Wie robust ist Deutschlands Logistik, wenn es ernst wird? Und wer sorgt dann dafür, dass auch „sensible“ Güter ankommen? Genau um diese Frage dreht sich ein Schritt, der in der Branche aufhorchen lässt: Die Hoyer Group, einer der weltweit führenden Bulk-Logistiker, ist der Transportorganisation des Bundes (TOB) beigetreten.
Am 10. Februar 2026 überreichte BALM-Präsident Christian Hoffmann dem Hoyer-Group-CEO Björn Schniederkötter in Köln die Urkunde zur Mitwirkung in der TOB. Das Netzwerk umfasst laut Bundesamt für Logistik und Mobilität mehr als 1.100 Transport- und Logistikunternehmen, die dem Bund im Krisenfall Unterstützung zugesichert haben.
Wozu gibt es die TOB – und was ändert Hoyer Groups Beitritt?
Die TOB ist Teil der zivilen Notfallvorsorge: Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) koordiniert das BALM verkehrsträgerübergreifend Logistikleistungen, um in Krisenlagen die Versorgung der Zivilbevölkerung, der Wirtschaft und der Streitkräfte abzusichern. Der Beitritt von Hoyer Group liefert dabei eine klare Antwort auf die Eingangsfrage: Er stärkt vor allem die Fähigkeit, flüssige Massengüter (Bulk) auch unter Ausnahmesituationen schnell, sicher und koordiniert zu bewegen – also genau jene Stoffströme, bei denen Ausfälle besonders kritisch wären (Chemie, Mineralöl, Gase, Lebensmittel).
„Wesentlicher Beitrag“ – BALM sieht Sicherheitsplus
BALM-Präsident Hoffmann betont den strategischen Wert des Neuzugangs vor dem Hintergrund „aktueller sicherheitspolitischer Herausforderungen“. Hoyer Group bringe Kompetenz im Transport von Flüssiggütern aus Lebensmittel-, Gas-, Mineralöl- und Chemieindustrie sowie eine multimodale Ausrichtung ein – das sei ein „wesentlicher Beitrag“ zu vorausschauender Krisenvorsorge und zur weiteren Stärkung der Versorgungssicherheit.
Hoyer Group: „Als Partner des Bundes stehen wir bereit“
Hoyer Group-CEO Schniederkötter ordnet den Schritt als konsequent ein: Sicherheit, Qualität und Verlässlichkeit seien der Kern des Handelns. Als Teil der TOB wolle Hoyer Group Reichweite, Intermodalität und Expertise einbringen, um Lieferketten widerstandsfähiger zu machen – und Kapazitäten „schnell und koordiniert“ einsetzen zu können, damit sensible Flüssiggüter auch im Ausnahmefall sicher ans Ziel gelangen.
Warum Hoyer Group in der Krisenlogistik besonders relevant ist
Hoyer Group (Familienunternehmen, gegründet 1946, Sitz Hamburg) ist spezialisiert auf den sicheren Transport von Flüssiggütern und arbeitet mit eigenen Kapazitäten und Infrastruktur, darunter:
- Multimodale Transportlösungen
- Zugmaschinen, Tankauflieger, Tankcontainer, IBC, Flexitanks
- Depots, Reinigungsanlagen, Werkstätten
- Globales Netzwerk in mehr als 100 Ländern
Genau diese Kombination aus Spezialisierung, Equipment und Infrastruktur kann im Krisenmodus entscheidend sein, wenn Lieferketten nicht nur laufen sollen, sondern unter Druck „umgeplant“ werden müssen.
Einordnung: Was bedeutet das für die Branche?
Der Beitritt ist kein „neues Gesetz“ und ersetzt keine Marktmechanismen, aber er setzt ein Signal: Der Bund stärkt sein Krisen-Logistiknetz gezielt dort, wo Know-how und Spezialkapazitäten zählen. Für die Branche ist das auch ein Fingerzeig, dass Resilienz (und nicht nur Effizienz) politisch weiter an Bedeutung gewinnt.
TOB in 30 Sekunden
Ein bundesweites Netzwerk von über 1.100 Transport- und Logistikunternehmen, das im Krisenfall die Versorgung absichern hilft.
Das BALM, im Auftrag des BMV, verkehrsträgerübergreifend.
Spezialist für Bulk- und Flüssiggüterlogistik (Chemie, Mineralöl, Gas, Lebensmittel) mit multimodaler Ausrichtung und eigenen Kapazitäten.







