Alles über 25 Jahre trans aktuell
25 Jahre trans aktuell Zoom
Foto: Montage: Monika Haug

25 Jahre ETM: Die ganze Geschichte von A bis Z

1992 war die Geburtsstunde der Logistikfachzeitschrift trans aktuell und des ETM Verlags. Der Mitbegründer und ehemalige Geschäftsführer Werner Bicker blickt auf 25 Jahre erfolgreiche Medienarbeit zurück.

Wir schreiben den 7. Mai 1992. Premierenstimmung: Die erste eigenständige IAA Nutzfahrzeuge ist in Hannover eröffnet. Und trans aktuell, das neue Branchenblatt aus dem neu gegründeten Unternehmen EuroTransportMedia (ETM), betritt die Medienbühne. Eine Handvoll junger, motivierter Fach- und Wirtschaftsjournalisten präsentiert ihr neues Produkt.

Das aus dem Joint Venture zwischen Dekra und Motor Presse Stuttgart entstandene Verlagshaus erobert mit seiner Zeitung mediales Neuland: Das konsequent auf Nutzwert orientierte Blatt gibt sich nicht nur unternehmensnah, sondern auch frech, bunt und hoch professionell. Mehr als sechs Monate Vorbereitung liegen hinter dem Team. Das Produkt, haus­intern mit "ta" abgekürzt, kann sich sehen lassen.

Trans aktuell: Mit 50.000 Exemplaren zum Branchenprimus

Die Resonanz seitens Transportwirtschaft und Fahrzeughersteller ist gleichermaßen hoch. Mit einer Auflage von mehr als 50.000 Exemplaren schwingt sich trans aktuell zum Branchenprimus auf. Die Zeitung geht an Dekra-Mitglieder, Transporteure, Spediteure und Werkverkehrsfuhrparks sowie Nutzfahrzeug-Werkstätten. Die werbetreibende Wirtschaft honoriert diese exklusive Zielgruppe mit großer Beachtung. Und was als Erfolg gestartet ist, hält bis heute an. Nach wie vor ist trans aktuell die reichweitenstärkste Transport-Fachzeitung in Deutschland.

Von Anfang an hatte sich die Redaktion fairen, aber objektiven Journalismus auf die Fahne geschrieben und nicht nur einmal den Finger in so manche Wunde gelegt. So haben die Journalisten beispielsweise die Einführung einer neuen Lkw-Generation äußerst kritisch begleitet. Ein anderes Mal hat trans aktuell gewisse Ungereimtheiten zwischen einem Versicherungsmakler und einem Transportverband investigativ aufgedeckt.

Besonders erwähnenswert ist gleichfalls der große Lkw-Praxisvergleichstest, den die Redaktion seit den 1990er-Jahren exklusiv durchführt. Seinen bisherigen Höhepunkt fand das Format, bei dem die sieben Lkw-Marken sich im Speditionsalltag über drei Jahre im Vergleich beweisen müssen, mit der Spedition Fehrenkötter in Ladbergen. Unternehmer Joachim Fehrenkötter hatte zwei Mal hintereinander den Lkw-Vergleich zusammen mit trans aktuell gefahren, einmal mit Euro 5-, einmal mit Euro-6-Fahrzeugen. Die Ergebnisse des jeweils dreijährigen Versuchs haben in der Brachen für große Aufmerksamkeit gesorgt.

Gestartet mit trans aktuell und lastauto omnibus

Als ETM 1992 begann, bestand das Verlagsportfolio aus drei Objekten: trans aktuell als Neugründung sowie ­lastauto omnibus mit seiner damals 70-jährigen Geschichte und dem lastauto omnibus Katalog, mit mehr als 20-jähriger Vergangenheit. Natürlich konnte ETM von der Test- und Technikhistorie von lastauto omnibus, kurz lao, profitieren. So hat in den 1960er-Jahren das Blatt die ersten Lkw-Vergleichstests gefahren. Heute bietet der "1.000-Punkte-Test", ein Vergleichstest quasi unter Laborbedingungen, nicht nur für die Leser eine wichtige Hilfe bei der Kaufentscheidung, sondern ist auch für die Lkw-Hersteller Gradmesser für eigene Tests.

1995 ging es dann mit einem ganz anderen Thema weiter. Der Pkw-Flottenmarkt entwickelte sich, die Branche rief nach einer Publikation. Mit dem Betriebskosten-Background der Dekra-Fuhrparkspezialisten und der automobilen Verlagserfahrung der Motor Presse Stuttgart gelang es ETM, FIRMENAUTO im Markt zu platzieren. Bis heute ist ­FIRMENAUTO einer der führenden Flottentitel in Deutschland.   

Es blieb nicht nur bei dieser Neugründung. Zu trans aktuell gesellten sich sogenannte Beiboote, die bis heute eine hohe Reputation besitzen und zum Teil sogar eine Alleinstellung behaupten: Der Ableger KEP aktuell wendet sich viermal im Jahr an die stetig wachsende Branche der Kurier-, Express- und Postdienste – übrigens als einzige regelmäßig erscheinend Publikation für diese Branche. Werkstatt aktuell, ein Fachtitel für Nutzfahrzeugwerkstätten, sowie TeleTraffic mit dem Schwerpunkt Telematiklösungen für die Transportwirtschaft zählen ebenfalls dazu.

ETM publiziert die erste Messezeitung zur IAA Nutzfahrzeuge

Schlag auf Schlag folgten Mitte der 1990er-Jahre weitere Highlights: ETM publizierte im Auftrag des Verbandes der Automobilindustrie VDA die erste Messezeitung zur IAA Nutzfahrzeuge und engagierte sich in der Lkw-Oldtimerszene. Die IAA 1994 markierte den Beginn einer bis heute anhaltenden Kooperation. Der Verlag stieg mit seinem Veranstaltungs-Knowhow bei der Deutschlandfahrt für historische Nutzfahrzeuge ein, die der Transportunternehmer Robert Fehrenkötter Jahre zuvor ins Leben gerufen hatte.

Zusammen mit der Familie Fehrenkötter organisierte ETM die historische Fahrt zum 100-jährigen Jubiläum des ersten Lkw. Bis heute sind Fehrenkötter und ETM gemeinsame Veranstalter der Lkw-Oldtimer-Fahrt, die regelmäßig alle zwei Jahre stattfindet.
ETM steht eben nicht nur für aktuelle Verlagsobjekte, sondern auch für Veranstaltungen, getreu dem vollständigen Namen: EuroTransportMedia Verlags- und Veranstaltungs-GmbH.

Seit 1997 wählen die Leser

Neben der Oldtimerfahrt zählt eine ganz besondere Veranstaltung bis heute zu den Highlights der Branche: die Prämierung der "Besten Nutzfahrzeuge" und "Besten Marken". Seit 1997 dürfen jedes Jahr im Frühjahr die Leser von trans ­aktuell und lastauto omnibus (sowie FERNFAHRER, der aber erst 2000 zu ETM kam) ihre Transporter-, Lkw- und Omnibusfavoriten sowie ihre Markenfavoriten bei Trailern, Vermietern, Tank­­­karten, Reifen und bei anderen Dienstleistern wählen.

Mehrere Tausend Leser, von der Redaktion gerne die Spürnasen der Branche genannt (in diesem Jahr waren es mehr als 11.000), geben dazu regelmäßig ihr Votum ab. Bei einer großen Galaveranstaltung im Juni jedes Jahres findet die Preisverleihung statt. Dieses Treffen ist das Stelldichein der gesamten Fahrzeug- und Zulieferindustrie, der Dienstleister und der Speditionswirtschaft.

Europas größter Fahrzeugtest: Firmenauto des Jahres

Die zweite Großveranstaltung bedient den Pkw-Flottenmarkt. Seit 1999 lässt ETM mit einem riesigen Expertentest die "Firmen­autos des Jahres" wählen. Dabei stehen Fuhrparkprofis bei Europas größtem Fahrzeugvergleich drei Tage lang alle relevanten Flottenfahrzeuge zur Probefahrt und anschließender Bewertung zur Verfügung. Bei einem ebenfalls großen Gala-Event prämiert der Verlag direkt im Anschluss an die Testtage die besten Firmen­autos. Auch diese Veranstaltung ist für die Flottenbranche längst zum Muss geworden.

Weitere Veranstaltungen zogen nach: trans aktuell ver­an­stal­tet für Spediteure regelmäßig Symposien, die ihr hoher Praxisbezug auszeichnet, ­lastauto ­omnibus organisiert (zwischenzeitlich in Zusammenarbeit mit Dekra) einen zweitägigen Zukunftskongress, mit der "Drive Your Dream Tour" werden Frühjahr und Sommer die wichtigsten Lkw-Festivals angefahren und ETM ist ein großer Mitspieler beim Truck-Grand-Prix auf dem Nürburgring.

2000 kommt der FERNFAHRER

Da passt es auch, dass im Jahr 2000 der FERNFAHRER zum Verlagsportfolio hinzukam. VF Medien, ein Verlag aus Mainz, brachte den Titel mit, als er Mitgesellschafter bei ETM wurde. Neben Dekra und Motor Presse Stuttgart (jeweils 40 Prozent Anteil) halten die Mainzer 20 Prozent. Für ETM war das Magazin rund um den Berufskraftfahrer ein großartiger Gewinn. Heute ist der FERNFAHRER Deutschlands meistverkauftes Magazin für Lkw-Fahrer.

Stichwort Truck-Grand-Prix: Seit 2007 vermarktet ETM auch das Industrielager während der Renntage. Längst zur zweiten kleinen IAA gemausert, trifft sich jeden Sommer die Transportbranche am Nürburgring. Fremdvermarktung für Dritte, beim Truck­-Grand­-Prix für den ADAC Mittelrhein als Rennausrichter, gehört bei ETM ebenfalls seit 2000 zum Tagesgeschäft. Mit der Agenturgründung ETMservices betrat der Verlag damals Neuland.

Publikationen oder Veranstaltungen für Auftraggeber

Nicht mehr für den Eigenzweck, sondern für Auftraggeber werden Publikationen oder Veranstaltungen konzipiert, gemacht und vermarktet. Unternehmen wie Dekra, Scania, Knorr Bremse, ZF, BFS Stegmeier oder Daimler gehören zu den Kunden, für die Magazine, Broschüren oder Digitalprodukte hergestellt werden. DEKRA Solutions, Knorr Bremspunkt, die ZF Zukunftsstudie oder die App  Legends of Trucking für Daimler seien exemplarisch erwähnt.

Neue Medien spielen bei ETM seit Langem eine große Rolle. Der Internetauftritt eurotransport.de gehört zu den reichweitenstärksten Portalen ebenso wie firmenauto.de. Früh hat sich das Unternehmen auch auf anderen Medienkanälen umgeschaut. Mit der Fernsehsendung "Schwer in Fahrt", die ETM vermarktet hatte, wurde das Nutzfahrzeug einer breiten Öffentlichkeit näher­gebracht, die FERNFAHRER Nightshow, eine Radiosendung in den frühen Morgenstunden, sollte Lkw-Fahrern den Start in den Tag versüßen. Obwohl die Resonanz seitens Zuschauer und Zuhörer recht gut war, wurden beide Formate letztlich ein Opfer der sogenannten neuen Medien.

Immer mehr Unternehmen streuen ihre Werbegelder nicht mehr nur in die klassischen Kanäle, sondern in eigene Aktivitäten wie Veranstaltungen, Social Media oder andere Digitalauftritte. Für Medienhäuser wie ETM sind das aber nicht nur Risiken, sondern auch Chancen. Die Redaktionen wissen, was gute und wichtige Nachrichten sind, und können diese weiterhin verbreiten. Die Informationsvielfalt bringt neue Möglichkeiten. Und der aufgeklärte Verbraucher wird auch zukünftig wissen, wo er die objektive und verlässliche Nachricht und Information findet. Auch wenn die Medienlandschaft kleinteiliger wird, für Medienunternehmen wird sie dadurch auch vielfältiger. Die nächsten 25 Jahre sind für ETM sicher.

Werner Bicker, Herausgeber und redaktioneller Gesamtleiter des ETM-Verlags

Autor

Datum

21. Juni 2017
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