Elektromobilität ist im Alltag von Logistikdienstleistern und Speditionen angekommen. Das haben die Praxisbeispiele beim trans aktuell-Symposium „Antriebswende in der Krise – Wie E-Mobilität für alle wirtschaftlich wird“ gezeigt. Die Referentinnen und Referenten schilderten die Chancen und Herausforderungen, das Publikum diskutierte mit.
Das trans aktuell-Symposium fand im Landschaftspark Duisburg-Nord statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besichtigten in der Mittagspause die ungewöhnliche Location – ein stillgelegtes Stahl- und Eisenhüttenwerk.
Köppen: Zehn Jahre Erfahrung mit E-Lkw
Jochen Köppen, Geschäftsführer der Köppen Spedition aus Duisburg, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und hob die Bedeutung des Logistikstandorts Duisburg hervor. Das Familienunternehmen Köppen ist seit 150 Jahren in Duisburg ansässig.
Seit 2016 macht Köppen Erfahrungen mit Elektro-Lkw. Er berichtete von dem bisweilen schwierigen Weg bis April 2026. Seitdem sind fünf elektrische Sattelzugmaschinen von MAN Truck & Bus im Einsatz. „Wir laufen seit etwa 100.000 Kilometern völlig störungsfrei“, sagte Köppen.
Mithilfe von Daten und Künstlicher Intelligenz
Die Antriebswende machen nicht nur die richtigen Assets erfolgreich. Florian Modrich, Country Leader DACH bei ZF Digital Solutions Germany mit Sitz in Hannover, stellte die digitale Flottenorchestrierungs-Plattform ZF Scalar vor. Seiner Meinung nach sind Daten und Künstliche Intelligenz (KI) für das Gelingen der Antriebswende wichtig und führen zu begründeten Entscheidungen für oder gegen E-Lkw. „Die Diskussion sollte nicht Diesel versus Elektro sein, sondern welcher Antrieb passt zu welcher Vision“, sagte Modrich.
Routen- und Ladeplanung von E-Lkw im Fernverkehr
Gamechanger für den Einsatz von Elektro-Lkw können Planungstools wie das des Berliner Start-ups Libergy sein. Dr. Julian Lütkewitte, Co-Founder und Geschäftsführer von Libergy, zeigte gemeinsam mit Karsten Brümmer, Senior Projektmanager bei BLG Industrielogistik aus Bremen, wie die anbieterunabhängige Plattform für die Routen- und Ladeplanung von E-Lkw im Fernverkehr funktioniert.
BLG Industrielogistik fährt nicht selbst, sondern setzt auf Transportunternehmer. Diese benötigen laut Brümmer einen „belastbaren Plan“ – und den liefert Libergy. „Wir wollen das Henne-Ei-Problem durch stabile technische Unterstützung für unsere Kunden durchbrechen“, sagte Lütkewitte. Zugleich appellierte er an die OEMs: „Wenn ich einen Lkw kaufe, sollte ich den digitalen Lkw gleich mitbekommen.“
THG-Quote bietet zusätzlichen wirtschaftlichen Hebel
Ein weiterer Gamechanger ist laut Marina Hill, Marketing Lead & Sales Partner bei GreenTrax mit Sitz in Kleve, die THG-Quote. „Die THG-Quote ist ein erheblicher Hebel“, sagte Hill. Green Trax wickelt den THG-Quotenhandel für Unternehmen in den Bereichen Elektromobilität und grüner Wasserstoff ab. Hill erklärte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die beiden Optionen Fahrzeugquote und öffentliche Ladepunkte. Eine wichtige Erkenntnis: Grünstrom verdoppelt die THG-Quotenerlöse.
Die ausführliche Berichterstattung folgt in der trans aktuell-Ausgabe 20.






