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Adler Modemärkte: Hier funkt das Preisschild

Adler Modemärkte nutzt die Funktechnik RFID. Die bringt nicht nur logistische Vorteile mit sich, sondern bietet auch einen Diebstahlschutz.

Roland Leitz, Bereichsleiter IT/Orga bei Adler Modemärkte berichtete auf dem Handelslogistik Kongress 2015 in Köln über das Einführen der Funktechnik RFID in der Logistik. Die Technik wurde bereits 2011 pilotweise bei Adler eingeführt. "Wobei die Ursprünge des Projekts noch weiter zurückreichen", berichtete er. Die RFID-Technik wurde dabei mithilfe des unabhängigen Beratungsunternehmens Tailorit implementiert. "Ohne externe Hilfe geht es nicht, schließlich braucht man die eigenen Mitarbeiter fürs Tagesgeschäft."

Das Unternehmen hat rund 180 Märkte in Deutschland, Osterreich und Luxemburg und positioniert sich im Bereich 45 plus im sogenannten Value-for-money-Segment. Adler hat rund 6,2 Millionen Kundenkarten ausgegeben und sammelt so Infos über das Einkaufsverhalten. Die Logistik für die Eigenmarken sitzt in der Nähe von Eisennach. Dort wird kommissioniert und ausgeliefert. Die Markenartikel hingegen werden direkt vom jeweiligen Hersteller in die Adler-Filialen geschickt.

RFID in den Preisetiketten integriert

"Unsere erste Herausforderung war die Frage, wie wir die Lieferanten dazu bringen, RFID einzusetzen", erklärte Leitz. Auf den ersten Blick kein leichtes Unterfangen, sind dies doch immerhin rund 350 an der Zahl. Letztlich war die Lösung dann aber doch schnell gefunden. "Acht Jahre zuvor hatten wir uns mit den Lieferanten darauf verständigt, dass diese die Ware auszeichnen", berichtete Leitz. Also habe man einfach die RFID-Tags in die Preisetiketten integriert.

"Wir haben einen Etiketten-Dienstleister in Deutschland und der arbeitet wiederum mit einem Unternehmen in Asien zusammen." Von dort kommen die Preisetiketten, die nun auch den RFID-Tag erhalten. "Was uns natürlich sehr helfen würde, wenn auch die Markenartikler wie s`Oliver getaggte Ware anliefern würde", sagte er mit einem Augenzwinkern.

Höhere Transparenz

Seitdem kennen die Logistikverantwortlichen den Bestand genau - bis hin zur Größe. "Das behauptet in der Textilbranche jeder und wir waren ebenfalls auch schon vor RFID davon überzeugt. Tatsächlich sah das in der Realität allerdings anders aus." Mit den RFID-Tags lasse sich die Transparenz erhöhen und damit eine fehlerfreie Nachversorgung gewährleisten. Hinzu gehe es auch noch schneller an der Kasse – "womit wir eine höhere Kundenzufriedenheit erzielen". Zurückgegangen seien aber nicht nur die Schlangen an der Kasse sondern auch der Warenschwund. Denn zuvor war nur besonders hochpreisige Ware gegen Diebstahl gesichert. Hinzu kommen automatisch generierte Bestellvorschläge für die Filialverantwortlichen. Denn das System erkennt von selbst, wenn ein Produkt zur Neige geht.

Vom Warenausgangszentrum geht es Dank RFID mit 100prozentiger Validierungsquote an die Märkte. Der nächste Schritt soll die intelligente Umkleidekabine sein. Mithilfe des Funkchips, der den Artikel identifiziert, bekommt der Kunde eine Empfehlung, was dazu passt und wo er es im Markt findet. Die Vorbereitungen hierfür laufen bereits.

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Adler

Datum

20. März 2015
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