Verbände verlangen kurzfristige Kostenbremse

Nahostkonflikt sorgt für hohe Dieselpreise
Verbände verlangen kurzfristige Kostenbremse

Die Logistikverbände AMÖ, BGL, BPEX und BWVL fordern von der Bundesregierung eine kurzfristige Entlastung bei den Kraftstoffkosten. Der DSLV dagegen sieht selbst zeitlich begrenzte Tankrabatte kritisch.

MAN TGX 18.440 XLX.
Foto: Thomas Küppers

Wegen des Nahostkonflikts kletterten die Diesel- und Benzinpreise an deutschen Tankstellen in den vergangenen Tagen steil nach oben. Der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ), der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), der Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BPEX) sowie der Bundesverband für Eigenlogistik & Verlader (BWVL) appellieren daher in einer gemeinsamen Mitteilung an den Bund, die Kraftstoffkosten vorübergehend zu senken.

Steigende Energiekosten bewältigen und Lieferketten stabil halten

„Logistik ist das Rückgrat der Wirtschaft. Wenn Transportkosten drastisch steigen, wirkt sich das zwangsläufig auf Preise für Unternehmen sowie Verbraucherinnen und Verbraucher aus“, erklären die Logistikverbände. Steigende Energiekosten zu bewältigen und gleichzeitig Lieferketten stabil zu halten sei herausfordernd.

Keine Dauersubventionierung gefordert

Vor allem in Deutschland sehen sie – im Vergleich zu anderen europäischen Ländern – eine akute Belastung und fordern kurzfristige und zielgerichtete Maßnahmen. „Die Branche fordert keine Dauersubventionierung. Es braucht jedoch eine schnelle, zeitlich auf die Ausnahmesituation begrenzte Bremse bei den Kraftstoffkosten, um die angespannte Lage zu überbrücken.“

Staat soll von steigenden Energiepreisen nicht profitieren

Die Entlastung sollte sich demnach auf die Kompensation der staatlichen Zusatzeinnahmen beschränken, die aufgrund steigender Energiepreise entstehen – insbesondere durch steuerliche Komponenten und die CO2-Bepreisung. Der Staat dürfe in dieser Situation nicht zum Steuergewinner zulasten der Wirtschaft und der Steuerzahler werden.

DSLV sieht Tankrabatte kritisch

Der Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) äußert sich in einer Mitteilung ebenfalls zu steigenden Transportkosten durch den Nahostkonflikt. Der DSLV kritisiert staatliche Kriseninstrumente wie Tankrabatte. Solche Maßnahmen würden häufig nicht bei den Unternehmen ankommen, sondern durch Mitnahmeeffekte im Markt verpuffen. Der Verband fordert stattdessen dauerhafte strukturelle Entlastungen, wie eine Senkung der Energiesteuer auf das europäische Mindestniveau, eine Vermeidung mehrfacher CO2-Belastungen sowie langfristig stabilere Energiepreise für Logistikunternehmen.