ELVIS vernetzt Depotlader für E-Lkw

Kooperation für E-Güterverkehr
ELVIS vernetzt Depotladepunkte für E-Lkw

ELVIS baut ein Netz gemeinsamer Depotladepunkte für E-Lkw auf. Partner sollen an fremden Standorten vergünstigt nachladen können. Im Herbst beginnt das Pilotprojekt. Wie gut das System im Fernverkehr funktioniert, wird sich dabei zeigen.

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Foto: Elvis

Der Speditionsverbund ELVIS, ein Netzwerk von mehr als 250 Lkw-Speditionen und Frachtführern, baut gemeinsam mit Depotcharge, einem Betreiber einer Plattform für gemeinsam genutzte Depotladeinfrastruktur, eine Charging Community für elektrische Nutzfahrzeuge auf. Sie wird Teil von BGL Charge, dem bundesweiten Depot-Ladenetz des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) und Depotcharge. Seit Anfang September werden dafür Ladepunkte von ELVIS-Partnerunternehmen in die Depotcharge-Plattform integriert. Partner sollen ihre Depotladepunkte für andere Flotten öffnen und im Gegenzug auf weitere Standorte im BGL-Charge-Netz zugreifen können. Der Pilotbetrieb der ELVIS-Community soll im Herbst 2026 beginnen.

BGL Charge als übergeordnetes Netz

BGL Charge soll vorhandene Depotladeinfrastruktur bundesweit für andere Flotten zugänglich machen. Der BGL vertritt über seine Landesverbände rund 7000 Unternehmen. Mit ELVIS wird nun ein weiterer Branchenverbund als eigene Community in die Lösung eingebunden. Die Betreiber der Depotladepunkte entscheiden nach Angaben von BGL und Depotcharge selbst über Preise, Zugangsregeln und Verfügbarkeit. Die Plattform übernimmt Zugangssteuerung, Abrechnung und Zahlungsabwicklung. Sie soll unabhängig von Ladehardware, Backend und Fahrzeughersteller funktionieren. ELVIS-Partner sollen für das Laden bei anderen Mitgliedern vergünstigte Konditionen erhalten. Die Ladepunkte der Community sollen auf der Plattform gesondert gekennzeichnet werden.

Öffentliche Ladepunkte fehlen

Rund 30 Prozent der etwa 250 ELVIS-Partner setzen nach Angaben des Verbunds bereits schwere E-Lkw ein. Im überregionalen Verkehr beschränkt sich deren Einsatz häufig auf Pendel- und Rundläufe mit dem eigenen Depot als Start- und Endpunkt. Öffentliche Ladeangebote für schwere Nutzfahrzeuge fehlen entlang vieler Relationen weiterhin. Die Gemeinschaftslösung soll es ermöglichen, dass ein E-Lkw unterwegs bei einem Partnerbetrieb lädt und die Tour anschließend direkt fortsetzt. Das könnte Fahrten erleichtern, bei denen die Rückkehr zum eigenen Standort bislang für einen Ladevorgang eingeplant werden muss. Der Aufbau eigener Infrastruktur umfasst neben den Ladesäulen auch Netzanschluss, Lastprofile und Stromeinkauf. Je nach Standort kommen Photovoltaik und Batteriespeicher hinzu.

42 mögliche Partnerstandorte

Teilnehmen können grundsätzlich ELVIS-Partner mit E-Lkw oder eigener Ladeinfrastruktur. In einer Vorabumfrage wurden laut ELVIS bereits 42 mögliche Partnerstandorte gemeldet. Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden habe angegeben, künftig bundesweit und nicht nur auf dem eigenen Betriebsgelände laden zu wollen. Eine Zahl der befragten Unternehmen nannte ELVIS nicht. Depotcharge zufolge sind bereits mehr als 200 Unternehmen mit rund 600 E-Lkw auf der Plattform registriert. Mit der Einbindung in BGL Charge erhalten ELVIS-Partner damit Zugang zu einem über die eigene Community hinausgehenden Ladenetz.

Plattform bündelt Ladevorgänge

Die Ladepunkte werden über die vorhandene Lademanagement-Software der Betreiber in die Plattform von Depotcharge integriert. Fahrer und Disponenten sollen dort sehen können, welche Ladepunkte verfügbar sind, welche Leistung sie bieten, welche Kosten anfallen und wie stark sie ausgelastet sind. Für die Authentifizierung an den ELVIS-Partnerstationen ist ein einheitlicher RFID-Schlüsselanhänger vorgesehen. Zum Start des Pilotprojekts sollen zunächst mehrere bestehende Ladepunkte von ELVIS-Partnern eingebunden werden. Nach erfolgreichem Betrieb soll die Zahl der Stationen und Teilnehmer schrittweise wachsen.