Logistikimmobilien müssen sich zunehmend an neue Anforderungen von Speditionen und Logistikdienstleistern anpassen. „Die Erwartungen der Nutzer haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert“, sagte Julian Kux, Director Logistics bei Segro Deutschland, gegenüber eurotransport.de. Entscheidend seien vor allem Objektqualität, flexible Flächennutzung sowie ökologische und soziale Standards. Für Betreiber bedeutet das, dass Gebäude stärker auf unterschiedliche Nutzungen vorbereitet sein müssen und sich auch langfristig an veränderte logistische Prozesse anpassen lassen sollten.
Mikrolage beeinflusst Logistikstandorte
Ein zentraler Faktor bleibt die Lage. Besonders in Regionen mit hoher Nachfrage wie München, Nordrhein-Westfalen oder Hamburg gewinnt die Mikrolage eines Standorts an Bedeutung. Neben der Verkehrsanbindung spielen infrastrukturelle Faktoren eine zunehmende Rolle. Dazu zählen etwa leistungsfähige Stromanschlüsse sowie digitale Infrastruktur wie Glasfaser oder stabile Mobilfunknetze innerhalb der Gebäude. Für viele Logistikunternehmen wird die technische Infrastruktur damit zu einem zusätzlichen Standortkriterium.
Automatisierung erhöht den Energiebedarf
Der Energiebedarf vieler Logistikstandorte nimmt zu. Automatisierte Lagertechnik, Kühlanlagen oder Ladeinfrastruktur für elektrische Nutzfahrzeuge erhöhen den Strombedarf deutlich. Gleichzeitig benötigen moderne Logistikprozesse eine stabile digitale Infrastruktur. Für Unternehmen wird deshalb immer wichtiger, ob ein Standort ausreichend Energie- und Datenkapazitäten bereitstellen kann.

„Die Energieversorgung wird für viele Nutzer zu einem zentralen Faktor bei der Standortentscheidung.“ Julian Kux, Director Logistics bei Segro Deutschland
Hallen müssen automatisierte Lagertechnik ermöglichen
Parallel wächst der Bedarf an flexiblen Gebäudestrukturen. Laut Kux spielen Hallenhöhen, Bodentoleranzen und das Stützraster eine zentrale Rolle. Diese Faktoren entscheiden darüber, ob automatisierte Lagertechnik oder Robotiksysteme effizient integriert werden können. Für Betreiber wird damit bereits bei der Auswahl von Logistikimmobilien relevant, ob Gebäude technisch für automatisierte Prozesse geeignet sind.
Automatisierung verändert Anforderungen an Gebäude
Mit zunehmender Automatisierung verändern sich auch die Anforderungen an Gebäudegrundrisse. Lagertechnik, Shuttle-Systeme oder automatisierte Förderanlagen benötigen ausreichend Höhe, tragfähige Böden und möglichst stützenarme Hallen. Gebäude müssen daher so geplant werden, dass sie unterschiedliche technische Systeme aufnehmen können und auch bei veränderten Abläufen flexibel nutzbar bleiben.
Projektentwickler setzen auf flexible Flächen
Ein Beispiel ist der Segro Park Berlin Airport. Dort kombiniert der Entwickler klassische Logistikflächen mit sogenannten Light-Industrial-Einheiten. Neben größeren Logistikhallen entstehen auch Flächen für urbane Logistik sowie Gewerbeparkhallen mit unterschiedlichen Hallenhöhen. Damit sollen unterschiedliche Nutzungen innerhalb eines Standorts ermöglicht werden.
Flexible Mietmodelle erleichtern Wachstum
Die Einheiten lassen sich einzeln oder kombiniert anmieten. Unternehmen können ihre Flächen am Standort damit schrittweise erweitern. Für Logistikunternehmen kann dies Vorteile bieten, wenn sich Transportvolumen oder Geschäftsmodelle verändern und zusätzliche Flächen benötigt werden.
Nachhaltigkeit prägt neue Logistikimmobilien
Auch Nachhaltigkeitsaspekte spielen bei Logistikimmobilien eine zunehmende Rolle. Photovoltaikanlagen auf Hallendächern, Ladeinfrastruktur für elektrische Nutzfahrzeuge und energieeffiziente Bauweisen werden bei Neubauten häufiger berücksichtigt. Gleichzeitig werden bestehende Gebäude zunehmend nachgerüstet, um Energieverbrauch und Emissionen zu reduzieren.
Nachhaltige Gebäude erzielen höhere Mieten
Marktanalysen deuten darauf hin, dass nachhaltige Logistikimmobilien wirtschaftliche Vorteile haben können. Eine Studie des Immobilienberatungsunternehmens Cushman & Wakefield aus dem Jahr 2024 zeigt, dass entsprechende Gebäude teilweise zehn bis dreißig Prozent höhere Mieten erzielen können als konventionelle Objekte. Nachhaltigkeitsstandards gewinnen damit auch aus wirtschaftlicher Sicht an Bedeutung.
Energieeffizienz wird Auswahlkriterium
In der „European Real Estate Logistics Census 2025“, einer Umfrage im Auftrag von Savills, gehört Energieeffizienz zu den wichtigsten Kriterien bei der Auswahl von Logistikflächen. Für 35 Prozent der befragten Nutzer ist sie sogar das entscheidende Kriterium. Energieverbrauch und Gebäudetechnik spielen damit eine wachsende Rolle bei Immobilienentscheidungen.
Unternehmen definieren eigene Nachhaltigkeitsregeln
Daten des Immobilienberatungsunternehmens CBRE zeigen zudem, dass immer mehr Unternehmen eigene Nachhaltigkeitsvorgaben für ihre Logistikstandorte definieren. Solche internen Richtlinien beeinflussen zunehmend die Auswahl neuer Gebäude und die Bewertung bestehender Standorte.





