Loxxess: CEO Ingo Brauckmann verlässt Unternehmen

Erneuter Führungswechsel bei Loxxess
CEO Ingo Brauckmann verlässt den Logistiker

Loxxess stellt die Weichen neu. CEO Ingo Brauckmann scheidet nach gerade einmal drei Jahren wieder aus. Welche Pläne die Eigentümerfamilie hinsichtlich derr operativen Verantwortung haben.

CEO Ingo Brauckmann und der Kontraktlogistiker Loxxess gehen getrennte Wege
Foto: Loxxess; Montage: Carsten Nallinger

Beim Kontraktlogistiker Loxxess kommt es überraschend zu einem erneuten Wechsel an der Unternehmensspitze. CEO Ingo Brauckmann und das Unternehmen haben ihre Zusammenarbeit im gegenseitigen Einvernehmen beendet. Damit endet seine Amtszeit bereits nach rund drei Jahren. Gleichzeitig kündigt die Eigentümerfamilie an, sich künftig wieder stärker in die operative Führung einzubringen. Für die Logistikbranche ist das die eigentliche Nachricht hinter der nun angekündigten Umwandlung des Unternehmens von einer Aktiengesellschaft (AG) in eine europäische Gesellschaft (SE).

Eigentümer übernehmen wieder mehr Verantwortung

Erst im Jahr 2023 hatte Loxxess den damaligen BLG-Manager Ingo Brauckmann als neuen CEO vorgestellt. Seine Aufgabe war es, die strategische Weiterentwicklung des europaweit tätigen Kontraktlogistikers voranzutreiben und das Unternehmen für weiteres Wachstum auszurichten. Nun endet diese Phase früher als erwartet. Künftig werden die Gesellschafter Christina Thurner und Dr. Claus-Peter Amberger wieder stärker in die Führung des Unternehmens eingebunden sein. Christina Thurner übernimmt nach Angaben des Unternehmens neben strategischen Aufgaben auch wieder operative Führungsverantwortung.

Transformation abgeschlossen – neuer Kurs beginnt

In der Mitteilung würdigt Loxxess die Arbeit des scheidenden CEOs ausdrücklich. „Ingo Brauckmann hat die Transformation von Loxxess in den vergangenen Jahren erfolgreich vorangetrieben und damit wichtige Grundlagen für die weitere Entwicklung des Unternehmens geschaffen“, erklärt Miteigentümerin Christina Thurner. Welche konkreten Gründe hinter dem vergleichsweise schnellen Führungswechsel stehen, erläutert das Unternehmen nicht. Fest steht jedoch: Die Rückkehr der Eigentümerfamilie in operative Verantwortung deutet auf eine neue Entwicklungsphase des Unternehmens hin.

Fokus auf KI, Automatisierung und IT

An der strategischen Ausrichtung soll sich grundsätzlich nichts ändern. Loxxess kündigt an, die bekannten Geschäftsfelder im Bereich Kontraktlogistik konsequent weiterzuentwickeln. Gleichzeitig sollen Investitionen in Informationstechnologie, Künstliche Intelligenz, Prozessoptimierung und Automatisierung verstärkt werden. Damit reagiert der Logistikdienstleister auf die steigenden Anforderungen seiner Kunden aus Branchen wie Pharma, E-Commerce und Industrie. Gerade in der Kontraktlogistik gewinnen datengetriebene Prozesse, Automatisierung und KI-gestützte Steuerungssysteme zunehmend an Bedeutung. Viele Logistikdienstleister investieren derzeit massiv in entsprechende Technologien, um Produktivität und Transparenz entlang der Lieferketten zu erhöhen.

Warum die Rechtsform nur Nebensache ist

Parallel zum Führungswechsel wird Loxxess künftig als Societas Europaea (SE) firmieren. Die neue Rechtsform soll dem Unternehmen nach eigenen Angaben mehr Flexibilität bei der Gestaltung seiner Strukturen verschaffen und die europäische Ausrichtung unterstreichen. Für Kunden und operative Abläufe dürfte sich dadurch zunächst wenig ändern. Wesentlich relevanter ist die Tatsache, dass die Eigentümerfamilie künftig wieder stärker selbst die Richtung vorgibt.

Signal für die Branche

Der Wechsel zeigt einmal mehr, dass viele familiengeführte Logistikunternehmen trotz Professionalisierung und externer Managementstrukturen weiterhin stark von ihren Eigentümern geprägt bleiben. Bei Loxxess endet damit eine Phase unter externer Führung. Gleichzeitig beginnt eine neue Etappe, in der die Gesellschafter die strategische und operative Entwicklung wieder enger begleiten wollen.

In Kürze: die Key Facts

  • Unternehmen: Loxxess Group
  • Hauptsitz: Tegernsee
  • Mitarbeiter: mehr als 3.200
  • Standorte: 24 in Deutschland, Polen und Tschechien
  • Lagerfläche: rund 380.000 Quadratmeter
  • Schwerpunkt: Kontraktlogistik, Pharma, E-Commerce und Speziallogistik
  • Personalie: CEO Ingo Brauckmann verlässt das Unternehmen
  • Amtszeit: rund drei Jahre
  • Nachfolge: stärkere operative Verantwortung durch die Eigentümerfamilie
  • Eigentümer: Christina Thurner und Dr. Claus-Peter Amberger
  • Neue Rechtsform: Societas Europaea (SE)
  • Strategische Schwerpunkte: KI, Automatisierung, IT und Prozessoptimierung