Miele: 840 E-Transporter für den Kundendienst

Miele elektrifiziert seine Serviceflotte
Fast 100 Prozent E-Anteil im Kundendienst

Waschmaschinen, Geschirrspüler – und jetzt Elektro-Transporter: Miele beschafft 840 neue Servicefahrzeuge. Im gewerblichen Kundendienst ist die E-Quote bald nahezu 100 Prozent. Doch es gibt Unterschiede.

Miele-Servicemitarbeiter lädt einen batterieelektrischen Transporter an einer Ladesäule. Der Hausgerätehersteller stellt seine europäische Kundendienstflotte zunehmend auf Elektroantrieb um.
Foto: Volkswagen Nutzfahrzeuge

Elektrische Waschmaschinenen sowie Geschirrspüler bekommen jetzt elektrische Servicefahrzeuge: Miele stellt seine Kundendienstflotte in Europa zunehmend auf Batterieantrieb um. Im gewerblichen Service soll die E-Quote nahezu 100 Prozent erreichen. Doch beim Kundendienst für Privathaushalte sieht die Sache noch anders aus.

840 Service-Transporter von Volkswagen Nutzfahrzeuge

Wer Miele hört, denkt zunächst an Waschmaschinen, Geschirrspüler und andere Haushaltsgeräte. Künftig könnte aber auch der elektrische Transporter zum vertrauten Bild der Marke gehören. Denn der Hausgerätehersteller aus Gütersloh treibt die Elektrifizierung seines europäischen Kundendienstes voran. Dafür beschafft Miele insgesamt 840 neue Service-Transporter von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Die Fahrzeuge sind für den Einsatz bei Privat- und Gewerbekunden vorgesehen. Allein 440 davon sollen in Deutschland unterwegs sein. Die europaweite Ausschreibung umfasst die Jahre 2026 und 2027. Die neuen Transporter werden mit professionellen Fahrzeugeinrichtungen von Sortimo ausgestattet, damit die Servicetechniker Werkzeuge und Ersatzteile direkt an Bord haben.

Fast 100 Prozent Elektroquote im gewerblichen Kundendienst

Besonders weit ist Miele bereits beim sogenannten Professional-Kundendienst. Dieser betreut gewerbliche Kunden, etwa bei professionellen Wasch- und Spüllösungen. Künftig sollen nahezu alle 420 Mitarbeitenden dieses Bereichs mit batterieelektrischen Transportern unterwegs sein. Damit erreicht Miele nach eigenen Angaben eine Elektroquote von fast 100 Prozent. Anders sieht es beim Kundendienst für Privathaushalte aus. Hier liegt der Anteil rein elektrischer Fahrzeuge derzeit bei rund 30 Prozent. Mit dem Austausch weiterer Servicewagen soll er schrittweise steigen. Damit zeigt sich innerhalb desselben Unternehmens, wie unterschiedlich schnell die Elektrifizierung vorankommen kann. Denn ein Transporter muss nicht nur genügend Reichweite bieten, sondern auch zum jeweiligen Einsatzgebiet, den täglichen Fahrstrecken und den Lademöglichkeiten passen.

Reichweite und Ladezeiten: Miele hat bereits Erfahrungen gesammelt

Die Entscheidung für die neuen Fahrzeuge kommt nicht aus dem Nichts. Miele setzt im Kundendienst bereits verschiedene Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ein, darunter den vollelektrischen VW ID. Buzz. Die Erfahrungen mit Reichweite, Ladezeiten, Energieverbrauch und Alltagstauglichkeit flossen nach Unternehmensangaben ebenso in die neue Ausschreibung ein wie die Rückmeldungen der Servicetechniker. „Die Erfahrungen aus dem täglichen Serviceeinsatz zeigen uns, dass Elektromobilität sehr gut funktioniert, wenn Fahrzeug, Ladeinfrastruktur und Einsatzprofil konsequent aufeinander abgestimmt sind“, erklärt Rebecca Steinhage, Executive Director Human Resources & Corporate Affairs bei Miele. Das ist gerade für Serviceflotten ein entscheidender Punkt. Anders als im Fernverkehr sind viele Einsätze regional organisiert. Gleichzeitig können ungeplante Kundenbesuche, längere Anfahrten und die Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten den Alltag erschweren.

Miele-Servicemitarbeiter vor einem Elektro-Transporter mit Sortimo-Fahrzeugeinrichtung für Werkzeuge und Ersatzteile. Der Hausgerätehersteller elektrifiziert seine europäische Serviceflotte.
Volkswagen Nutzfahrzeuge

Rollende Werkstatt mit Elektroantrieb: Für seine neuen Service-Transporter setzt Miele auf Fahrzeugeinrichtungen von Sortimo. Der Ausbau bietet Platz für Werkzeuge und Ersatzteile und soll durch seine gewichtsoptimierte Konstruktion den Energieverbrauch möglichst gering halten.

Sortimo macht die Elektro-Transporter zur rollenden Werkstatt

Neben dem Antrieb spielt bei den Servicefahrzeugen die Einrichtung eine wichtige Rolle. Schließlich müssen die Techniker Werkzeuge, Ersatzteile und Arbeitsmaterial sicher transportieren können. Miele setzt deshalb auf Fahrzeugeinrichtungen von Sortimo. Deren vergleichsweise leichte Bauweise soll helfen, das Fahrzeuggewicht und damit den Energieverbrauch zu begrenzen. Gerade bei batterieelektrischen Transportern ist das relevant: Je mehr Gewicht die Fahrzeuge bewegen müssen, desto höher fällt unter vergleichbaren Bedingungen der Energiebedarf aus. Auch beim Komfort verspricht sich Miele Vorteile. Im Stop-and-go-Verkehr soll der elektrische Antrieb den Arbeitsalltag erleichtern. Hinzu kommt die Möglichkeit, den Innenraum bereits während des Ladevorgangs vorzuklimatisieren.

In Kürze: die Key Facts

  • Unternehmen: Miele, Hersteller von Haushalts- und Gewerbegeräten mit Hauptsitz in Gütersloh.
  • Vorhaben: Schrittweise Elektrifizierung der europäischen Kundendienstflotte.
  • Beschaffung: Insgesamt 840 neue Service-Transporter von Volkswagen Nutzfahrzeuge.
  • Zeitraum: Die europaweite Ausschreibung umfasst die Jahre 2026 und 2027.
  • Deutschland: 440 der neuen Transporter sind für den deutschen Markt vorgesehen.
  • Professional-Kundendienst: Nahezu alle 420 Mitarbeitenden sollen künftig batterieelektrische Servicefahrzeuge nutzen.
  • Elektroquote im Professional-Bereich: Nach Unternehmensangaben künftig nahezu 100 Prozent.
  • Haushaltskundendienst: Der aktuelle Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge beträgt rund 30 Prozent und soll weiter steigen.
  • Fahrzeugeinrichtung: Sortimo liefert die Ausstattung für Werkzeuge und Ersatzteile.
  • Bisherige Erfahrungen: Miele nutzt bereits Fahrzeuge mit alternativen Antrieben, darunter den VW ID. Buzz.
  • Ziel: Reduzierung der direkten CO₂-Emissionen im Kundendienst.
  • Wirtschaftlichkeit: Anschaffungskosten, konkrete Betriebskosteneinsparungen und Ladeinfrastruktur-Investitionen werden nicht beziffert.

Fazit

840 neue Transporter – aber was kostet die Umstellung?

Mit der weitgehenden Elektrifizierung seines Kundendienstes zeigt Miele, dass batterieelektrische Transporter auch in großen Serviceflotten zunehmend zum Alltag gehören. Besonders bemerkenswert ist die nahezu vollständige Umstellung im gewerblichen Kundendienst. Allerdings bleiben einige wirtschaftlich wichtige Fragen offen. Weder die Anschaffungskosten der 840 Fahrzeuge noch die erwarteten Einsparungen bei Energie- und Betriebskosten werden beziffert. Auch konkrete Angaben zu Reichweiten, jährlichen Fahrleistungen oder zum Ausbau der Ladeinfrastruktur fehlen. Damit liefert Miele zwar ein interessantes Beispiel für die Elektrifizierung einer großen europäischen Serviceflotte. Ob und unter welchen Bedingungen sich die Umstellung gegenüber Dieseltransportern rechnet, lässt sich anhand der veröffentlichten Informationen jedoch nicht beurteilen.