Prewave hat mit „Quantified Resilience“ ein neues Lösungsportfolio für das Risikomanagement in Lieferketten vorgestellt. Das 2017 gegründete Unternehmen setzt dabei auf spezialisierte KI-Agenten, die Risiken priorisieren und mögliche finanzielle Folgen für das eigene Geschäft bewerten sollen. Nach Angaben von Prewave verbindet das Portfolio globale Risikodaten mit unternehmenseigenen Informationen. Dazu zählen Stücklisten, Lagerbestände, alternative Bezugsquellen und Absatzzahlen. Die KI-Agenten sollen diese Daten recherchieren, Risiken einordnen und die möglichen Folgen einer Störung bewerten.
Daten zeigen betroffene Lieferanten
Für die Priorisierung führt die Plattform laut Prewave Informationen zu globalen Ereignissen, Lieferantenstandorten, Tier-N-Beziehungen und Rohstoffabhängigkeiten mit Supply-Chain- und ERP-Daten der Kunden zusammen. Damit soll sichtbar werden, welche Lieferanten, Materialien oder Produkte tatsächlich betroffen sind. Ein Bestandteil des Portfolios ist Prewave Respond, das nach Angaben des Anbieters ab sofort verfügbar ist. Die KI-Agenten führen Signale aus unterschiedlichen Bereichen der Plattform zusammen und ordnen Risikosituationen danach ein, wie dringend sie ein Handeln erfordern. Die Agenten lassen sich an unternehmenseigene Prozesse und Prioritäten anpassen. Verena Rausch, Group Risk Manager der Vaillant Group, berichtet von einem Einsatz beim Erdbeben in Kumamoto. Prewave habe rund 50 identifizierte Lieferanten auf elf eingegrenzt, die das Unternehmen prüfen musste. Zudem habe die Plattform einen unmittelbaren Produktionsstillstand aufgezeigt. „Dadurch können wir Störungen heute schneller bewerten“, sagt Rausch.
Finanzielle Folgen von Störungen
Über die Priorisierung hinaus will Prewave die finanziellen Auswirkungen einer Störung anhand von Lagerbeständen, Stücklisten und Umsatzinformationen beziffern. Unternehmen sollen damit Investitionen in die Widerstandsfähigkeit ihrer Lieferketten gezielter einsetzen und gegenüber Geschäftsführung oder Vorstand begründen können. Harald Nitschinger, Gründer und CEO von Prewave, begründet den Ansatz mit der Vielzahl von Warnungen und Lieferanten-Updates, die Unternehmen heute erreichten. Das neue Portfolio solle daraus Entscheidungsgrundlagen machen und zeigen, welche Risiken Aufmerksamkeit erfordern und was finanziell auf dem Spiel steht.
Optimise befindet sich in Beta-Phase
Prewave arbeitet zudem an dem Modul Optimise, das sich derzeit in der Beta-Phase befindet und vor dem Marktstart mit Kunden getestet wird. Optimise soll zeigen, wo Absicherungsmaßnahmen über das Notwendige hinausgehen und wo weiterhin Lücken bestehen. Ziel ist laut Prewave ein Lieferantennetzwerk, das Kosten und Widerstandsfähigkeit entsprechend der individuellen Risikobereitschaft eines Unternehmens ausbalanciert. Prewave analysiert nach eigenen Angaben Daten aus mehr als 200 Risikokategorien und in mehr als 400 Sprachen.





