Einsatzfahrzeuge mit Allradantrieb sind derzeit schwer gefragt. Mit dem TGM 18.320 4x4 bietet MAN ein neues Chassis speziell für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung an. Das 18-Tonnen-Fahrgestell mit permanentem Allradantrieb ist speziell für Einsätze abseits befestigter Straßen konzipiert. Dank seiner Nutzlast von bis zu 11,5 Tonnen sind darauf laut MAN Tanklöschfahrzeuge mit bis zu 6.000 Litern Wasser und 500 Litern Schaummittel plus Normausrüstung realisierbar. Das ist ein Wort!
Angetrieben wird das Fahrzeug von einem 320 PS starken Dieselmotor. Die Kraftübertragung übernimmt das automatisierte Getriebe MAN Powermatic. Die Einzelbereifung der Dimension 14.00 R20 an Vorder- und Hinterachse unterstützt die Geländegängigkeit. Je nach Aufbau- und Kabinenvariante als Standard- oder Doppelkabine sind unterschiedliche Radstände und Besatzungskonzepte umsetzbar.
Für brenzlige Einsätze besitzt das Fahrgestell einen speziellen Hitzeschutz. Luft-, Elektro-, Adblue- und Kraftstoffleitungen sind so ausgeführt, dass sie einer Temperatur von bis zu 130 Grad Celsius für die Dauer von zehn Minuten standhalten können. Hinzu kommen die hochgezogene Auspuffanlage sowie Schutzelemente für exponierte Fahrzeugkomponenten wie das Verteilergetriebe.
Auch die Drehdachluke mit höhenverstell-barer Auftrittsfläche zwischen Fahrer- und Beifahrersitz passt perfekt ins Waldbrandkonzept. Auch mit Dachluke erfüllt die Kabine übrigens die aktuelle Crashtest-Norm ECE R29-3. Das Fahrzeugkonzept ermöglicht das bei Waldbrand-TLF gefragte Löschen während der langsamen Geländefahrt, „Pump and Roll“ genannt.
Zu den zentralen Ausstattungsmerkmalen gehören Reifen mit Notlaufeigenschaften sowie eine vom Fahrersitz aus steuerbare Reifendruckregelanlage. Mit einer Watfähigkeit von bis zu 950 Millimetern ist der Lkw auch auf überschwemmten Straßen und Wegen einsetzbar.
All die Modifikationen am TGM 4x4 wurden bei MAN Individual in Zusammenarbeit mit ESTEPE, dem Spezialisten für Kabinen- und Chassis-Anpassungen, umgesetzt. Seine Premiere hatte der Feuerwehr-MAN Ende September auf der MAN Profi-Drive-Teststrecke in Simmelsdorf bei Nürnberg.
Chassis für verschiedene TLF-Aufbauten
Bei dieser Gelegenheit wurden auch gleich drei verschiedene Aufbauvarianten präsentiert: 1.) Ein TLF 4000-V von Schlingmann auf einem MAN TGM 18.320 4x4 BB CH mit TN-Fahrerhaus und einem auf 3.300 Millimeter verkürzten Radstand. Die Kabine ist für eine Trupp-Besatzung von drei Personen ausgelegt und verfügt über einen Mittelsitz von MAN Individual. 2.) Ein TLF-W 5000 von ITURRI mit DN-Fahrerhaus und einen Radstand von 3.900 Millimetern. Es bietet Platz für eine Staffelbesatzung von sechs Personen. 3.) Ein TLF 4000 von Schmitz Feuerwehrtechnik, ebenfalls auf MAN TGM 18.320 4x4 BB CH, mit TN-Fahrerhaus einschließlich Mittelsitz von MAN Individual und einem Radstand von 3.600 Millimetern.
„Mit dem neuen MAN TGM 18.320 4x4 steht Aufbauherstellern und Feuerwehren eine vielseitige Basis für Fahrzeuge zur Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung zur Verfügung. Das Konzept verbindet hohe Geländetauglichkeit mit speziellen Schutzmaßnahmen und flexiblen Möglichkeiten bei Fahrerhaus, Besatzung und Aufbau“, unterstreicht MAN – und bläst zum (Lösch)angriff auf die Allrad-Wettbewerber, insbesondere den Mercedes-Benz Unimog.







