Ecooltec integriert Aggregate in E-Lkw

IAA 2026 und Transportkühltechnik
Ecooltec integriert Aggregate in E-Lkw

Ecooltec hat seine rein elektrisch angetriebenen Transportkälteanlagen an die meisten E-Lkw-Plattformen angepasst. Welche technischen Hürden dafür zu nehmen waren, zeigt sich bei Stromversorgung, Schnittstellen und Datenkommunikation.

ECOOLTEC
Foto: Patrick Kaut

E-Lkw verändern die Anforderungen an Transportkälteanlagen grundlegend. Der wichtigste Grund: Das Kühlaggregat muss sich in die elektrische und digitale Fahrzeugarchitektur integrieren. Es bezieht seine Energie über einen elektrischen Nebenabtrieb (Electric Power Take-Off, ePTO) und kommuniziert mit der Fahrzeugsteuerung. Fahrzeug und Transportkälteanlage müssen deshalb eng zusammenarbeiten. Gleichzeitig verändern neue Vorgaben für Kältemittel die Entwicklung der Transportkälte. Hersteller entwickeln deshalb neue Anlagenkonzepte.

Transportkälte früh abstimmen

Für Speditionen bedeutet das: Fahrzeug und Transportkälteanlage sollten bereits bei der Beschaffung aufeinander abgestimmt werden. Bei einem Diesel-Lkw arbeitet das Kühlaggregat weitgehend eigenständig. Ein E-Lkw bindet es dagegen in die Fahrzeugtechnik ein. Der ePTO versorgt das Kühlaggregat mit Energie. Gleichzeitig tauschen Fahrzeug und Kühlaggregat über den CAN-Bus Daten aus. Der CAN-Bus verbindet die elektronischen Steuergeräte des Fahrzeugs miteinander.

Henning Altebäumer, CEO von Ecooltec
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„Natürliche Kältemittel werden in der Transportkälte zum neuen Standard. Die Frage ist nicht ob, sondern wann“ Henning Altebäumer, CEO von Ecooltec

Laderaum mit E-Lkw vorkühlen

Er informiert das Kühlaggregat beispielsweise darüber, ob der Lkw fährt, lädt oder steht. Das Kühlaggregat passt seine Leistung an den jeweiligen Betriebszustand an. Es kann den Laderaum bereits während des Ladevorgangs vorkühlen oder die Kühlkette auch bei einem Fahrzeugstillstand aufrechterhalten. Diese enge Vernetzung verändert auch die Entwicklung von Transportkälteanlagen. Die Fahrzeughersteller nutzen unterschiedliche Konzepte für Stromversorgung, Spannung und Datenkommunikation. Einige stellen Wechselstrom bereit, andere Gleichstrom mit Spannungen zwischen 400 und 800 Volt.

Transportkälte an E-Lkw anpassen

Auch die Kommunikationsprotokolle unterscheiden sich. Hersteller von Transportkälteanlagen müssen ihre Systeme deshalb an jede Fahrzeugplattform anpassen und gemeinsam mit den Lkw-Herstellern testen. Für Speditionen bedeutet das: Nicht jede Transportkälteanlage lässt sich mit jedem E-Lkw kombinieren. Deshalb sollten Furhparkleiter bereits vor der Fahrzeugbestellung prüfen, welche Kombination der Fahrzeug- und der Kühlaggregatehersteller freigegeben haben. Der Transportkältespezialist Ecooltec entwickelt für jede Fahrzeugplattform eigene Kommunikationsprotokolle. Diese legen fest, welche Informationen Fahrzeug und Kühlaggregat austauschen und wie beide Systeme auf unterschiedliche Betriebszustände reagieren.

Einheitliche Standards für E-Lkw

Dafür arbeitet das Unternehmen mit den jeweiligen Fahrzeugherstellern zusammen. Inzwischen lassen sich die Transportkälteanlagen an die meisten E-Lkw-Plattformen anbinden. Die technische Einbindung eines Kühlaggregats endet nicht mit dem Anschluss an den ePTO. Jeder Lkw-Hersteller verfolgt eigene Konzepte für Stromversorgung, Datenkommunikation und Sicherheitsfunktionen. Einige Fahrzeuge arbeiten mit Wechselstrom, andere mit Gleichstrom und Spannungen zwischen 400 und 800 Volt. Auch die Kommunikationsprotokolle unterscheiden sich.

Schnittstellen für Kühlaggregate

Einheitliche Standards fehlen bislang. Hersteller von Transportkälteanlagen müssen ihre Systeme deshalb an jede Fahrzeugplattform anpassen. Sie entwickeln dafür eigene Software, passen elektronische Komponenten an und testen die Anlagen gemeinsam mit den Fahrzeugherstellern. Erst wenn beide Systeme fehlerfrei zusammenarbeiten, lässt sich das Kühlaggregat im Fahrzeug einsetzen. Holger Dörre, Chief Technology Officer (CTO) von Ecooltec, wünscht sich deshalb herstellerübergreifende Standards. Einheitliche Schnittstellen und Kommunikationsprotokolle könnten die Entwicklung neuer Systeme vereinfachen und den Aufwand für Hersteller verringern.

Holger Dörre, Chief Technology Officer (CTO) von Ecooltec
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„Auch an einem elektrisch angetriebenen Lkw muss die Bedienung so einfach sein wie an einem herkömmlichen Modell“ Holger Dörre, CTO von Ecooltec

F-Gas-Verordnung und Kältemittel

Gleichzeitig würde es Speditionen erleichtern, geeignete Kombinationen aus Fahrzeug und Transportkälteanlage auszuwählen. Neben der Elektrifizierung treibt auch die Regulierung die Entwicklung neuer Transportkälteanlagen voran. Die seit 2024 geltende F-Gas-Verordnung reduziert die verfügbaren Mengen fluorierter Kältemittel schrittweise. Für Speditionen kann das langfristig steigende Betriebskosten und schlechter verfügbare Kältemittel bedeuten. Ecooltec verwendet die natürlichen Kältemittel Propen (R1270) und Kohlendioxid (R744). Propen besitzt gute thermodynamische Eigenschaften, ist jedoch entflammbar.

Sicherheit mit Propen und CO₂

Nach Auffassung von Dörre entscheidet nicht allein das Kältemittel über die Sicherheit einer Transportkälteanlage. Ebenso wichtig sind Anlagentechnik und Sicherheitskonzept. Der Propen-Kreislauf verläuft vollständig außerhalb des Kühlaufbaus. Im Laderaum verteilt Kohlendioxid die Kälte. Gleichzeitig reduziert Ecooltec nach eigenen Angaben die Füllmenge des Kältemittels. Beide Maßnahmen sollen die Folgen einer möglichen Leckage begrenzen.

Transportkälte langfristig nutzen

Henning Altebäumer, CEO von Ecooltec, sieht natürliche Kältemittel als Zukunft der Transportkälte. „Natürliche Kältemittel werden in der Transportkälte zum neuen Standard. Die Frage ist nicht, ob, sondern wann“, sagt er.. Transportkälteanlagen bleiben häufig viele Jahre im Einsatz. Deshalb sollten Unternehmen bereits bei der Fahrzeugbeschaffung prüfen, welche Technik sich langfristig nutzen lässt. Neben der Kühlleistung spielen die Kompatibilität mit der Fahrzeugplattform, die eingesetzten Kältemittel sowie Service- und Wartungskonzepte eine immer wichtigere Rolle. Ecooltec bietet seine Transportkälteanlagen für batterieelektrische, Diesel- und Erdgas-Lkw an. Je nach Fahrzeug erfolgt die Energieversorgung über einen elektrischen Nebenabtrieb (ePTO), einen Generator, eine Batterie oder einen stationären Netzanschluss. Das modulare System unterstützt unterschiedliche Antriebsstrangkombinationen.

Daraus sollten Speditionen achten

Mit E-Lkw steigen die technischen Anforderungen an Transportkälteanlagen. Vor einer Investitionsentscheidung sollten Speditionen deshalb unter anderem folgende Fragen klären:

  • Passt die Transportkälteanlage zur gewählten E-Lkw-Plattform?
  • Unterstützt sie die erforderlichen ePTOund CAN-Schnittstellen?
  • Welche Kältemittel setzt der Hersteller ein?
  • Wie hat der Hersteller das Sicherheitskonzept umgesetzt?
  • Welche Service- und Fernwartungsmöglichkeiten bietet der Hersteller?