Der Transport ist erledigt und die Rechnung verschickt. Bis der Auftraggeber zahlt, finanziert die Spedition ihre Leistung vor. Gerät der Kunde wirtschaftlich unter Druck, kann aus dem üblichen Zahlungsziel schnell ein Risiko für die eigene Liquidität werden. Wie aktuell das Thema ist, zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis). Im ersten Halbjahr 2026 kamen im Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei 71,6 Unternehmensinsolvenzen auf 10.000 Unternehmen. Im Durchschnitt aller Wirtschaftsbereiche lag die Insolvenzhäufigkeit mit 36,2 Fällen je 10.000 Unternehmen deutlich niedriger.
Insolvenzen in Verkehr und Lagerei
Gesamtwirtschaftlich stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,7 Prozent. Die amtliche Statistik bildet die Entwicklung allerdings mit zeitlichem Abstand ab. Der Insolvenzantrag liegt laut Destatis in vielen Fällen annähernd drei Monate vor der statistischen Erfassung. Für Speditionen kommt es darauf an, wirtschaftliche Schwierigkeiten ihrer Kunden zu erkennen, bevor es zum Zahlungsausfall kommt. Hinweise liefert zunächst das Zahlungsverhalten. Überschreitet ein Kunde wiederholt vereinbarte Fristen oder versucht er, Zahlungen hinauszuschieben, sollten Unternehmen genauer hinsehen, sagt Anna-Katharina Wichmann, Vertriebsdirektorin bei Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH), gegenüber trans aktuell.

„Jede Leistung auf Rechnung ist ein kurzfristiger Kredit an den Kunden.“ Anna-Katharina Wichmann, Vertriebsdirektorin bei Allianz Trade (DACH)
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