Organisierte Kriminalität
llegale Fracht im legalen Warenstrom

Ob „Rip-on/Rip-off“ im Seehafen, Cannabis im Paketversand oder versteckte Taschen im Mandarinen-Lkw: Kriminelle Netzwerke nutzen die kommerziellen Transportwege nach Deutschland immer professioneller.

Hafen-Terminal für Seefracht
Foto: Ilona Jüngst

Rohstoffe, Halbfertigprodukte und Fertigprodukte gelangen auf den vielfältigen Transportwegen nach Europa und nach Deutschland. Aber auch für den Transport illegaler Drogen nutzen kriminelle Netzwerke die kommerziellen Transportwege – auch in Post- und Paketsendungen.

Kriminelle Netzwerke nutzen die kommerziellen Transportwege nach Deutschland

Besonders im Fokus stehen aber die Seehäfen: Laut dem europäischen Drogenbericht 2025 wird ein erheblicher Teil der in der EU sichergestellten Gesamtmenge von Drogen von den Zoll- und Strafverfolgungsbehörden in Seehäfen entdeckt. Die Unterwanderung von Lieferketten und die Instrumentalisierung von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen – sowohl im Hafen als auch in Speditionen und bei Logistikdienstleistern – durch Einschüchterung und Korruption sind demnach in Europa mittlerweile gut dokumentiert. Die organisierte Kriminalität diversifiziere aber ihre Schmuggelrouten und Verschleierungsmethoden, nachdem die Polizei ihre Fahndungsanstrengungen in den großen europäischen Häfen intensiviert hat. „Sie weichen auf kleinere Häfen aus und entwickeln ausgefeiltere Verstecke“, so der Bericht.

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