Messe erweitert Flottenfokus

Neue Schwerpunkte für die Messe
Tire Cologne rückt Praxis stärker in den Fokus

Die Reifenbranche steht unter Druck durch Regulierung, Kosten und Wettbewerb. Die Tire Cologne 2026 reagiert darauf mit neuen Formaten und rückt Transport und Logistik stärker in den Fokus. Dabei setzt die Messe auch auf Kooperationen innerhalb der Branche.

The Tire Cologne
Foto: The Tire Cologne

Mit der stärkeren Ausrichtung auf praxisnahe Themen und Formaten wie dem trans aktuell-Symposium spricht die Tire Cologne 2026 auch Akteure aus Transport und Logistik an.„Wir sind keine reinen Verkäufer von Quadratmetern mehr, sondern eine Plattform für Themen und Austausch“, sagt Ingo Riedeberger, Director der Tire Cologne bei der Koelnmesse. Damit beschreibt er die veränderte Rolle der Veranstaltung. Die Messe soll nicht mehr nur Produkte zeigen, sondern verstärkt als Ort für fachlichen Austausch und inhaltliche Einordnung dienen. Hintergrund ist ein Marktumfeld, das sich durch neue Technologien und veränderte Rahmenbedingungen zunehmend komplexer darstellt.

Messe richtet sich stärker auf Anwendungen aus

Die Tire Cologne verschiebt ihren Fokus stärker in Richtung konkreter Anwendungen und betrieblicher Fragestellungen. Themen werden nicht mehr ausschließlich entlang von Produktgruppen strukturiert, sondern orientieren sich zunehmend an praktischen Anforderungen aus dem Alltag von Werkstätten, Handel und Flotten. Dabei gewinnt der Austausch zwischen den Akteuren entlang der Wertschöpfungskette an Bedeutung. Die Messe soll dafür einen Rahmen bieten, in dem Erfahrungen, Anforderungen und Lösungsansätze zusammengeführt werden.

Symposium bindet Transportbranche ein

Ein zentraler Bestandteil dieser Entwicklung ist die Zusammenarbeit mit dem trans aktuell-Symposium aus dem ETM Verlag, zu dem auch eurotransport.de gehört. Das Format ist darauf ausgelegt, gezielt Entscheider aus Speditionen und Flotten einzubinden und die Perspektive der Anwender stärker auf die Messe zu bringen. Am 10. Juni 2026 steht beim trans aktuell-Symposium die Frage im Mittelpunkt, wie Unternehmen trotz steigender Kosten und begrenzter Preisspielräume ihre Auslastung verbessern und wirtschaftlicher arbeiten können.

Kosten senken und Ausfälle reduzieren

Experten und Praktiker zeigen, welche Stellhebel im Betrieb genutzt werden können, um Prozesse zu optimieren und Kosten zu senken. Dazu zählen Maßnahmen zur Reduzierung von Ausfällen, zur Verkürzung von Laufzeiten und zur Senkung des Energieeinsatzes. Auch digitale Werkzeuge und Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz werden einbezogen. Sie sollen dabei helfen, Abläufe besser zu steuern und Potenziale im Betrieb sichtbar zu machen. Ergänzt wird das Programm durch einen geführten Messerundgang, der die Inhalte mit konkreten Lösungen aus dem Ausstellungsbereich verknüpft. Zur Anmeldung geht's hier:

Weniger Aussteller bei stabiler Internationalität

Die Tire Cologne 2026 wird nach Angaben der Koelnmesse mit rund 350 Ausstellern etwas kleiner ausfallen als zuvor. Gründe sind unter anderem regulatorische Vorgaben, Zölle und veränderte Marktbedingungen. Diese Entwicklungen betreffen insbesondere kleinere Anbieter, die ihre Messebeteiligung anpassen oder aussetzen. Gleichzeitig bleibt die Messe stark international geprägt. Rund drei Viertel der Aussteller kommen aus dem Ausland, erwartet werden bis zu 15.000 Besucher. Die internationale Ausrichtung bleibt damit ein zentraler Bestandteil des Konzepts und bildet die Struktur des globalen Reifenmarktes ab.

Inhalte verschieben sich Richtung Kreislauf und Service

Inhaltlich rücken Kreislaufwirtschaft und Dienstleistungen stärker in den Mittelpunkt. Die Veranstalter sprechen bewusst von „Circularity“ als wirtschaftlich relevantem Ansatz. „Wir nennen es nicht mehr nur Nachhaltigkeit, sondern den vollständigen Kreislauf“, erläutert Riedeberger. Dabei geht es um Fragen des Materialeinsatzes, der Lebensdauer von Produkten sowie um Möglichkeiten der Wiederverwertung. Parallel gewinnt der Servicebereich an Gewicht. Mit dem Format „Walk of Services“ werden Lösungen für Werkstätten und Handel gebündelt dargestellt. Das Innovation Lab ergänzt diesen Ansatz um Einblicke in neue Materialien, Produktionsverfahren und digitale Anwendungen.

Messe zeigt konkrete Anwendungen von KI

Auch beim Thema Künstliche Intelligenz positioniert sich die Messe als Plattform zur Einordnung aktueller Entwicklungen. „Die Tire Cologne trennt Hype von Realität“, sagt Sanjay Sauldie, Experte für digitale Transformation in der Automobil und Reifenbranche. Im Mittelpunkt stehen konkrete Anwendungen, etwa in der Qualitätskontrolle, in der Produktion oder bei der Organisation von Abläufen im Betrieb. Dabei geht es nicht um theoretische Konzepte, sondern um bereits verfügbare Einsatzmöglichkeiten, die in Unternehmen umgesetzt werden können. Ziel ist es, diese Anwendungen sichtbar zu machen und von überhöhten Erwartungen abzugrenzen.

Plattform für Austausch

Die Koelnmesse versteht die Veranstaltung als Plattform für Austausch und Diskussion. „Die Messe der Zukunft ist kein reiner Marktplatz mehr, sondern ein Ort der Orientierung und des Dialogs“, sagt Oliver Frese, Geschäftsführer der Koelnmesse. Die Tire Cologne soll damit einen Rahmen bieten, um Entwicklungen einzuordnen und Kontakte innerhalb der Branche zu knüpfen.