Transport Bothe in Wacken 5 Bilder Zoom
Foto: Transport Bothe

200.000 Liter Faßbier für ein Wochenende

Transport Bothe bringt Bier für Wacken

Ohne Heavy Metal keine Besucher, ohne Bier kein Festival, lautet die einfache Gleichung für das anstehende Wacken Open-Air. Das Transportunternehmen Bothe aus dem niedersächsischen Berne sorgt dafür, dass die Besucher am Wochenende nicht auf dem Trockenen sitzen. 

Die Tickets sind schon längst ausverkauft, die Fans aus der ganzen Welt schon unterwegs: Am morgigen Donnerstag beginnt das Wacken Open Air. 1990 war der Startschuss für das erste Heavy Metal-Festival, inzwischen zieht es jeweils am ersten Augustwochenende rund 85.000 Teilnehmer auf die grüne Wiese in Schleswig-Holstein. Die wollen versorgt sein – unter anderem mit mehr als 2.000 Hektoliter Faßbier, die das Transportunternehmen Bothe anliefert. Doch damit nicht genug – Dosenbier und Flaschenbier gehören auch zum Lieferumfang, ebenso antialkoholische Getränke. Der Bothe-Kunde Anheuser-Busch Inbev (Beck’s und andere) stellt zusätzlich noch acht große 22.000 Liter fassende Tanks mit Bier bereit, sagt Geschäftsführer Bernd Bothe.
 
Bothe und seine 22 Mitarbeiter sind versiert in der Festival-Logistik: Die Mitarbeiter sind entsprechend geschult und bereit, in der Hoch-Zeit zwischen Mai und September auch am Wochenende zu arbeiten. Rock am Ring, Hurricane, Rock am Park – auch hier gehören die Bothe-Lkw zum bewährten Lieferantenkreis.  Auch die Getränkelogistik bei Musik-Tournee gehört zum täglichen Brot, wie die von  „Volks Rock’n’Roller“ Andreas Gabalier, der im September am Hockenheimring auftritt. Veranschlagte Besucherzahl: 85.000.
 
Allen Veranstaltungen gemein sind die besonderen Umstände. In Wacken selbst gibt es für die Getränke keine ausreichende Kühlmöglichkeit. Stattdessen hatte Bothe die Idee, Kühlauflieger dafür zu nutzen, dass das Bier wohltemperiert bleibt. Also werden Kühlhäuser in der Region angemietet, in die das produktionswarme Bier eingelagert wird. Anschließend geht es per Kühlauflieger auf das Festivalgelände. Hier verteilen Traktoren mit Dolly-Achsen die Auflieger. Zum Abladen gibt es keine Rampen  – Geschäftsführer Bothe hat stattdessen per Tieflader drei geländegängige Stapler bringen lassen, die den Job übernehmen und die Getränke an die Verkaufsstellen bringen.
 
„Bereits jetzt sind zwei bis drei Mitarbeiter vor Ort, am Freitag kommen dann noch zusätzlich fünf Zugmaschinen. Und am Samstag fangen wir bereits an, Leergut abzutransportieren“, sagt Bothe. Leergut einsammeln, das Vollgut neu verteilen – das alles passiert in Wacken in der Nacht, wenn die Festivalgäste auf dem Campingplatz sind. „Wir haben immer Leute in Bereitschaft“, sagt Bothe zu seiner Mitarbeiterplanung. Anders als die Festivalgäste sind die aber nicht die ganze Zeit in Wacken, sondern wechseln sich, entsprechend ihrer Lenk- und Ruhezeiten, ab. „Unser Mitarbeiter machen das sehr gerne. Auf den Festivals kennt man sich inzwischen und man erfährt das, was im normalen speditionellen Alltag inzwischen oft fehlt: die Wertschätzung für die eigene Arbeit“, sagt Bothe. Auch Herausforderungen wie etwa das Wetter sorgen laut Bothe dafür, dass kein Festival dem anderen gleiche. Wacken sei aber etwas Besonderes, weil es wie ein Zirkus sei – der nicht nur sprichwörtlich auf der grünen Wiese stattfinde.
 
Sind alle Festivals abgefeiert, beginnt für die Spedition Bothe mit ihren 14 eigenen Fahrzeugen dann eine andere Saison – die im Bereich Agrarlogistik. Der Transport etwa von Zuckerrüben dauert laut Bothe bis in den Januar hinein. Dann überwiegt wieder das normale Speditionsgeschäft und die Planung der ersten Festivals beginnt.

Ilona Jüngst

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Datum

2. August 2017
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