sind damit nicht mehr nötig", sagt der Timocom-Sprecher. Besteht dennoch Klärungsbedarf, gibt es innerhalb von TC E-Map ein Eingabefeld für Kommentare. Zudem sieht der Kunde seinen Ansprechpartner beim Transporteur, inklusive aller dort hinterlegter Kontaktdaten. Sollte es also dennoch Klärungsbedarf geben, ist die Telefonnummer schnell zur Hand.

Um den Kommunikationsaufwand so gering wie möglich zu halten, besteht auch für den Kunden die Möglichkeit, einen Blick aufs Satellitenbild zu werfen. Steht der Lkw dann nicht an einer Halle oder einem Rastplatz, sondern auf der Wegstrecke, kann es Klärungsbedarf geben. Steht der Lkw womöglich im Stau? Selbst an dieser Stelle gibt TC E-Map Auskunft. Denn die Straßen sind farbig hinterlegt: Grün bedeutet freie Fahrt, bei Gelb kommt es zu kleineren Verzögerungen und bei Rot steht der Verkehr.
Und damit man nicht ständig auf Verdacht nachschauen muss, erscheint in der Übersichtsliste neben dem entsprechenden Lkw eine gelbe Markierung. Diese zeigt an, dass sich das Fahrzeug zumindest seit dem letzten Ortungssignal – also seit 15 Minuten – nicht mehr bewegt hat. Das Kartenmaterial sowie die Lkw-spezifische Routenplanung basieren dabei auf dem Kartendienst Here vom Smartphone-Hersteller Nokia. Diese enthält Verkehrsinformationen für ganz Europa.

Vom System automatisch eine Nachricht bekommen

Für den Logistiker bedeutet dies einen zusätzlichen Service, den er seinem Kunden anbieten kann. Im ersten Schritt kann der Auftraggeber – wie bereits beschrieben – durch einen Blick auf die Plattform sehen, wo sich die Sendung gerade befindet. Die Vision ist jedoch, dass er vom System automatisch eine Nachricht bekommt, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt.

Volle Transparenz in der Wertschöpfungskette

Damit hat die Frachtenbörse Timocom ihr Ziel erreicht: Die Sichtbarkeit einer Sendung  ist über die gesamte Supply-Chain möglich – vom Spediteur über den Transportdienstleister bis hin zur Verladenden Industrie. "Wir haben volle Transparenz in der Wertschöpfungskette geschaffen. Es gibt keine Black Box mehr", erklärt Frings.
Der zusätzliche Service von TC E-Map ist für Timocom-Kunden übrigens kostenlos. Die Entwickler sind aber natürlich dabei, noch weitere Funktionalitäten zu implementieren. Die wiederum könnten dann kostenpflichtig sein. Zusätzliche Kosten entstehen eigentlich nur denjenigen, die bislang noch keine Timocom-Kunden sind. Das dürfte vor allem bei der verladenen Industrie der Fall sein. Doch die Düsseldorfer sind sich sicher, dass das Angebot das neue Klientel überzeugt."Schließlich erhält man hiermit die volle Transparenz über seine verschiedenen Transporteure. Zudem kann man alle Ressourcen sehen, die mit einem GPS ausgestattet sind – also auch Trailer, Container oder eben Smartphones", erläutert Frings.

Transport-Management-System per Schnittstelle an Timocom-Lösung andocken

Die Beta-Version ist wie gesagt bereits online und wird von einigen deutschen Kunden getestet. Zur Transport Logistic wird das Portal dann auch allen anderen Timocom-Kunden zugänglich gemacht. Das Ganze geschieht aufgrund der unterschiedlichen Sprachen schrittweise. Bis Ende des Jahres sollen dann aber alle europäischen Länder freigeschaltet sein. Die können dann übrigens nicht nur die Telematik-Funktion nutzen. Zudem ist es möglich, das im eigenen Unternehmen genutzte Transport-Management-System per Schnittstelle an die Timocom-Lösung anzukoppeln. Auf diese Weise können die dort hinterlegten Daten ebenfalls automatisch einfließen.


 

Das Unternehmen

Den in Düsseldorf beheimateten IT-Dienstleister Timocom Soft- und Hardware gibt es seit April 1997. Mittlerweile hat das Unternehmen 351 Mitarbeiter und erzielte 2012 einen Umsatz von 48,2 Millionen Euro. Timocom ist in 44 europäischen Ländern vertreten. Die IT-Lösungen wiederum gibt es in 24 Sprachen. Dreh- und Angelpunkt ist die Fracht- und Laderaumbörse TC Truck & Cargo. Dort stellen täglich rund 85.000 Nutzer bis zu 300.000 Angebote ein. Darüber hinaus gibt es TC E-Bid für europaweite Transportausschreibungen und seit einem Jahr auch eine Online-Lagerbörse.

Portraits

Autor

Foto

Timocom

Datum

29. April 2013
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