Reifendaten für den Werkstattservice

Daten für den Werkstattservice
Reifendruckwerte im Fuhrpark nutzen

Sinkt der Reifendruck während der Fahrt, braucht die Disposition Informationen. Prometeon übermittelt Druck- und Temperaturwerte an Flottenplattformen und verbindet sie mit Werkstattservice.

Prometeon Tyre Deutschland
Foto: Prometeon Tyre Deutschland

Auf dem Weg zum Kunden sinkt der Druck in einem Reifen. Für Fahrer und Disposition zählt dann jede Information: Ist eine Kontrolle an der nächsten geeigneten Stelle möglich, oder muss der Lkw sofort anhalten? Sensoren im Reifen sollen solche Entscheidungen erleichtern. Prometeon setzt dafür auf ProSensor Linked. Die Lösung erfasst Druck und Temperatur und übermittelt die Werte während der Fahrt etwa alle 60 Sekunden.

Telematik überträgt Reifendaten in die Cloud

Das Telematiksystem des Fahrzeugs empfängt die Daten und leitet sie über das Internet an eine Cloud weiter. Fuhrparkleiter greifen anschließend über eine Webplattform darauf zu. Prometeon hat die Anbindung an die Flottenmanagementplattform ZF Scalar gemeinsam mit ZF entwickelt. Tino Schunath, Geschäftsführer von Prometeon Tyre Deutschland, erklärt gegenüber trans aktuell: „Die Plattform erfasst Druck- und Temperaturdaten, stellt sie dem Fuhrparkmanager zur Verfügung und integriert sie in das digitale Ökosystem des Fuhrparks.“ ZF Scalar ist dabei eine von mehreren Anbindungsmöglichkeiten. Die Sensorreifen sind laut Schunath mit verschiedenen Telematiksystemen kompatibel.

Reifendaten unterstützen die Disposition

Speditionen können die Daten damit in die Plattform einbinden, die sie bereits für ihre Fahrzeuge nutzen. Für Speditionen liegt der Nutzen vor allem in der Verbindung zu den vorhandenen Abläufen. Die Messwerte können in die Steuerung des Fuhrparks einfließen. Das erleichtert es, einen Hinweis aus dem Reifen mit dem Standort des Fahrzeugs, dem Tourenverlauf und der nächsten Werkstatt abzugleichen. Warnungen gibt das System aus, wenn Druck oder Temperatur festgelegte Grenzwerte erreichen oder wenn es einen schnellen Druckverlust erkennt. „Der Flottenmanager kann diese Schwellenwerte entsprechend seinen Anforderungen anpassen“, sagt Schunath.

Digitale Überwachung und Reifenservices

Damit lässt sich unterscheiden, ob ein Fahrzeug unmittelbar aus dem Verkehr genommen werden sollte oder ob die Disposition eine Prüfung in den nächsten planbaren Stopp einbauen kann. Die Daten liefern damit eine Grundlage für Entscheidungen. Die zuständigen Mitarbeiter veranlassen danach die nächsten Schritte. Prometeon fasst die digitale Überwachung und weitere Angebote unter dem Namen SuperFleet zusammen. Eine Rolle übernimmt dabei Pro Check.

Pro Check bereitet die Reifenwartung vor

Das Inspektionssystem soll den Zustand der Reifen regelmäßig erfassen und Wartungsarbeiten vorbereiten. Übernimmt ein eigener Verantwortlicher das Reifenmanagement, kann er die Prüfungen mit Pro Check selbst durchführen. Alternativ koordiniert Prometeon den Ablauf über einen Händlerpartner. Welches Modell zum Einsatz kommt, richtet sich nach den Vereinbarungen mit der Spedition. „Prometeon stellt das System zur Verfügung und organisiert den Service gemäß dem vereinbarten Modell“, erklärt Schunath.

Pro Campus schult Beschäftigte

Zum SuperFleet-Konzept gehört außerdem Pro Campus, ein Schulungsangebot für Werkstattmitarbeitende, Fuhrparkmanager und Fahrer. Die Themen reichen von Reifentechnik über digitale Tools bis zum wirtschaftlichen Fahren. Damit greift das Angebot auch die Frage auf, wie Beschäftigte Hinweise aus der Reifenüberwachung im Arbeitsalltag einordnen und nutzen. Hinzu kommt Pro Management. Das Modul bündelt nach Angaben des Herstellers die Abrechnung über einen zentralen Ansprechpartner und hält Arbeiten nachvollziehbar fest.

Pro Management bündelt Leistungen

Bei den beteiligten Prometeon-Händlern sollen einheitliche Geschäfts- und Servicebedingungen gelten. Das System unterstützt auch Reifen anderer Hersteller. Damit kann es für Speditionen mit unterschiedlichen Reifenmarken auf Zugmaschinen, Anhängern und Aufliegern interessant sein. Prometeon richtet seine Leistungen allerdings vorrangig auf die eigenen Produkte aus. Für Pannen unterwegs verweist das Unternehmen auf Pro Time.

Pro Time hilft bei Pannen unterwegs

Der Dienst stützt sich auf ein Netz spezialisierter Partner, das vom Callcenter bis zum Einsatz eines Reifenservice-Technikers reicht. Prometeon nennt eine europaweite Abdeckung für Fahrzeuge mit eigenen Reifen. Kunden rufen dafür eine eigens eingerichtete Servicenummer an. Gerade im grenzüberschreitenden Verkehr kann ein klarer Kontaktweg helfen, wenn Fahrer und Disposition unter Zeitdruck stehen. Zum möglichen Einfluss des Reifendrucks auf den Verbrauch verweist Prometeon auf Angaben des North American Council for Freight Efficiency und der US-Umweltschutzbehörde EPA. Danach verbraucht ein Anhänger mit um zehn Prozent zu niedrigem Druck in den Reifen schätzungsweise etwa ein Prozent mehr Kraftstoff pro Jahr. Zeigt das System eine Abweichung, können Verantwortliche frühzeitig entscheiden, wann und wo sie den Reifen prüfen lassen.