Investoren pushen Milliardenfusion

M&A nahm Fahrt auf im Jahr 2025
207 Deals treiben Marktvolumen

Die weltweiten Fusionen und Übernahmen in Transport und Logistik zogen im Jahr 2025 an. PwC registriert 207 Deals über 50 Millionen US-Dollar und ein Volumen von 170,8 Milliarden. Allein eine US-Bahnfusion macht fast die Hälfte aus.

M&A
Foto: Adobe Stock - Trendy Graphics

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und ihre Strategieberatung Strategy& zählten im aktuellen Transport & Logistics-Barometer für das Jahr 2025 insgesamt 207 angekündigte Transaktionen mit einem Volumen von jeweils mindestens 50 Millionen US-Dollar. Damit liegt die Deal-Zahl wieder klar über der 200er-Marke – erstmals seit 2022. Noch stärker fällt der Sprung beim Gesamtwert aus: Er klettert von 96,3 auf 170,8 Milliarden US-Dollar. Maßgeblich dafür ist die geplante Fusion der US-Bahngesellschaften Norfolk Southern und Union Pacific, die mit rund 70 Milliarden US-Dollar mehr als 40 Prozent des Jahresvolumens erklärt. Insgesamt identifiziert PwC 21 sogenannte Mega-Deals ab einer Milliarde US-Dollar.

Infrastruktur zieht das große Geld an

Besonders stark war die Nachfrage nach physischen Netzen: Mehr als 50 Milliarden US-Dollar entfielen 2025 auf Deals rund um Häfen, Flughäfen und Straßen. Finanzinvestoren dominierten dieses Segment – sie waren an 25 von 51 Infrastruktur-Transaktionen beteiligt und verhandelten rund drei Viertel des entsprechenden Volumens. PwC-Leiter Ingo Bauer beschreibt den Trend klar: Kapital fließt bevorzugt in risikoarme, langfristige Assets mit stabilen Cashflows.

Zollpolitik verschiebt Transportströme

Gleichzeitig bremsten geopolitische Spannungen das klassische Übernahmegeschäft. Vor allem die wechselhafte US-Handelspolitik zwang Unternehmen zu operativen Anpassungen. Laut PwC verlegten viele Verlader Sendungen vor, nutzten zollgünstigere Korridore, setzten stärker auf Near-Shoring und bauten Schutzklauseln in langfristige Verträge ein. Die Folge: Flexiblere, aber auch komplexere Lieferketten.

Mehr digitale Allianzen

Während M&A nur moderat zulegte, schossen Joint Ventures und strategische Allianzen in die Höhe – von 104 auf 193 Fälle. Treiber ist die Digitalisierung von Logistik und Supply Chains. Unternehmen sichern sich gezielt Kompetenzen in KI, Cloud und Datenplattformen, teils über Minderheitsbeteiligungen, teils über Partnerschaften oder kleine Zukäufe. Ziel ist höhere Transparenz, geringere Kosten und robustere Prozesse.

Ausblick: vorsichtig, aber nicht ohne Chancen

Für 2026 erwartet PwC eine weiterhin verhaltene M&A-Dynamik, da geopolitische Risiken und eine schwache Weltkonjunktur bestehen bleiben. Zugleich dürfte der Druck steigen, Wachstum über Zukäufe zu suchen, weil organisches Wachstum schwieriger wird. Finanzinvestoren behalten vor allem Häfen und ähnliche Infrastruktur-Assets im Blick, während technologiegetriebene Allianzen und kleinere, fokussierte Deals an Bedeutung gewinnen.