Stückgutlogistik: Kosten steigen weiter

DSLV Kostenindex Stückgutlogistik
Speditionen kämpfen mit steigenden Kosten

Die Kosten der Stückgutlogistik steigen weiter: Laut DSLV-Kostenindex legen die Prozesskosten um 3,4 Prozent zu – trotz stagnierender Sendungsmengen.

Umschlaghalle eines Stückgutnetzwerks mit Fördertechnik und Paletten
Foto: Thomas Küppers

Die Kosten in der Stückgutlogistik steigen weiter, obwohl die Sendungsmengen kaum wachsen. Laut Kostenindex Sammelgutspedition des DSLV Bundesverband Spedition und Logistik sind die sendungsbezogenen Prozesskosten im zweiten Halbjahr 2025 um 3,4 Prozent gestiegen. Gleichzeitig gingen die Sendungsmengen in den Stückgutnetzen leicht zurück. Für Speditionen bedeutet diese Entwicklung zusätzlichen wirtschaftlichen Druck: steigende Kosten treffen auf ein nahezu stagnierendes Transportaufkommen.

Personalkosten bleiben größter Kostentreiber

Der größte Kostenblock bleibt das Personal. Laut DSLV liegt dessen Anteil bei 51 Prozent der Gesamtkosten. Allein im zweiten Halbjahr 2025 stiegen die Personalkosten um 3,7 Prozent. Hintergrund ist unter anderem die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Januar 2025, die sich auf die gesamte Lohnstruktur der Branche auswirkt. Die Entwicklung zeigt, wie stark arbeitsintensiv die Stückgutlogistik weiterhin ist.

Investitionen in Digitalisierung und E-Lkw treiben Sachkosten

Neben dem Personal steigen auch die Sachkosten deutlich. Sie legten um 4,2 Prozent zu und machen inzwischen 33 Prozent der Gesamtkosten aus.

Treiber sind vor allem Investitionen in:

  • Automatisierung von Umschlaganlagen
  • Digitalisierung von Logistikstandorten
  • Batterieelektrische Lkw
  • Ladeinfrastruktur

Damit reagiert die Branche auf steigende Anforderungen an Effizienz, Nachhaltigkeit und CO₂-Reduktion.

Palettenpreise treiben zusätzliche Kosten

Ein weiterer Kostenfaktor ist das Palettenhandling in den Stückgutnetzen. Hier verzeichnet der DSLV einen Kostenanstieg von 6,4 Prozent. Ursache ist vor allem der starke Preisanstieg bei Paletten: Die durchschnittlichen Preise legten um 21 Prozent zu.

Systemnetze stoßen an Effizienzgrenzen

Nach Einschätzung des DSLV sind die Rationalisierungsmöglichkeiten in den Stückgutnetzen inzwischen weitgehend ausgeschöpft. „Sämtliche Kostensteigerungen müssen deshalb jetzt am Markt platziert werden“, sagt DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster. Gleichzeitig steige der Druck, die Logistiknetze weiter zu modernisieren. Digitalisierung, CO₂-freie Transporte und höhere Resilienz erfordern zusätzliche Investitionen.

Dieselpreise könnten weitere Kostensteigerungen auslösen

Auch externe Faktoren könnten die Kosten weiter treiben. Der DSLV verweist insbesondere auf den sprunghaften Dieselpreisanstieg infolge geopolitischer Konflikte, etwa durch Spannungen im Nahen Osten. Dies könnte künftig zu weiteren Belastungen für Logistikunternehmen führen.

Sendungsmengen stagnieren trotz wachsender Netzstruktur

Die Sendungsmengen entwickelten sich im zweiten Halbjahr 2025 nur schwach. Gegenüber dem Vorjahr lagen sie 0,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Gleichzeitig wuchs das untersuchte Netzwerk: Der Index basiert inzwischen auf 128 Stückgutdepots, vier mehr als im Vorjahr. Dadurch sank die durchschnittliche Sendungszahl pro Depot um 3,3 Prozent.

In Kürze: die Key Facts

Studie: DSLV-Kostenindex Sammelgutspedition

Berichtszeitraum: 2. Halbjahr 2025

Kostenentwicklung

  • Prozesskosten Stückgutlogistik: +3,4 %
  • Personalkosten: +3,7 %
  • Sachkosten: +4,2 %
  • Palettenhandling: +6,4 %

Kostenstruktur

  • Personal: 51 %
  • Sachkosten: 33 %

Sendungsmengen

  • Veränderung: –0,1 %

Datengrundlage

  • 13 Stückgutnetze
  • 128 Depots
  • 19,3 Mio. Sendungen

Herausforderungen der Branche

  • steigende Lohnkosten
  • Investitionen in Digitalisierung
  • Umstellung auf alternative Antriebe
  • steigende Energiepreise