20 Jahre trans Transporter VW T4 Zoom

20 Jahre Technik: Klassenbeste aus zwei Lagern

Für Unternehmen sind die vielseitigen Lastenträger ein Segen. Vor allem zwei Fahrzeuge stehen wie sonst keine anderen für das Segment – VW Transporter und Mercedes Sprinter.

Kaum eine Fahrzeugklasse ist so gefragt wie die Transporter. Ihre Vielseitigkeit macht sie so beliebt. Sie sind genauso wendige Stadtlieferwagen wie tragkräftige und geräumige 3,5-Tonner mit bis zu 17 Kubikmeter Laderaum. Den Kastenwagen ergänzen  Kombis und Fahrzeuge mit Pritsche oder Kofferaufbau und weitere Branchenmodelle.

Die europaweite Entscheidung

Die Absatzzahlen beflügelt hat 1997 die europaweite Entscheidung Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen von der Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 80 zu befreien. Das Angebot der Hersteller ist über die Jahre mit den Anforderungen der Kunden gewachsen. Dabei führen zwei Fahrzeuge das Transportersegment seit vielen Jahren an: Der VW Transporter bei den kleineren Fahrzeugen und der Mercedes-Benz Sprinter im Segment der großvolumigen Transporter.

Für die Fans des VW Transporters mit Heckmotor war 1992 ein schwieriges Jahr. VW hatte eigentlich 1990 schon die Produktion des T3 eingestellt. Nur bei Steyr Puch in Österreich lief für zwei weitere Jahre noch die Produktion des T3 weiter.

Aber 1992 war endgültig Schluss. Der T4 war bereits auf dem Markt und hatte sich – wie schon seine drei Vorgänger – schnell etabliert. Auch wenn sich die VW-Liebhaber erst einmal daran gewöhnen mussten, dass der Motor nicht mehr unterhalb der Heckklappe residierte und auch nicht mehr die Hinterachse antrieb.

Hinterachsantrieb sorgt für mehr Komfort

Stattdessen liegt seither der Motor quer über der Vorderachse, eine Position, die er auch in der nächsten Baureihe behalten hat. Mittels Kardan könnte VW den Transporter weiter an der Hinterachse antreiben und so für mehr Komfort und weniger Geräusch sorgen. Davon sehen die Hannoveraner allerdings aus Kostengründen ab. Das Thema kommt erst wieder auf die Agenda, als verschiedene  Hersteller ihre Transporter für Pkw-Einsätze salonfähig machen. Dann wird sich beispielsweise Mercedes im Viano und damit auch im Vito für den komfortableren Hinterachsantrieb entscheiden.

1992, kurz nachdem der T4 auf den Markt kam, präsentierte Mercedes eine Modellpflege des MB100. Das Aggregat des Mercedes ist dort noch in Längsrichtung über der Vorderachse verbaut, weshalb der Motortunnel ein gutes Stück der Fahrgastzelle beansprucht. 1996 ändert sich Lage des Motors mit Produktionsbeginn der ersten Vito. Mercedes schwört zwar weiter auf Fronttrieb, baut aber aus Platzgründen den Motor wie VW quer ein. Mercedes bietet mit dem ersten Vito weder einen Hinterrad- noch einen Allradantrieb an. Das ändert sich mit der zweiten Vito-Generation 2003.

Mercedes und VW eignen sich auf eine Entwicklungspartnerschaft

Während Mercedes und VW bei den kleineren Transportern im direkten Wettbewerb um die technisch anspruchsvollste Lösung stehen, gehen die beiden Unternehmen bei den großen Transportern im Gleichschritt, zumindest ab 1995. Denn kurz nach Erscheinen des ersten Sprinters 1995 kommt ein nahezu baugleiches Fahrzeug von VW auf den Markt. Die beiden Hersteller hatten sich auf eine Entwicklungspartnerschaft geeinigt. Ergebnis waren der Sprinter T1N und VW LT2.

Beide Fahrzeuge standen auf dem demselben Fahrgestell. Für die jeweilige Motorisierung sorgten die Hersteller allerdings unabhängig von einander. T1N und LT2 bestimmten den deutschen Markt der großen Transporter von 1996 bis 2006. Während VW über zehn Jahre dasselbe Modell verkaufte, brachte Mercedes 2000 eine Modellpflege des Gemeinschaftsprojekts auf den Markt. Das ist wohl einer der Gründe, warum sich der T1N letztlich besser verkauft hat, als der LT2. Der Partnerschaft tat das aber keinen Abbruch. Denn auch die Nachfolgemodelle entwickeln beide Hersteller gemeinsam.

Kooperationen bei der Fahrzeugentwicklung kommt immer mehr in Mode

Was VW und Mercedes können, das vermögen auch andere Unternehmen. So kommen Kooperationen  bei der Fahrzeugentwicklung in den vergangenen 20 Jahren immer mehr in Mode. Renault und Nissan zurren 1999 ihre Zusammenarbeit fest, die sich bis heute hält und der auch Opel beigetreten ist. Peugeot und Citroen arbeitet zu diesem Zeitpunkt schon gut 20 Jahre mit Fiat im Bereich Transporter zusammen. Auch diese Partnerschaft dauert an.

Einer der wenigen Konkurrenten, der ohne Zwilling auskommt, ist der Transit von Ford. Auch deckt Ford als einziger Hersteller bislang die Sprinter- und VW-Transporter-Klasse mit nur einem Modell ab. Das wird sich nun ändern. Fortan soll es den Ford Transit nur noch als 3,5-Tonner geben, der leichtere Transit Custom dagegen wird Jagd auf den VW Transporter machen.

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15. Juni 2012
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