Gruber testet Wasserstoff-Lkw am Flughafen

Brennstoffzellen-Lkw in der Luftfracht
Gruber testet Scania am Flughafen Malpensa

Gruber bringt seinen Wasserstoff-Scania an den Flughafen Mailand-Malpensa. Statt langer Autobahnetappen muss sich der Brennstoffzellen-Lkw nun in den eng getakteten Abläufen der Luftfracht bewähren.

Wasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw Scania 40R FCEV von Gruber Logistics am Flughafen Mailand-Malpensa. Das Fahrzeug wurde dort im Rahmen eines Praxistests in der Luftfrachtlogistik eingesetzt.
Foto: Gruber Logistics

Vom Fernverkehr in die Luftfrachtlogistik: Gruber Logistics hat seinen Wasserstoff-Lkw erstmals am Flughafen Mailand-Malpensa eingesetzt. Der Scania 40R FCEV musste sich dabei unter ganz anderen Bedingungen bewähren als auf der Langstrecke.

Wasserstoff-Lkw in eng getakteten Abläufen

Ein Wasserstoff-Lkw zwischen Frachtterminals, Sicherheitskontrollen und eng getakteten Abläufen: Gruber Logistics hat seinen Scania 40R FCEV erstmals zu Demonstrationszwecken in der Milan Malpensa Cargo City eingesetzt. Der Test sollte zeigen, wie sich ein Brennstoffzellen-Lkw in die komplexen Abläufe der Luftfrachtlogistik integrieren lässt. Bislang nutzt der Logistikdienstleister das Fahrzeug vor allem für Langstreckentests. Dabei legte der Scania mit seinem 700-bar-Wasserstoffsystem nach Unternehmensangaben bereits 800 Kilometer voll beladen unter realistischen Einsatzbedingungen zurück.

Luftfracht stellt andere Anforderungen

Am Mailänder Flughafen standen dagegen kurze Transportstrecken mit engen Zeitfenstern, gesicherten Zufahrten und zahlreichen Beteiligten im Mittelpunkt. Genau diese Bedingungen machen die Luftfrachtlogistik zu einem anspruchsvollen Testfeld für alternative Antriebe. „Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten zeigten sich jetzt auch in der Premiere am Mailänder Flughafen“, erklärt Andrea Condotta, Director Public Affairs, Innovation & Sustainability bei Gruber Logistics. Ein künftiger Regelbetrieb mit grünem Wasserstoff könnte aus Sicht des Unternehmens dazu beitragen, die Emissionen in der Flughafenlogistik zu senken. Eine dauerhafte Nutzung des Fahrzeugs am Flughafen ist bislang allerdings nicht angekündigt.

EU-Projekte untersuchen Praxistauglichkeit

Die Demonstration ist Teil des europäischen Forschungsprojekts ZEFES, das emissionsfreie Antriebslösungen im Güterverkehr unter realen Bedingungen erprobt. Beteiligt ist außerdem das EU-Projekt OLGA, das sich mit der Dekarbonisierung von Flughäfen beschäftigt. Der Flughafenbetreiber SEA Milan Airports und sein Technologiepartner Edison Next arbeiten an einem entsprechenden Wasserstoff-Ökosystem. Für Gruber Logistics steht zunächst die Praxiserfahrung im Vordergrund: Der Test soll Erkenntnisse darüber liefern, wie sich Wasserstoff-Lkw auch abseits klassischer Fernverkehrsrouten einsetzen lassen.

In Kürze: die Key Facts

  • Unternehmen: Gruber Logistics
  • Fahrzeug: Scania 40R FCEV mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb
  • Einsatzort: Milan Malpensa Cargo City, Flughafen Mailand-Malpensa
  • Testdatum: 25. September 2026
  • Einsatzart: Demonstrationsfahrt in der Luftfrachtlogistik
  • Testbedingungen: kurze Strecken, enge Zeitfenster, gesicherte Zufahrten
  • Bisherige Praxiserfahrung: laut Gruber Logistics 800 Kilometer voll beladen auf einer Tour
  • Forschungsprojekte: ZEFES und OLGA
  • Ziel: Erkenntnisse zur Integration emissionsfreier Antriebe in die Flughafenlogistik