Alles über Trucker & Country Festival Interlaken
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21. Trucker- & Country-Festival Interlaken: Sali aus der Schweiz!

50.000 Besucher flanierten an 1.400 Lkw vorbei, informierten sich bei der Mini-Messe, tanzten im Westerndorf und feierten mit Country-Stars.

David weiß, wo der Schuh drückt. Der Generalsekretär der Routiers Suisses kennt seine Klientel. Die Chauffeure genießen in der Schweiz einen besseren sozialen Status als in Deutschland. Andererseits sind die Probleme ganz ähnlich. Die Kollegen stöhnen über die Schlüsselzahl 95 zum Nachweis der Weiterbildung nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz. Typische Frage: "Wozu brauchen wir die Schulung. Wir können doch fahren." "Stimmt", meint dann David, "es gerät aber auch vieles in Vergessenheit. Das sollte mal wieder aufgefrischt und auf den neuesten Stand gebracht werden. Gut informierte Kollegen können der kontrollierenden Polizei besser Paroli bieten." Auch andere Probleme sind international, etwa der Fahrermangel und die laxe Auslegung der Kabotage. Nur sind es eben eher die Deutschen, die in der Schweiz wildern.

Das Festival rockt den alten Flughafen

Egal, zumindest für drei mehr oder weniger trockene Tage Ende Juni. Denn dann rockte das 21. Trucker und Country Festival den alten Flughafen in Interlaken und drückte manche Sorge einfach in den Hintergrund. Die Eidgenossen verstehen auf dem Bödeli, wie das Land zwischen dem Thuner- und Brienzer See heißt, zu feiern. Der Event zieht jedes Jahr rund 50.000 Besucher und 1.400 Lastwagen an. Ein Westerndorf mit vier Bühnen und vielen spontanen Line-Dance-Einlagen sowie ein Festzelt mit internationalen Stars aus der County-Szene rundeten das Angebot ab. Der Ansturm Aussteller ist so groß, dass die Auswahl, wer kommen darf, regelmäßig für Ärger sorgt. Es wird diskutiert, ob ein alternatives Festival in der Schweiz die Veranstaltung in Interlaken ergänzen soll.

Drive-your-dream-Tour mit fünf Zügen

Auch der ETM Verlag ist im Rahmen der Drive-your-dream-Tour vorgefahren mit insgesamt fünf Lkw: einem Peterbilt 379 mit der Bühne der FERNFAHRER-Hausband Sawyer, dem Renault-T-Sattelzug der Fahrerimage-Initiative Vtop, einem International Lone Star mit dem ETM-Promotion-Auflieger, dem Bretagne-Express von Michael Dolch und dem Herpa-Volvo, den Airbrusher Peter Litger mit dem Motiv "Johnny Cash" gestaltet hat. Die beiden Amerikaner stammen von American Truck Promotion und sind wohl auf jedem Handy der Besucher im Fotospeicher gelandet. Die Band Sawyer sorgte für gute Stimmung, während Pascal Wiesner von Vtop zwar mit Würfelspielen oder Bobycar-Slaloms auch für Unterhaltung sorgte, aber die Fernfahrer spielerisch mit ernsten Themen konfrontierte, beispielsweise der Verantwortung oder dem Vorbildcharakter jedes einzelnen im öffentlichen Straßenverkehr. Heike und Monika schminkten Kindergesichter oder prägten individuelle Buttons. Die Studentin Martina  Spindler nutze das Festival für ihre Erhebung  im Rahmen der Bachelor-Abschlussarbeit, die auch eine Marktanalyse von FERNFAHRER umfasst.

Mini-Messe mit DAF-Weltpremiere

Die Lkw-Importeure und Zubehörlieferanten nutzen Interlaken zur Fahrer-Kontaktpflege. Das drückt sich nicht nur in Frei-Getränken und kleinen Geschenken aus. DAF, etwa, verteilte Sonnenbrillen. Die Holländer zeigten aber auch als Weltpremiere einen CF 510 FAD 10x4 mit Vorlaufachse. MAN schmückte seinen Stand mit dem neuen Flaggschiff von Trio Trans, der auch im aktuellen Sonderheft SUPERTRUCKS von FERNFAHRER eine große Rolle spielt. Mercedes-Benz sorgte mit dem Actros SLT für einen Hingucker und Iveco gab sich sportlich mit einem Renner von Team Schwabentruck, der ein Drehmoment von 6000 Nm und 1.150 PS mobilisiert. Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h, abgeriegelt, versteht sich.

Volvo schoss den Vogel ab

Renault zeigte ein Herz für die Fußball-Fan und präsentierte auf einem LED-Bildschirm die TV-Übertragungen während Samba-Tänzerinnen mit perfektem Hüftschwung eine Bühnenshow á la Copacabana zum Besten gaben. Fast wäre der bullige Kipper links vom Renault-Stand nicht aufgefallen, ein C 420 10x4 Day Cab mit Vorlaufachse. Aber den Vogel schoß mal wieder Volvo ab: Im Schnittpunkt von Truckmeile und ehemaligem Taxiway erhob sich auf dem Flugplatz eine Pyramide aus Paletten, die später in den Handel gehen. Das Innere des archaischen Baus mit der formalen Strenge eines Tempels gestaltete sich überraschend gemütlich mit Sitzgruppen und blauen Kissen. Aber immer, wenn ein kleiner Wind ging, rieselte ein bisschen Sägemehl aus der Decke. So kam es, dass fast jeder Besucher in Interlaken etwas Holzstaub auf den Schultern oder im Haar hatte - wie nach einem Konfettiregen.

Hammermeister

Autor

Foto

Volker Hammermeister

Datum

3. Juli 2014
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