Emons East wächst mit Transporten nach Osteuropa

Transporte in besondere Länder
Emons East wächst mit Transporten nach Osteuropa

Emons East transportiert Sendungen in die Ukraine, nach Kasachstan und in andere osteuropäische Länder. Der Bereich Energiewirtschaft wächst.

Emons East wächst mit Transporten nach Osteuropa
Foto: Emons

Im Frühjahr 2026 stand für Emons East – der Geschäftsbereich für Osteuropa-Verkehre des Logistikdienstleisters Emons – ein besonderer Transport an. Die Emons Spedition transportierte wesentliche Baugruppen für die TAPI-Erdgas-Pipeline vom Rheintal aus nach Turkmenistan. Die Pipeline verbindet die Erdgasvorkommen Turkmenistans über Afghanistan und Pakistan mit Indien. „Streckentransporte sind Tagesgeschäft, aber bei solchen Transporten wie vom Rheintal nach Turkmenistan sind wir die Architekten und müssen die Anforderungen der Kunden genau verstehen“, sagt Arne Lingemann, Geschäftsleiter Road Freight International bei der Emons Spedition, im Gespräch mit trans aktuell.

Transporte in die Ukraine, nach Moldawien, in den Kaukasus und nach Zentralasien

Das Familienunternehmen mit Sitz in Köln bietet seit 2002 Transporte nach Osteuropa, Zentralasien und in den Kaukasus an und arbeitet dazu mit lokalen, marktführenden Partnern zusammen. Die Transporte gehen laut Peter Seuß, Leiter Emons East bei Emons, aktuell unter anderem in die Ukraine, nach Moldawien, in den Kaukasus und nach Zentralasien.

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„Wir beschäftigen uns natürlich mit den aktuellen Marktentwicklungen und dem Bereich Defence. Aber in ein Kriegsgebiet Munition bringen? Das ist nochmal eine andere Frage“, sagt Arne Lingemann, Geschäftsleiter Road Freight International bei der Emons Spedition.

„Die Verkehre sind stark projektgetrieben, es handelt sich um kundenindividuelle Lösungen“, sagt Lingemann. Der Schwertransport nach Turkmenistan ist dafür ein Beispiel. Die Bauteile waren im Frühjahr per Straße, Wasser und Schiene unterwegs. Intermodalverkehre gehören zum Angebot von Emons East. Derzeit finden viele Transporte für die Energiewirtschaft statt – ein Geschäftsbereich, der wächst.

Hilfstransporte mit Krankenhausbetten oder Stromgeneratoren

Konsumgüter, Elektronik und Maschinenbauteile transportiert Emons ebenfalls gen Osten. In die Ukraine gehen seit Kriegsbeginn im Februar 2022 regelmäßig Hilfstransporte mit Krankenhausbetten oder Stromgeneratoren, ein Feuerwehrfahrzeug war auch schon darunter. Emons unterstützt auch private Initiativen, zum Beispiel bei der Zollabwicklung.

Lingemann und Seuß berichten von eindrücklichen Erfahrungen, die sie seit rund vier Jahren mit ihren Partnern in der Ukraine erleben. Zum Beispiel musste ein Teams-Call laut Lingemann aufgrund eines Bombenalarms unterbrochen werden. Die ukrainischen Teilnehmer des Calls flohen in den Schutzbunker, einige Zeit später konnten sie die Besprechung fortführen.

Langjährige Partner kennen die Märkte vor Ort

„Wir arbeiten mit langjährigen Partnern vor Ort zusammen, die sich auskennen“, sagt Seuß gegenüber trans aktuell. „Sie haben gelernt, mit dem Krieg zu leben.“ Viele Unternehmen agieren mittlerweile auch vom angrenzenden Polen aus. Seuß arbeitet seit der Gründung des Geschäftsbereichs bei Emons East und kennt die Situation in der Ukraine vor und nach Kriegsbeginn.

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„Wir arbeiten mit langjährigen Partnern vor Ort zusammen, die sich auskennen“, sagt Peter Seuß, Leiter Emons East bei der Emons Spedition.

Laut Seuß rangieren die Ukraine und Kasachstan im Komplettladungsbereich nach wie vor unter den Top 10 der meistbelieferten Länder von Emons. Mittlerweile sind oft Baustoffe für den Wiederaufbau zerstörten Territoriums darunter.

„Ich habe Bilder erhalten, auf denen ein komplett zerstörtes Viertel zu sehen ist und ein halbes Jahr später befindet sich dort ein Neubau“, berichtet Seuß. „Das ist wie ein Kreislauf und es kann sein, dass morgen alles wieder zerstört wird“, ergänzt Lingemann.

Emons schließt Munitionstransporte in Kriegsgebiete aus

Darum kommt es für die Emons Spedition nicht in Frage, Munition zu transportieren. „Wir beschäftigen uns natürlich mit den aktuellen Marktentwicklungen und dem Bereich Defence. Aber in ein Kriegsgebiet Munition bringen? Das ist nochmal eine andere Frage. Und nur, weil Defence jetzt ein Thema ist, müssen wir das nicht zwingend machen“, so Lingemann. Damit würde er sich nicht wohlfühlen. „Diesen Krieg will niemand und wir hoffen auf ein Ende des Krieges“, sagt Lingemann. Er ist seit 2022 für den Bereich Road Freight International innerhalb der Emons Spedition verantwortlich.

Vor Kriegsbeginn sei Russland ein wichtiger Markt gewesen und Emons arbeitete natürlich mit russischen Unternehmen zusammen. Russland hatte damals laut Lingemann einen ganz anderen Stellenwert, eine komplett andere makroökonomische und politische Bedeutung. Mit Kriegsausbruch kam die Zusammenarbeit mit russischen Unternehmen zum Erliegen. Die Emons Spedition orientierte sich entsprechend um. „Da musst du dich schon noch mal neu finden und auch erfinden“, so Lingemann.

Kasachstan gewinnt als Markt an Bedeutung

Seitdem finden – ausgelöst durch die geopolitischen Entwicklungen – Veränderungen auf dem Markt statt. „Vor sechs Jahren hat zum Beispiel noch niemand von Kasachstan gesprochen und nun sagen viele, das sei das ,neue Russland‘“, sagt der Geschäftsleiter International.

Was die Handelsrouten betrifft, ist Kasachstan laut Lingemann neben der Ukraine das erfolgreichste Land von Emons East. In der Gesamtbetrachtung deckt Emons den europäischen Landverkehr flächendeckend ab und ist mit eigenen Standorten in Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Italien, Liechtenstein, der Schweiz, Bulgarien und Dänemark vertreten. Die Landesgesellschaft in Portugal besteht seit 2022. Im September 2025 kam in Spanien das Joint Venture Emons Logistics España mit Miguel Suárez hinzu. Im März dieses Jahres übernahm Emons zudem das spanische Netzwerk Pall-Ex Iberia. „Wir können die iberische Halbinsel komplett alleine abwickeln“, sagt Lingemann.

Lokale Partner statt eigener Landesgesellschaften

Landesgesellschaften in Zentralasien oder im Kaukasus kann er sich heute nicht vorstellen: „Wir haben bewusst keine Landesgesellschaften in diesen Ländern. Unsere Partner stammen aus diesen Ländern, leben die Kultur entsprechend und kennen sich auf dem Markt vor Ort aus. Das funktioniert im Moment sehr gut und bringt Benefits für beide Seiten.“

Der Erfolg des Geschäftsbereichs Emons East gibt diesem Vorgehen recht. Lingemann und Seuß beschreiben ihn als stetig wachsend, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Weitere Sondertransporte wie vom Rheintal nach Turkmenistan, die für Aufmerksamkeit sorgen, werden folgen.

Das Unternehmen

  • Die Emons Spedition wurde 1928 gegründet und ist in 15 Ländern vertreten.
  • Geschäftsbereiche: Logistikdienstleistungen, Straßentransporte, See- und Luftfracht, Schienengüterverkehr, Zollabwicklung, KEP-Dienstleistungen.
  • Sitz in Köln.
  • Leitung: Ralf Wieland (CEO), Thorsten Heuser (CFO).
  • Rund 3.900 Mitarbeitende.
  • Im März dieses Jahres hat Emons das spanische Netzwerk Pall‑Ex Iberia gekauft. Die East-Transporte finden seit 2002 statt. Der Geschäftsbereich wächst stets, die Länder mit den stärksten Umsätzen sind die Ukraine und Kasachstan.