ID Logistics hat Anfang August 2026 den operativen Betrieb seines neuen Logistikzentrums in Alsdorf im Großraum Aachen aufgenommen. Von dort übernimmt der Kontraktlogistiker für einen nicht namentlich genannten, „führenden E-Commerce-Händler“ die Versorgung von dessen Fulfillment- und Distributionszentren. Der Standort im Dreiländereck Deutschland, Niederlande und Belgien verfügt über acht Hallen mit insgesamt 72.800 Quadratmetern Fläche. Die Anlage soll schrittweise hochgefahren werden. Bis zum zweiten Quartal 2027 ist die Inbetriebnahme aller vier vorgesehenen Betriebsabschnitte geplant.
Bis zu 50.000 Pakete pro Tag in Alsdorf
Die Befüllung des Logistikzentrums hat bereits begonnen. Im Ramp-up sollen die Mengen nun entsprechend den Anforderungen des Kunden kontinuierlich steigen. „In der Spitze werden in der multifunktionalen Immobilie täglich bis zu 50.000 Pakete umgeschlagen sowie ein- oder ausgelagert“, sagt Leif Venus, Director Last Mile & Specialized E-Commerce bei ID Logistics. Damit übernimmt der Standort eine wichtige Funktion innerhalb der Lieferkette des Online-Händlers. Das Lagerkonzept ist sowohl auf unpalettierte als auch auf palettierte Waren ausgelegt.
ID Logistics setzt auf Hochregal- und Schmalganglager
Für die Abwicklung des E-Commerce-Geschäfts hat ID Logistics unter anderem in Hochregal- und Schmalgangsysteme sowie Förder- und Flurfördertechnik investiert. Zum Einsatz kommen 45 sogenannte Man-up-Trucks. Bei diesen Flurförderzeugen wird die Bedienperson zusammen mit der Kabine angehoben und kann Waren direkt aus höher gelegenen Regalfächern entnehmen. Die Lagerbewegungen werden über ein Warehouse-Management-System digital gesteuert und überwacht. Die Systemintegration soll insbesondere für eine durchgängige Transparenz der Warenbewegungen und eine effiziente Bestandsführung sorgen. Interessant ist auch die Immobilie selbst: Statt für das Projekt zusätzliche Flächen zu versiegeln, nutzt ID Logistics ein bereits bestehendes Industrieareal und hat dieses für die neuen Logistikprozesse weiterentwickelt. „Alsdorf zeigt, dass durch intelligente Planung auch ohne zusätzliche Flächenversiegelung zukunftsfähige Logistikstandorte entstehen können“, sagt Robin Otto, CEO von ID Logistics Germany.
Rund 300 Arbeitsplätze am Logistikstandort geplant
Mit dem steigenden Sendungsvolumen soll auch die Belegschaft wachsen. Zum Start beschäftigt ID Logistics in Alsdorf rund 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit der Inbetriebnahme der weiteren Hallen soll die Zahl auf etwa 300 steigen. Vor dem operativen Start wurden die Prozesse drei Wochen lang getestet. Dazu gehörten unter anderem Warenannahme und Qualitätsprüfung, Einlagerung und Überwachung der Füllgrade sowie das Lkw-Handling. ID Logistics betreibt weltweit 450 Standorte in 20 Ländern. Der Kontraktlogistiker beschäftigt nach eigenen Angaben 55.000 Menschen und erzielte 2025 einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro.
In Kürze: die Key Facts
- Standort: Alsdorf bei Aachen
- Funktion: Logistikhub für einen großen E-Commerce-Händler
- Gesamtfläche: 72.800 Quadratmeter in acht Hallen
- Kapazität: bis zu 50.000 Pakete täglich
- Hochlauf: vier Abschnitte bis zum zweiten Quartal 2027
- Beschäftigte aktuell: rund 65
- Arbeitsplätze nach Vollausbau: rund 300
- Technik: Hochregal- und Schmalgangsysteme, Fördertechnik und 45 Man-up-Trucks
- Besonderheit: Revitalisierung eines bestehenden Industrieareals ohne zusätzliche Flächenversiegelung







