Die Lage im Nahen Osten hat direkte Folgen für globale Lieferketten: Die Reederei CMA CGM umgeht jetzt die Straße von Hormus und baut neue Notfall-Routen für den Transport in den Golfstaaten auf. Hintergrund sind Einschränkungen im Schiffsverkehr durch die geopolitische Situation. Für viele Unternehmen bedeutet das: Umwege, höhere Kosten und neue Logistikstrukturen. Der weltweit drittgrößte Containerreeder reagiert nun mit einem groß angelegten Notfallkonzept.
Neue Routen umgehen die Straße von Hormus
Im Zentrum der Strategie stehen alternative Transportkorridore, ohne Passage durch die kritische Meerenge.
CMA CGM kombiniert dafür:
- Seefracht
- Straßentransport
- Teilweise Bahnverbindungen
Ziel ist es, Lieferketten in der Region trotz der Einschränkungen stabil zu halten.

CMA CGM bietet diese drei alternativen Handelsrouten an.
Drei neue Logistik-Korridore für den Golf
Das Unternehmen setzt dabei auf mehrere zentrale Einfallstore:
1. UAE-Korridor (zentrale Drehscheibe)
Über die Häfen:
- Khor Fakkan
- Fujairah
- Sohar
werden Waren in die Region gebracht und anschließend per Lkw verteilt, etwa nach:
- Vereinigten Arabischen Emirate (Dubai, Abu Dhabi, Sharjah)
- Katar
- Bahrain
- Kuwait
- Irak
2. Saudi-Korridor über Jeddah
Eine zweite Route führt über den Rotmeerhafen Jeddah.
Von dort aus organisiert CMA CGM:
- Landtransporte nach Dammam, UAE, Katar, Kuwait, Irak
- Alternative Verbindungen nach Europa und Asien
Diese Route gilt als besonders wichtig für Umgehung des Persischen Golfs.
3. Oman-Korridor
Zusätzlich nutzt der Konzern Häfen im Oman als weitere Alternative.
Von dort werden:
- regionale Transporte in die Golfstaaten
- kombinierte Land- und Feederlösungen
organisiert.
Lieferketten bleiben unter Druck
Trotz der neuen Lösungen bleibt die Situation angespannt.
CMA CGM selbst weist darauf hin:
- Kapazitäten der neuen Korridore sind begrenzt
- Lösungen können sich kurzfristig ändern
- Nicht alle Waren lassen sich problemlos umleiten
Für Unternehmen bedeutet das weiterhin: höhere Kosten und längere Laufzeiten.
Sicherheit hat oberste Priorität
Grund für die Maßnahmen ist die unsichere Lage im Bereich der Straße von Hormus – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit.
CMA CGM betont, dass die Sicherheit von:
- Crews
- Schiffen
- Transportketten
aktuell oberste Priorität hat.
Logistik wird geopolitischer Risikofaktor
Die Entwicklung zeigt, wie stark geopolitische Konflikte die Logistik beeinflussen.
Reedereien müssen zunehmend:
- Alternative Netzwerke aufbauen
- Multimodale Lösungen entwickeln
- Flexibel auf Krisen reagieren
Für viele Verlader wird die sichere Routenplanung damit zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.
In Kürze: die Key Facts
Unternehmen: CMA CGM
Thema: Umgehung Straße von Hormus
Grund
- Geopolitische Spannungen
- Einschränkungen im Schiffsverkehr
Lösung
- Multimodale Transportketten
- Kombination aus See, Straße, Bahn
Hauptkorridore
- Vereinigte Arabische Emirate (Khor Fakkan, Fujairah, Sohar)
- Saudi-Arabien (Jeddah)
- Oman
Betroffene Länder
- Vereinigte Arabische Emirate
- Saudi-Arabien
- Katar
- Bahrain
- Kuwait
- Irak
- Jordanien
Einschränkungen
- Begrenzte Kapazitäten
- Längere Transportzeiten
- Höhere Kosten





