Geopolitik treibt Dieselpreise nach oben: ELVIS fordert schnellere Anpassung des Diesel-Floaters

Geopolitik treibt Dieselpreise nach oben
ELVIS fordert schnellere Anpassung des Diesel-Floaters

Die aktuell sprunghaft steigenden Dieselpreise belasten Speditionen. Der Ladungsverbund ELVIS fordert deshalb kürzere Anpassungszyklen bei Diesel-Floatern, um Liquiditätsrisiken zu vermeiden.

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Foto: Thomas Küppers, Archiv

Preissprünge belasten Speditionen

Die jüngsten geopolitischen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Konflikt mit dem Iran sorgen für starke Ausschläge bei den Dieselpreisen. Für die Transportbranche entstehen dadurch kurzfristig erhebliche Mehrkosten -eine wirtschaftliche Belastung für die Unternehmen.

„Die aktuellen Preisbewegungen zeigen deutlich, dass die bisher üblichen Anpassungszyklen nicht mehr ausreichen“, sagt Nikolja Grabowski, Vorstand des Ladungsverbunds ELVIS mit Sitz in Alzenau.

Diesel-Floater gleichen Kosten aus

In der Transportbranche werden Dieselkosten üblicherweise über sogenannte Diesel-Floater an Verlader weitergegeben. Grundlage sind öffentlich zugängliche Preisindizes, anhand derer Dieselzuschläge regelmäßig angepasst werden. Das System hat sich grundsätzlich bewährt – allerdings vor allem unter stabileren Marktbedingungen, teilt der Verbund mit.

Lange Anpassungszyklen werden zum Problem

Viele Transportverträge sehen derzeit eine Anpassung der Dieselzuschläge nur monatlich oder quartalsweise vor. Steigen die Kraftstoffpreise innerhalb weniger Tage stark an, müssen Speditionen die Mehrkosten zunächst selbst tragen. Gerade mittelständische Transportunternehmen geraten dadurch schnell unter finanziellen Druck.

„Wenn Dieselpreise sprunghaft steigen, können viele Unternehmen diese Mehrkosten nicht über mehrere Wochen oder Monate vorfinanzieren“, so Grabowski.

ELVIS fordert kürzere Anpassungsintervalle

Der Ladungsverbund spricht sich daher für eine Verkürzung der Anpassungsintervalle aus. Eine wöchentliche Anpassung des Diesel-Floaters würde die Preisentwicklung realistischer abbilden und Liquiditätsbelastungen reduzieren. „Es geht nicht um höhere Transportpreise, sondern um eine faire und zeitnahe Weitergabe der tatsächlichen Kosten“, betont Grabowski.

Flexible Modelle sollen Lieferketten stabilisieren

Einige Speditionen versuchen demnach derzeit, steigende Kosten über befristete Sonderzuschläge abzufedern. Langfristig seien jedoch flexiblere Modelle bei Energiepreisbestandteilen notwendig. Gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheit sei eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Verladern und Logistikdienstleistern entscheidend, um stabile Transportketten zu sichern.