Teva setzt Wasserstoff-Lkw von Hylane ein

Teva setzt auf Wasserstoff-Lkw von Hylane
Pharmalogistik startet mit Brennstoffzelle durch

Ein Wasserstoff-Lkw von Hylane fährt jetzt für Teva. Der Brennstoffzellen-Lkw übernimmt Pharma-Transporte in Süddeutschland und soll zeigen, dass emissionsfreie Logistik wirtschaftlich funktioniert.

Wasserstoffbetriebene Sattelzugmaschine vom Typ Iveco S‑eWay Fuel Cell im Einsatz für Teva am Standort Ulm.
Foto: Hylane

„Da gibt’s doch was von Hylane“: Teva setzt auf Wasserstoff-Lkw. Wenn es um Medikamente geht, sind Zuverlässigkeit und Termintreue Pflicht. Ausgerechnet in diesem anspruchsvollen Umfeld setzt Teva Deutschland nun erstmals auf einen Wasserstoff-Lkw. Das Pharmaunternehmen, vielen vor allem durch die Marke Ratiopharm bekannt, nimmt einen Brennstoffzellen-Lkw von Hylane in den Regelbetrieb auf – und liefert damit ein weiteres Praxisbeispiel dafür, wo Wasserstoff im Straßengüterverkehr seine Stärken ausspielen kann. Der eingesetzte Iveco S-eWay Fuel Cell wird künftig Arzneimittel und Pharmaprodukte rund um Ulm sowie auf längeren Relationen nach Nürnberg, München, Stuttgart, Heidelberg oder Bamberg transportieren. Bis zu 2.000 Kilometer pro Woche soll das Fahrzeug emissionsfrei zurücklegen.

Hylane gewinnt weiteren namhaften Kunden

Für Hylane ist der Auftrag ein weiterer wichtiger Meilenstein. Das Kölner Unternehmen hat sich mit seinem nutzungsabhängigen Mietmodell auf emissionsfreie Nutzfahrzeuge spezialisiert und baut seine Kundenbasis kontinuierlich aus. Bereits zahlreiche Logistikunternehmen setzen batterieelektrische oder wasserstoffbetriebene Fahrzeuge über Hylane ein. Das Konzept bleibt dabei unverändert: Unternehmen müssen keinen Wasserstoff-Lkw kaufen, sondern bezahlen lediglich die tatsächlich gefahrenen Kilometer sowie den verbrauchten Wasserstoff. Fahrzeugbeschaffung, Zulassung, Wartung, Versicherung, Reifenservice und Fahrertraining übernimmt Hylane. Gerade angesichts der hohen Anschaffungskosten moderner Brennstoffzellen-Lkw senkt dieses Modell die Einstiegshürde erheblich.

Wasserstoff soll dort punkten, wo Batterie-Lkw an Grenzen stoßen

Der jetzt eingesetzte IVECO S-eWay Fuel Cell erreicht laut Hersteller Reichweiten von bis zu 800 Kilometern und lässt sich innerhalb von weniger als 20 Minuten vollständig betanken. Gerade in der Pharmalogistik kann diese Kombination aus hoher Reichweite und kurzen Tankzeiten ein Vorteil sein. Anders als bei klassischen Stückgutverkehren wechseln hier häufig kurze regionale Touren mit längeren Relationen. Solche wechselnden Einsatzprofile gelten als eine der Stärken wasserstoffbetriebener Nutzfahrzeuge. Betankt wird der Lkw an verschiedenen Wasserstoffstationen entlang der Route. Zum Einsatz kommt überwiegend RFNBO-zertifizierter grüner Wasserstoff aus erneuerbaren Energien.

Teva testet nachhaltige Logistik im Regelbetrieb

Für Teva ist das Fahrzeug Teil der eigenen Dekarbonisierungsstrategie. „Gerade in der Pharmalogistik kommt es auf Zuverlässigkeit, Flexibilität und Reichweite an – wir sehen hier großes Potenzial, diesen Anforderungen auch mit neuen Technologien gerecht zu werden“, sagt Andreas Burkhardt, Senior Vice President für Deutschland, Großbritannien, Benelux, Irland und Skandinavien bei Teva. Der Brennstoffzellen-Lkw soll nicht als Demonstrationsprojekt dienen, sondern im täglichen Regelbetrieb Erfahrungen sammeln.

Mautbefreiung verbessert die Wirtschaftlichkeit

Neben den ökologischen Vorteilen spielt weiterhin auch die Wirtschaftlichkeit eine wichtige Rolle. Wasserstoff-Lkw profitieren derzeit noch von der Mautbefreiung für emissionsfreie Nutzfahrzeuge. Zusammen mit dem Hylane-Mietmodell soll dies den Einstieg in alternative Antriebe wirtschaftlich erleichtern. Dr. Sara Schiffer, Gründerin und CEO von Hylane, sieht genau darin den entscheidenden Hebel: Unternehmen müssten alternative Antriebe möglichst ohne hohe Anfangsinvestitionen nutzen können.

Wasserstoff bleibt Baustein der Antriebsvielfalt

Der Einsatz bei Teva zeigt zugleich, dass sich Wasserstoff-Lkw zunehmend aus der Pilotphase herausbewegen. Während batterieelektrische Fahrzeuge vor allem auf planbaren Relationen an Bedeutung gewinnen, positioniert sich der Brennstoffzellenantrieb weiterhin als Alternative für anspruchsvollere Einsatzprofile mit größeren Reichweiten und kurzen Betankungszeiten. Für Hylane ist der neue Pharmakunde deshalb weit mehr als ein einzelner Fahrzeugauftrag. Er liefert einen weiteren Praxisnachweis dafür, dass Brennstoffzellen-Lkw inzwischen auch in hochsensiblen Lieferketten wirtschaftlich eingesetzt werden können.

In Kürze: die Key Facts

  • Unternehmen: Teva Deutschland
  • Marke: Ratiopharm
  • Fahrzeug: Iveco S-eWay Fuel Cell
  • Anbieter: Hylane
  • Antrieb: Brennstoffzelle
  • Reichweite: bis zu 800 Kilometer
  • Betankungszeit: unter 20 Minuten
  • Einsatzgebiet: Pharma- und Medikamentenlogistik
  • Region: Ulm und Süddeutschland
  • Fahrleistung: bis zu 2.000 Kilometer pro Woche
  • Besonderheit: Nutzung über das kilometergenau abgerechnete Hylane-Mietmodell
  • Kraftstoff: überwiegend RFNBO-zertifizierter grüner Wasserstoff
  • Ziel: Dekarbonisierung der Pharmalogistik