KEP-Studie 2026 des BPEX
Paketbranche im leichten Aufwärtstrend

Der Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BPEX) hat die KEP-Studie 2026 veröffentlicht. Das Fazit: Der leichte Aufwärtstrend der KEP-Branche hält an, die wirtschaftliche Lage bremst allerdings.

v. l. n. r. Dr. Klaus Esser (Autor der KEP-Studie 2026, KE-CONSULT Kurte&Esser GbR), Marten Bosselmann (Vorsitzender, Bundesverband Paket- und Expresslogistik), Heike Hoffert (Leiterin Kommunikation, Bundesverband Paket- und Expresslogistik)
Foto: Oliver Betke

Das Sendungsvolumen stieg 2025 laut BPEX um 1,8 Prozent auf insgesamt 4,37 Milliarden Sendungen. Im Vergleich zu 2024 fiel das Wachstum geringer aus. 2024 verzeichnete der BPEX ein Plus von 115 Millionen Sendungen, 2025 eine Plus von 80 Millionen Sendungen.

Mittelfristige Prognose bleibt leicht positiv

Das im Vergleich zu 2024 schwache Wachstum sei auf die schwache Binnenkonjunktur und Außenwirtschaft in Deutschland zurückzuführen. Die mittelfristige Prognose für die KEP-Branche bleibe dennoch leicht positiv. Bis 2030 könnte das Sendungsvolumen pro Jahr um 3,1 Prozent auf rund fünf Milliarden Sendungen ansteigen.

Der Gesamtumsatz ist demnach um 2,6 Prozent auf rund 28,4 Milliarden Euro angewachsen. Der Arbeitsmarkt ist in Bewegung: Mit rund 3.700 neuen Jobs beschäftigt die KEP-Branche nun rund 270.000 Menschen.

Unterschiedliche Marktentwicklungen

Die B2B-, B2C- und C2C-Märkte entwickeln sich unterschiedlich. Das Volumen bei Geschäftskunden-Sendungen (B2B) ist um 0,3 Prozent gesunken. Das B2C-Geschäft wuchs aufgrund der Konsumzurückhaltung privater Haushalte nur um 0,6 Prozent. Die Sendungen zwischen Privatpersonen (C2C) verzeichneten ein zweistelliges Plus.

Die KEP-Studie 2026 nimmt erstmals die realen Kostenstrukturen des Marktes in den Blick. Das Ergebnis: Die nominalen Umsatzsteigerungen der vergangenen Jahre liegen deutlich unter den massiven Kostensteigerungen bei wesentlichen Komponenten wie Energie, Kraftstoff, Maut und Personal. Diese Belastungen könnten von den Unternehmen nur zum Teil weitergegeben und kompensiert werden.

Marten Bosselmann fordert Impulse für Wachstum

„Unsere Forderung an die Politik ist klar: Weg mit den Fesseln, wir brauchen Impulse für Wachstum! Für unsere Branche heißt das spürbar sinkende Kosten, weniger Bürokratie und Regulierung, stattdessen Planungssicherheit und bessere Bedingungen für Investitionen in Digitalisierung, Automatisierung sowie in eine nachhaltige Infrastruktur“, sagt Marten Bosselmann, Vorsitzender des BPEX.

Das Beratungsunternehmen KE-CONSULT Kurte & Esser erstellt die KEP-Studie jedes Jahr im Auftrag des BPEX.

Foto, von links: Dr. Klaus Esser (Autor der KEP-Studie 2026, KE-CONSULT Kurte & Esser), Marten Bosselmann, Heike Hoffert (Leiterin Kommunikation, BPEX).