Forschung zu interoperabler IT-Logistik

Forschung zu interoperabler IT-Logistik
Skala ermöglicht offene Wertschöpfung

Mit dem Abschluss des Forschungsprojekts Skala liegen offene Technologien vor, die den Austausch von Daten und Prozessen über Unternehmensgrenzen hinweg ermöglichen sollen. Entwickelt wurden interoperable KI- und Blockchain-Lösungen, die bereits in der Praxis erprobt sind.

Fraunhofer-Institut
Foto: Fraunhofer-Institut

Skala ist ein vom Bund gefördertes Forschungsprojekt zur Entwicklung offener KI- und Blockchain-Technologien für organisationsübergreifende Logistikprozesse. Ziel ist es, isolierte IT-Systeme zu vernetzen und eine sichere digitale Zusammenarbeit entlang von Wertschöpfungsketten zu ermöglichen.

Forschungsverbund schafft offene Systembasis

Mit dem Projektabschluss haben Forschende des Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST und der Technische Universität Dortmund eine offene technologische Basis für organisationsübergreifende Logistiksysteme geschaffen. Ziel war es, bestehende Medienbrüche, fehlende Interoperabilität und papierbasierte Prozesse zu überwinden.

KI und Blockchain verbinden Systeme sicher

Die im Projekt entwickelte Kombination aus Künstlicher Intelligenz und Blockchain soll eine sichere digitale Verbindung zwischen bislang getrennten Systemen und Akteuren ermöglichen. Sämtliche Softwarekomponenten, Schnittstellen und KI-Modelle wurden als Open Source veröffentlicht.

Offene Architektur für vernetzte Abläufe

Im Mittelpunkt von Skala stand der Aufbau interoperabler Multi-Agenten-Systeme, die über Unternehmensgrenzen hinweg zusammenarbeiten können. Diese Systeme sollen Prozesse vom Shopfloor bis zur übergreifenden Supply-Chain-Planung miteinander verknüpfen und eine durchgängige digitale Zusammenarbeit ermöglichen.

Drei Anwendungen mit Praxisbezug

Gemeinsam mit mehr als zwölf Industrie- und Logistikunternehmen entwickelten die Projektpartner drei Anwendungen. GreenComplAI automatisiert die Prüfung und Visualisierung von Herkunfts-, Nachhaltigkeits- und Lieferkettendaten. SiMBA ermöglicht eine KI-gestützte dynamische Preisbildung sowie Abrechnung in Echtzeit. InstaSCAN digitalisiert Transportdokumente wie Frachtbriefe oder Lieferscheine webbasiert und extrahiert relevante Informationen automatisch.

Unterstützung für Unternehmen

Ergänzend zu den technischen Entwicklungen wurde die Wissensplattform LogiDo aufgebaut. Sie stellt Lernmaterialien, Quick-Checks und Leitfäden zur Verfügung, mit denen Unternehmen die Ergebnisse von Skala in bestehende Prozesse integrieren und weiterentwickeln können. Der Fokus liegt dabei auf einem niedrigschwelligen Zugang für kleine und mittlere Unternehmen. Nach Angaben von Institutsleiter Michael Henke leistet Skala mit seinem offenen und modularen Ansatz einen Beitrag zur digitalen und technologischen Souveränität und liefert übertragbare Architektur- und Umsetzungsansätze für weitere Projekte.