Honold zieht Bilanz für 2025: 300 Millionen Euro Umsatz – und jetzt kommt noch die Rüstungslogistik dazu. Denn die Honold Gruppe baut ihr Geschäft mit Defence- und Aerospace-Lösungen massiv aus.
Honold überschreitet erstmals die 300-Millionen-Marke
Die Honold Logistik und Immobilien Gruppe wächst weiter und setzt dabei zunehmend auf die Verteidigungsindustrie als Zukunftsmarkt. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Familienunternehmen aus Ulm erstmals mehr als 300 Millionen Euro Nettoumsatz. Mit 304 Millionen Euro lag der Erlös rund sieben Prozent über dem Vorjahreswert. Parallel dazu überschritt Honold auch bei den entwickelten Logistikflächen einen symbolträchtigen Wert: Mehr als eine Million Quadratmeter Logistikfläche gehören inzwischen zum Netzwerk der Gruppe.
Defence wird zum neuen Wachstumstreiber
Besonders auffällig ist jedoch die strategische Neuausrichtung. Honold investiert massiv in den Ausbau des Defence- und Aerospace-Geschäfts. Im Zentrum steht dabei ein neues Konzept namens „Honold Defence Cube“. Dahinter verbirgt sich eine Kombination aus hochspezialisierter Sicherheitslogistik und speziell entwickelten Immobilienlösungen für die Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie. Das Unternehmen plant bereits zwei neue Anlagen in Süddeutschland, die noch 2026 realisiert werden sollen.
Sicherheitslogistik wird zum Milliardenmarkt
Der Schritt kommt nicht überraschend. Die Verteidigungsindustrie wächst in Europa derzeit stark, angetrieben durch steigende Militärausgaben, geopolitische Unsicherheit und den Ausbau sicherheitsrelevanter Infrastruktur. Davon profitiert zunehmend auch die Logistikbranche. Denn moderne Defence-Lieferketten benötigen nicht nur Transporte, sondern hochgesicherte Immobilien, spezialisierte Lagertechnik und komplexe Systemdienstleistungen. Genau hier positioniert sich Honold jetzt gezielt.
Immobiliengeschäft wächst weiter
Auch das klassische Immobiliengeschäft entwickelte sich 2025 stabil. Rund 150.000 Quadratmeter Grundstücksfläche kaufte das Unternehmen allein im vergangenen Jahr in Bayern und Baden-Württemberg hinzu. Damit baut Honold seine Rolle als Entwickler großer Logistikareale weiter aus.
Transportgeschäft gerät unter Druck
Während Immobilien und Logistik wachsen, zeigt sich im Transportbereich jedoch ein anderes Bild. Vor allem die hohen Dieselpreise setzen das Geschäft am Standort Neu-Ulm unter Druck. Dort arbeiten rund 140 Mitarbeiter im Transportsegment. Laut Unternehmen gelingt es nur teilweise, die stark gestiegenen Kosten an Kunden weiterzugeben.
Branche kämpft mit steigenden Kosten
Damit spiegelt Honold ein Problem wider, das derzeit viele Transportunternehmen betrifft. Energiepreise, Mautkosten und Personalmangel belasten die Margen massiv. Gerade kleinere und mittelgroße Anbieter geraten dadurch zunehmend unter wirtschaftlichen Druck.
Familienunternehmen setzt auf Zukunftsmärkte
Trotz des schwierigeren Marktumfelds hält Honold am Wachstumskurs fest. Das Unternehmen befindet sich seit 1879 in Familienbesitz und zählt heute zu den großen Logistik- und Immobilienentwicklern in Deutschland. Mit rund 1.400 Mitarbeitern und mehr als 25 Standorten verfügt die Gruppe über ein breit aufgestelltes Netzwerk.
Defence-Logistik gewinnt strategisch an Bedeutung
Die Offensive im Verteidigungsbereich zeigt zudem einen größeren Trend: Defence-Logistik entwickelt sich zunehmend zu einem eigenständigen Wachstumsmarkt. Neben klassischen Rüstungsunternehmen profitieren davon auch Immobilienentwickler, Speziallogistiker und Infrastrukturbetreiber.
Fazit: Honold setzt auf Sicherheit statt Konjunktur
Während viele Bereiche der Logistikbranche unter Kostendruck leiden, investiert Honold gezielt in einen Markt mit langfristigem Wachstumspotenzial. Die Kombination aus Sicherheitslogistik, spezialisierten Immobilien und Defence-Infrastruktur könnte sich für das Unternehmen in den kommenden Jahren als entscheidender Wachstumstreiber erweisen.
In Kürze: die Key Facts
- Unternehmen: Honold Gruppe
- Umsatz 2025: 304 Mio. Euro
- Wachstum: +7 %
- Logistikfläche: über 1 Mio. m²
- Fokus 2026: Defence & Aerospace
- Neues Konzept: Honold Defence Cube
- Geplante Projekte: zwei Anlagen in Süddeutschland
- Mitarbeiter: rund 1.400
- Problem: steigende Dieselpreise
- Trend: Defence-Logistik wächst stark








