FedEx-InPost: 15,60 € je Aktie für Paketstationen

Konsortium bietet 7,8 Mrd. Euro für InPost
Was FedEx sich von dem Deal verspricht

InPost soll für 7,8 Mrd. Euro privatisiert werden. Ein Konsortium um Advent und FedEx bietet 15,60 € je Aktie. InPost bleibt eigenständig FedEx will per Kooperation das B2C-Geschäft in Europa stärken.

Paketstation von InPost
Foto: InPost

FedEx beteiligt sich über ein Konsortium am europäischen Out-of-Home-Logistikspezialisten InPost. Gemeinsam mit Advent International, A&R Investments und der PPF Group wurde ein empfohlenes öffentliches Barangebot für alle ausstehenden InPost-Aktien vereinbart. Der Angebotspreis liegt bei 15,60 Euro je Aktie (Cum-Dividende) und bewertet das Unternehmen mit rund 7,8 Milliarden Euro. Der Abschluss der Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.

Was steckt hinter dem Deal?

InPost ist einer der führenden europäischen Anbieter von automatisierten Paketstationen (Parcel Lockers) und Out-of-Home-Zustelllösungen. Das Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben ein Netzwerk von rund 61.000 Paketstationen sowie ergänzende Pick-up- und Drop-off-Standorte. Das Geschäftsmodell gilt als wachstumsstark, da es die Zustellung auf der letzten Meile effizienter, kostengünstiger und emissionsärmer macht.

Was bedeutet das für InPost?

Das Konsortium will InPost auch nach der Transaktion als eigenständiges Unternehmen weiterführen. Marke, Hauptsitz in Polen und die bestehende Managementstruktur um Gründer und CEO Rafał Brzoska sollen erhalten bleiben.

Welche Rolle spielt FedEx?

FedEx bringt seine globale Logistik- und Technologieexpertise in das Konsortium ein. Operativ sollen FedEx und InPost jedoch unabhängige Wettbewerber bleiben. Nach Abschluss der Transaktion sind marktübliche kommerzielle Vereinbarungen vorgesehen, um FedEx-Kunden Zugang zu InPosts europäischem Out-of-Home-Netzwerk zu ermöglichen, insbesondere im B2C-Geschäft der letzten Meile.

Preis, Prämie und Zeitplan

Der Angebotspreis von 15,60 Euro je Aktie entspricht laut den beteiligten Unternehmen einer Prämie von rund 50 Prozent gegenüber dem unbeeinflussten Börsenkurs Anfang Januar 2026. Bereits Aktionäre, die zusammen 48 Prozent der InPost-Anteile halten, unterstützen das Angebot. Der Angebotsstart ist für Q2 2026 vorgesehen, der Vollzug steht unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher und regulatorischer Genehmigungen.

Warum ist die Übernahme strategisch relevant?

Der Einstieg von FedEx unterstreicht die wachsende Bedeutung von Out-of-Home-Zustellkonzepten in Europa. Paketstationen gelten als zentraler Baustein, um steigende E-Commerce-Volumina wirtschaftlich zu bewältigen und gleichzeitig Emissionen zu reduzieren. Die Transaktion beantwortet damit die Frage, wie sich globale Logistikkonzerne künftig in der europäischen B2C-Last-Mile positionieren wollen.

In Kürze: die Key Facts

  • Thema: Übernahmeangebot / Take-private InPost
  • Wer bietet: Konsortium aus Advent, FedEx, A&R, PPF
  • Ziel: 100 % der InPost-Aktien (Barangebot)
  • Preis je Aktie: 15,60 € (Cum-Dividende)
  • Bewertung: ca. 7,8 Mrd. €
  • Status: empfohlenes Angebot, regulatorische Freigaben ausstehend
  • Zeitplan: Angebotsstart erwartet Q2 2026, Abschluss erwartet H2 2026
  • Strategische Logik: Ausbau Out-of-Home (Locker/PUDO) + B2C-Last-Mile-Optionen in Europa
  • Wichtig: InPost soll als eigenständige Marke mit HQ in Polen fortgeführt werden