Hellmann baut Cross-Border-Geschäft aus: Jan Bierewirtz steuert neues Produkt für D2C

Hellmann baut Cross-Border-Geschäft aus
Jan Bierewirtz steuert neues Produkt für D2C

Hellmann bringt mit SkyNet „near“ an den Start: End-to-End-Cross-Border inklusive Fulfillment, Zoll (DDP/DAP), Tracking per API und Retourenportal. Schließt „near“ die Lücke zwischen Post und Express?

Jan Bierewirtz, Head of Sales E-Commerce bei Hellmann
Foto: Hellmann Worldwide Logistics; Montage: Carsten Nallinger

Hellmann Worldwide Logistics verstärkt sein E-Commerce-Geschäft und holt Jan Bierewirtz als Head of Sales E-Commerce an Bord. Ab Februar 2026 soll der Branchenexperte die Markteinführung und Positionierung von „near“ vorantreiben – einer neuen Cross-Border-E-Commerce-Lösung, die Hellmann gemeinsam mit dem SkyNet-Netzwerk entwickelt hat. Die Frage, die sich viele Versender stellen: Kann ein neuer Anbieter in Zeiten von Zollhürden, schwankender Nachfrage und komplexen Retouren tatsächlich spürbar vereinfachen, ohne auf Tempo zu verzichten? Hellmann sagt: Ja, wenn Logistik, Zoll und Transparenz in einem End-to-End-Prozess zusammenlaufen.

Warum Hellmann jetzt auf Cross-Border setzt

Cross-Border E-Commerce gilt trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen als Wachstumstreiber, insbesondere im grenzüberschreitenden Handel. Hellmann verweist auf jährliche Wachstumsraten von rund 20 Prozent und sieht Cross-Border nicht nur als Reichweiten-Thema, sondern als strategischen Hebel für resilientere Lieferketten. „Gerade in Zeiten geopolitischer Umbrüche, neuer Zollregulierungen und stark schwankender Nachfrage ist Cross-Border für viele produzierende Unternehmen heute nicht nur eine Frage der Reichweite, sondern ein strategisches Element zur Steigerung der Flexibilität ihrer Supply Chains“, sagt Martin Habisreitinger, COO Airfreight bei Hellmann Worldwide Logistics.

Was „near“ leistet: End-to-End von Fulfillment bis Retouren

Das Angebot „near“ ist das Ergebnis der im Herbst 2025 angekündigten Partnerschaft zwischen Hellmann und SkyNet. Das Produkt zielt auf Unternehmen, die Waren direkt an Endkunden versenden – besonders aus Fashion und Consumer Goods. Daneben profitieren auch D2C-Marken (Direct-to-Consumer) von der Lösung, also Anbieter, die ohne Zwischenhandel direkt an Endkunden versenden und dabei besonders effiziente Cross-Border- und Retourenprozesse benötigen. Auch Omnichannel-Retailer und Online-Marktplätze können von der Lösung profitieren, insbesondere bei komplexen Versandwegen, großen Distanzen oder anspruchsvollen Retourenprozessen.

Die Lösung deckt laut Hellmann die komplette E-Commerce-Lieferkette ab, darunter:

  • Lagerung, Fulfillment und Re-Fulfillment
  • B2C-Lieferungen bis zur letzten Meile
  • Retourenmanagement

Hellmann betont zudem die Zollabwicklung als Kernpunkt: Unternehmen können wahlweise mit DDP (Delivered Duty Paid) oder DAP (Delivered At Place) arbeiten – also entweder inklusive oder exklusive Abgaben/Steuern für den Empfänger.

3 bis 6 Tage Laufzeit – und API-Transparenz bis zur Zustellung

Ein zentraler Anspruch von near ist die Steuerung „aus einem Guss“: Vom Abholort bis zur letzten Meile soll jeder Schritt über das integrierte Hellmann–SkyNet-Netzwerk laufen. Hellmann nennt eine typische Tür-zu-Tür-Laufzeit von drei bis sechs Tagen und hebt die IT-Integration hervor: Über API-Technologie sollen Versender und Endkunden Echtzeit-Tracking, Zoll- und Steuerberechnung sowie schnellen Zugriff auf Versanddaten erhalten.

Auch beim Thema Retouren will Hellmann Prozesse vereinfachen: Ein White-Label-Retourenportal bietet Abgabe- oder Abholoptionen, dazu nennt Hellmann sofortige Rückerstattungen und die Möglichkeit, Zölle und Steuern zurückzufordern.

Antwort auf die Kernfrage: Wo positioniert sich „near“ im Markt?

Hellmann beschreibt „near“ ausdrücklich als Alternative „zwischen Post- und Expressdiensten“: schneller und transparenter als klassische Postmodelle, zugleich als End-to-End-Lösung mit Zoll- und Retourenlogik breiter aufgestellt als viele Standardangebote. Genau darin liegt der strategische Ansatz: Cross-Border soll planbarer werden, auch bei schwankenden Volumina und komplexen Retouren. Ob „near“ damit zum neuen Standard für B2C und Omnichannel wird, dürfte sich daran entscheiden, wie gut die Lösung im Alltag skaliert, und wie konsequent Versender die API-Integration und Zolloptionen nutzen.

Infobox: „near“ in 30 Sekunden

Für wen?

Für Fashion- und Consumer-Goods-Anbieter, D2C-Marken (Direct-to-Consumer), Omnichannel-Retailer und Online-Marktplätze mit grenzüberschreitendem B2C-Versand – besonders bei komplexen Versandwegen und Retouren.

Wie schnell?

Typische Tür-zu-Tür-Laufzeit: 3 bis 6 Tage (laut Hellmann).

Welche Zolloption?

DDP (Delivered Duty Paid – Abgaben/Steuern inkl.) oder DAP (Delivered At Place – Abgaben/Steuern i. d. R. beim Empfänger).

Warum relevant?

End-to-End-Prozess über das Hellmann–SkyNet-Netzwerk inklusive Fulfillment, Zustellung, Tracking per API sowie White-Label-Retourenportal – positioniert als Alternative zwischen Post- und Expressdiensten.

In Kürze: die Key Facts

  • Unternehmen: Hellmann Worldwide Logistics
  • Personalie: Jan Bierewirtz wird Head of Sales E-Commerce (Start: Februar 2026)
  • Produkt: near (Cross-Border E-Commerce Solution)
  • Partner: SkyNet (Partnerschaft angekündigt: Herbst 2025)
  • Zielgruppen: Fashion, Consumer Goods, D2C-Marken, Omnichannel-Retailer, Online-Marktplätze
  • Leistungsumfang: Lagerung, Fulfillment, Re-Fulfillment, B2C-Lieferung, Retourenmanagement
  • Zollabwicklung: DDP oder DAP
  • Laufzeit: typischerweise 3–6 Tage, Tür-zu-Tür
  • IT/Transparenz: API, Echtzeit-Tracking, Zoll-/Steuerberechnung, Zugriff auf Versanddaten
  • Retouren: White-Label-Retourenportal, Abgabe/Abholung, Rückerstattung, Zoll-/Steuer-Rückforderung
  • Einordnung: Positionierung als Alternative zwischen Post- und Expressdiensten
  • Trend: Cross-Border E-Commerce mit rund 20 % Wachstum p. a. (Hellmann-Angabe)