Rallye Breslau 2013 13 Bilder Zoom

20. Rallye Breslau gestartet: Lebendige Legende

Legenden sterben nicht! Zwar ist das Starterfeld der größten Off Road Rallye Europas, der Rallye Breslau, zur Jubiläumsausgabe ein wenig gelichtet. Aber 200 Teams, darunter 30 Lkw, sind immer noch ein eindeutiges, klares Statement für "die Breslau" und für den Geländesport. Am Wochenende ging der wilde Ritt wieder los.

Startort war diesmal das Areal des Lausitzrings, das zwischen Rennstrecke und Dekra-Testgelände mit einem tollen Off-Road-Gelände aufwarten kann – samt mehr als genug Platz für ein tolles Fahrerlager. Lediglich die Zuwegung dorthin vorbei an der Haupttribüne  war – speziell für Besucher – ein wenig kompliziert.

Schon beim Prolog am Samstag wurden stellenweise die Messer gewetzt, alte "Feindschaften" gepflegt. Wie das Duell zwischen den Unimog-Piloten Steffen Braun und Daniel Günther, die als erste Trucks – Türklinke an Türklinke – in die acht Mal zu umrundende Prolog-Schleife von 3,6 Kilometern Länge stürmten, als ginge es hier bereits um den Gesamtsieg. Dabei ging es doch "nur" um die Startreihenfolge für die erste Etappe am Sonntag.

Einführungsrunde auf dem Eurospeedway

Die Pole ging an Steffen Braun, der dann auch im Zuge des Vorstarts am Sonntagmorgen den Truck-Convoi auf die Ehrenrunde über den Eurospeedway führte. Manch einer war verlockt, trotz grobstolliger Bereifung mal den Driftwinkel auszuloten! Hinter der bügelglatten Rennpiste wartete dann wieder der richtige Untergrund auf die Krallenbereifung: Etappe eins mit 13 Kilometern Länge, wovon der größte Teil durch ein dicht bewachsenes Waldstück führte, bevor es dann erneut auf die Prologstrecke ging.
War der erste kurze Wertungsabschnitt in der Lausitz gerade mal etwas zum Aufwärmen, wartete jetzt echter Rallyestress auf Akteure und Servicecrews: Vom Etappenziel gleich auf den Transporter und ab Richtung Nordosten.

Fast 500 Kilometer Transportetappe bis Drawsko Pomorskie südöstlich von Stettin wollten abgespult werden. Wer jetzt müde auf sein Feierabendbierchen spekuliert hatte, den lehrte der Blick in den Zeitplan Besseres. Schon um 18 Uhr Fahrerbesprechung für die Moppedfahrer, zwei Stunden später für die Trucker. Mit Einbrechen der Dunkelheit Start in den zweiten Wertungsabschnitt des ersten Tages – Nachtetappe über mehr als 70 Kilometer, davon acht als Kompasskurs.

Off-Road durch Nordpolen

Der Rallyetross bleibt nun bis Donnerstag in Polens Norden, um dann mit einer Marathonetappe von mehr als 500 Kilometern am Freitag in den Süden nach Zagan  durchzustarten. Erst hier entscheidet sich die Breslau 2013 wirklich, die dann mit einer Schlussetappe rund um die heimliche Off Road-Hauptstadt Zagan, rund 80 Kilometer von Breslau entfernt, am Samstag zu Ende geht. Wer’s sehen und erleben will: Zagan ist von Cottbus und Dresden aus komfortabel und in weniger als einer Stunde von der Grenze aus über die Autobahn zu erreichen.

Sorgenfalten meißeln indes die polnischen Behörden den Breslau-Machern auf die Stirn. Die bürokratischen Hürden zur Ausrichtung der Traditionsveranstaltung werden immer höher, die Gebühren für die Nutzung von Flächen und Wegen in ungeahnte Höhen Getrieben. Wenn die Breslau einmal stirbt, dann nicht an Teilnehmermangel oder mangelnder Attraktivität sondern an überbordender Bürokratie und an den Kosten. Mit der "Breslau Balkan" eröffnen die Organisatoren deshalb schon jetzt eine Perspektive für die Zukunft. Die Zusammenfassung der Rallye Breslau lesen Sie nach der Zieldurchfahrt hier.

Autor

Foto

Klaus-Peter Kessler

Datum

1. Juli 2013
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