Hoher Besuch im ostfriesischen Moormerland: Bundeskanzler Friedrich Merz und die Parlamentarische Staatssekretärin Gitta Connemann waren Ende April bei dem familiengeführten Transportunternehmen Akkermann Transporte eingeladen. Das Unternehmen beschäftigt rund 100 Mitarbeitende und betreibt rund 65 Lkw.
BGL nutzt Besuch für drei klare Forderungen
Merz und Connemann tauschten sich einer Pressemitteilung des Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) zufolge mit der Unternehmerfamilie und dem BGL aus. Aufsichtsratsmitglied und Gastgeber Klaus Akkermann sowie Vorstandssprecher Prof. Dr. Dirk Engelhardt sprachen für den BGL.
Im Mittelpunkt stand die Situation des mittelständischen Straßengüterverkehrs: Rund 80 Prozent der Unternehmen sind kleine Betriebe mit weniger als 20 Mitarbeitenden. Der BGL nannte demnach drei zentrale Punkte: CO2-Doppelbelastung, Mautharmonisierung und den Finanzierungskreislauf Straße.
Energiesteuerrabatt nur kurzfristige Hilfe
Der befristete Energiesteuerrabatt war laut BGL ein wichtiger Schritt, aber keine dauerhafte Lösung. Der Mittelstand brauche Entlastung, die Liquidität sichere, Wettbewerbsnachteile abbaue und Investitionen ermögliche. Die CO2-Doppelbelastung müsse enden. Wer bereits die CO2-Komponente der Lkw-Maut zahle, dürfe nicht zusätzlich über den CO2-Zuschlag auf Kraftstoff belastet werden.
BGL fordert stärkere Mautharmonisierung
Zugleich fordert der BGL eine stärkere Mautharmonisierung. Das Programm „Umweltschutz und Sicherheit“ sollte um Digitalisierung und Resilienz des Straßengüterverkehrs erweitert und von 450 auf 900 Millionen Euro erhöht werden.
Dafür müsse der Bund den Finanzierungskreislauf Straße schließen. Einnahmen aus der Lkw-Maut sollten zweckgebunden in Brücken, Lkw-Stellplätze, Straßenerhalt, bedarfsgerechten Ausbau, Förderprogramme und die klimafreundliche Transformation des Straßengüterverkehrs zurückfließen.
Politische Verlässlichkeit gewünscht
„Der Bundeskanzler hat heute aus erster Hand erlebt, was der mittelständische Straßengüterverkehr in Deutschland leistet – und unter welchen Bedingungen. Wir wünschen uns, dass aus dem heutigen Austausch konkrete Schritte folgen. Fortschritt entsteht dort, wo Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen“, sagte Akkermann nach dem Treffen.
„Die Lage im mittelständischen Transportgewerbe ist äußerst angespannt. Unsere Betriebe brauchen jetzt politische Verlässlichkeit – damit sie investieren, ausbilden und die Transformation aktiv gestalten können“, sagte Engelhardt.
Foto: BGL-Vorstandssprecher Prof. Dr. Dirk Engelhardt (links) und Bundeskanzler Friedrich Merz bei Akkermann Transporte in Moormerland.






