Die Logistikbranche kämpft mit schwacher Nachfrage, steigenden Kosten und wachsendem regulatorischem Druck. Doch während viele Anbieter auf Sicht fahren, geht die Raben Group bewusst in die Offensive und nutzt die Krise für Expansion, Investitionen und strategischen Ausbau ihres Netzwerks. Das Ergebnis: ein Umsatz von über 2,3 Milliarden Euro, Wachstum von mehr als sechs Prozent und eine klare Botschaft an den Markt.
Expansion trotz Krise: Raben setzt auf Wachstum statt Rückzug
2025 war für die gesamte Logistikbranche ein schwieriges Jahr. Sinkende Transportvolumina trafen auf steigende Kosten für Energie, Personal und Dienstleistungen. Gleichzeitig verschärften geopolitische Unsicherheiten und neue regulatorische Anforderungen den Druck auf Speditionen. Die Raben Group reagierte darauf nicht mit Zurückhaltung – sondern mit Expansion. Mit dem Markteintritt in der Schweiz und der Türkei ist das Unternehmen inzwischen in 17 Ländern aktiv. Besonders die Türkei gilt dabei als strategischer Schlüsselknoten: Sie verbindet Europa mit Asien und gewinnt als Logistikdrehscheibe zunehmend an Bedeutung. Parallel übernahm Raben den niederländischen Dienstleister DGO Express und restrukturierte sein Netzwerk in den Niederlanden. Ein klarer Schritt, um die Position in Westeuropa weiter auszubauen.
Deutschland im Fokus: Massive Investitionen in Infrastruktur
Auch in Deutschland hat Raben deutlich investiert und das passend zum 20-jährigen Marktbestehen. Neue Standorte, größere Umschlagkapazitäten und moderne Logistikzentren zeigen, wohin die Reise geht: mehr Effizienz, mehr Automatisierung, mehr Nachhaltigkeit. Besonders hervorzuheben: ein stark erweitertes Depot in Garching bei München sowie ein neues Logistikzentrum in Baden-Baden mit mehr als 30.000 m² Fläche. Damit stärkt Raben gezielt seine Position im wichtigsten Logistikmarkt Europas.
Netzwerk wird dichter: Europa rückt enger zusammen
Parallel zum Flächenausbau hat Raben sein europäisches Netzwerk deutlich verdichtet. Heute betreibt das Unternehmen rund 700 tägliche Verbindungen auf über 150 Routen mit einem Transportvolumen von 7,8 Millionen Paletten jährlich. Neue Linien, etwa zwischen Griechenland und mehreren osteuropäischen Märkten oder zwischen Polen und der Ukraine, zeigen: Besonders der Osten Europas gewinnt strategisch an Gewicht.
Nachhaltigkeit und E-Lkw: Raben baut Flotte konsequent um
Neben Wachstum bleibt Nachhaltigkeit ein zentraler Hebel. Die Gruppe verfolgt ambitionierte Klimaziele: Die Reduktion der Emissionen um über 60 % bis 2032 sowie die Verpflichtung eines Großteils der Partner zur Dekarbonisierung. Konkret zeigt sich das unter anderem durch den Einsatz von HVO100-Biokraftstoff, den Aufbau eigener Tankinfrastruktur sowie die Integration von E-Lkw wie dem Mercedes eActros 600. Auch eigene Ladeinfrastruktur und nachhaltige Logistikzentren gehören inzwischen zum Standard bei neuen Projekten.
Strategie wird klar: Wachstum jetzt, Profitabilität später
Trotz hoher Investitionen und schwieriger Marktbedingungen bleibt Raben profitabel. Die EBITDA-Marge liegt bei mehr als fünf Prozent, der operative Cashflow bei rund 100 Millionen Euro. Allerdings zeigt sich auch: Das Unternehmen nimmt bewusst kurzfristige Belastungen in Kauf, um langfristig stärker zu wachsen. CEO Ewald Raben bringt es auf den Punkt: Die aktuellen Investitionen sind ihm zufolge kein Risiko, sondern Grundlage für die nächsten Jahre.
Fazit: Während andere bremsen, beschleunigt Raben
Die Raben Group verfolgt eine klare Strategie: Nicht sparen, sondern gezielt investieren – auch im Abschwung. Mit neuen Märkten, wachsendem Netzwerk und Fokus auf Nachhaltigkeit positioniert sich das Unternehmen für die nächste Phase der Logistikbranche. Oder anders gesagt: Während viele Wettbewerber noch reagieren, gestaltet Raben bereits den nächsten Markt.







